Einfach in die Ecke stellen reicht nicht: Wer seine Reifen clever einlagert, hat länger etwas davon – und fährt sicherer. Schon mit ein paar einfachen Maßnahmen lassen sich Alterung, Schäden und unnötiger Verschleiß vermeiden, damit die Räder auch nach Monaten Pause wieder zuverlässig ihren Dienst tun.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Räderwechsel?

Wer sich an die bekannte "Von-O-bis-O-Regel" hält, weiß: Im Oktober und rund um Ostern ist Räderwechsel angesagt. Doch mit dem Wechsel stellt sich jedes Jahr die gleiche Frage: wohin mit den gerade abmontierten Rädern? Damit Sommer- oder Winterreifen in der nächsten Saison wieder zuverlässig ihren Dienst tun, kommt es auf die richtige Pflege und Lagerung an.

Gründliche Reinigung ist Pflicht

Der erste und wichtigste Schritt ist die gründliche Reinigung. Bremsstaub, Schmutz und Salzreste können die Räder angreifen, wenn sie über Monate haften bleiben. Deshalb: Räder und Reifen mit Wasser und mildem Reiniger säubern. Wichtig ist, alle Reiniger-Rückstände vollständig abzuspülen, denn aggressive oder säurehaltige Felgenreiniger können Alufelgen schädigen.
Winter Autopflege
Vor der Einlagerung Reifen und Felgen reinigen und auf Schäden prüfen sowie Profiltiefe checken.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD

Schäden früh erkennen und prüfen

Im Anschluss folgt der prüfende Blick. Jedes Rad und jeder Reifen sollten sorgfältig auf Schäden untersucht werden. Risse in der Reifenflanke, Ausbrüche in der Lauffläche, einseitig abgefahrenes Profilbild, Beulen oder Verformungen an der Felge sowie ungewöhnlicher Druckverlust an einem Rad sind klare Warnzeichen. Wer sich unsicher ist: Eine Werkstatt oder ein Reifendienst kann schnell beurteilen, ob ein Reifen noch weiter genutzt oder besser ausgewechselt werden sollte.
Schnittverletzung eines Reifens
Bei zweifelhaften Beschädigungen an den Alufelgen oder Reifen immer den Fachmann um Rat fragen.
Bild: AUTO BILD - Privat
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Kontrolle ist die Profiltiefe. Gesetzlich sind mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben, doch das ist nur die absolute Untergrenze. Für ausreichenden Grip bei Nässe sollten Sommerreifen mindestens drei Millimeter, Winterreifen sogar vier Millimeter Restprofil haben. Liegt der Wert darunter oder ist der Reifen älter als zehn Jahre (erkennbar an der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke), lohnt sich die Einlagerung nicht mehr. Dann besser gleich in neue Reifen investieren.

Räder richtig fürs Einlagern vorbereiten

Vor dem Einlagern empfiehlt es sich, bei Kompletträdern den Reifendruck um etwa 0,5 bar zu erhöhen. So werden mögliche Druckverluste während der Standzeit ausgeglichen. Außerdem sollte die Position der Räder markiert werden, etwa mit "VL" für vorne links oder "HR" für hinten rechts. Das erleichtert den späteren Wiedereinbau und sorgt für gleichmäßigen Verschleiß. Wichtig: Reifen mit mehr Restprofil gehören auf die Hinterachse, ein Tausch sollte immer achsweise erfolgen.

So lagern Sie Reifen und Räder korrekt

Auch der Lagerort spielt eine entscheidende Rolle. Ideal ist ein trockener, kühler und dunkler Raum, etwa ein Keller oder eine Garage. UV-Licht, große Temperaturschwankungen oder Kontakt zu Ölen setzen der Gummimischung zu und beschleunigen die Alterung.
Bei der Lagerung gilt: Kompletträder am besten liegend stapeln oder auf einem Felgenbaum lagern. Reifen ohne Felge hingegen sollten aufrecht stehen. Praktisch sind spezielle Halterungen oder Felgenbäume aus dem Zubehörhandel – sie kosten nicht viel und sorgen für Ordnung. Wer die Räder aufhängt, sollte darauf achten, dass keine scharfen Metallkanten das Material beschädigen.
Ein einfacher Trick für die nächste Saison: Vor dem Einlagern eine Schicht Wachs auf die Felgen auftragen. Das erleichtert später die Reinigung deutlich.