Die Erfolgsstory von Cupra ist beispiellos. Innerhalb von nur sechs Jahren hat sich die einstige Performance-Abteilung von Seat zu einer der am schnellsten wachsenden Marken Europas entwickelt. 750.000 verkaufte Fahrzeuge seit der Gründung sprechen eine klare Sprache.
Kein Wunder, dass andere Hersteller genau hinsehen – und überlegen, ob sie den Erfolg nachahmen können. Eine Marke, die sich besonders inspiriert fühlt: Alpine.

Alpine: vom Geheimtipp zur globalen Sportmarke?

Bislang ist Alpine ein Exot auf dem Markt. 2024 verkaufte die französische Sportmarke gerade mal 3590 Fahrzeuge in der EU, die meisten davon in Frankreich. Zum Vergleich: Cupra setzte im selben Zeitraum 166.000 Fahrzeuge ab – und übertraf damit sogar die Muttermarke Seat.
Renault-CEO Luca de Meo
Renault-CEO Luca de Meo: "Wir sehen natürlich den Erfolg von Cupra, und wir sehen auch die Unterschiede zwischen Cupra und Alpine. Aber wir sehen auch das Potenzial von Alpine vor dem Hintergrund der Entwicklung von Cupra."
Bild: Renault
Trotzdem sieht Renault-CEO Luca de Meo enormes Potenzial. Kein Zufall, schließlich war er es, der als früherer Seat-Chef die Cupra-Transformation eingeleitet hat. Nun will er mit Alpine einen ähnlichen Weg gehen – mit französischer Noblesse statt spanischem Temperament, aber mit ebenso viel Racing-DNA.
"Wir sehen natürlich den Erfolg von Cupra, und wir sehen auch die Unterschiede zwischen Cupra und Alpine", wird ein hochrangiger Manager der Gruppe von der "Automobilwoche" zitiert. "Aber wir sehen auch das Potenzial von Alpine vor dem Hintergrund der Entwicklung von Cupra."

Wie bei Cupra: USA als Wachstumsmarkt?

Während sich Cupra längst weltweite Expansion zutraut und bis 2030 in den USA durchstarten will, hat Alpine diesen Markt bislang gemieden. Doch das könnte sich ändern. Alpine-Chef Philippe Krief ließ beim Pariser Autosalon durchblicken, dass eine Expansion über den Atlantik ab 2027 denkbar wäre.
Alpine A110
Ob Alpine mit einem Cupra-ähnlichen Wachstumskurs erfolgreich sein kann, wird stark davon abhängen, welche neuen Modelle kommen.
Bild: Alpine
Für Renault wäre es eine Möglichkeit, mit vergleichsweise geringem Risiko in den lukrativen US-Markt einzusteigen. Bislang ist der Konzern dort nur mit Nissan vertreten, während die Marke Renault in Amerika keine Rolle spielt.

Die große Frage: Kann Alpine wirklich Cupra kopieren?

Alpine ist bislang eine reine Nischenmarke. Während Cupra mit sportlichen SUV und elektrifizierten Modellen den Massenmarkt anspricht, lebt Alpine vom Kult um den puristischen Sportwagen A110, der mehr Porsche-Fans anspricht als SUV-Kunden.
Ob Alpine mit einem Cupra-ähnlichen Wachstumskurs erfolgreich sein kann, wird stark davon abhängen, welche neuen Modelle kommen. Klar ist: Die Franzosen wollen mehr als nur eine Insider-Marke für Motorsport-Puristen sein. Die Expansion ist nur eine Frage der Zeit.