AM General HMMWV Slantback: Fahrbericht
So long, Humvee!

Ein ganz harter Kerl tritt ab: Das AM General High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle, kurz Humvee, hat ausgedient. Was machte ihn so besonders? Wir würdigen die 4x4-Ikone mit einem finalen Fahrbericht.
Bild: Christian Bittmann
Einen zehnjährigen Jungen muss er einfach faszinieren, dieser überbreite Geländewagen. Seine Ausstrahlung hat etwas Massives, Quadratisches, ja Unbesiegbares. Mit zwanzig Jahren Abstand und Testerblick fallen ganz andere Dinge ins Auge: der abenteuerliche Einstieg zum Beispiel – nur was für Sportliche. Schnell wieder raus in einer Gefechtssituation mit Splitterweste, Helm und Gewehr, das will trainiert sein. Oder die drangvolle Enge im Cockpit. Grund ist der breite Mitteltunnel, in dem die Ingenieure zugunsten maximaler Bodenfreiheit Getriebe, Kardanwelle und Differenziale geschützt untergebracht haben. Das heißt: viel Platz für Funkanlage und Gepäck, aber wenig für die Insassen. Warum ist das Ding dann so breit? Die Spurbreite auf Lkw-Niveau ist Absicht. Dank ihr kann der Humvee die Fahrspuren und Pontonbrücken der Trucks mitnutzen. Nebeneffekt: Selbst die wildesten Piloten schaffen es kaum, ihn umzuwerfen. Die riskante Kippneigung der Vorgänger Gama Goat und Ford M151 Mutt sollte passé sein, das stand im Lastenheft.
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Je ein Hebel für Automatik und Untersetzung, das war's. Ein Humvee fährt sich so simpel wie ein VW Golf.
Bild: Christian Bittmann
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Schwierigkeiten im Gelände? Nicht für den Humvee. Dank dreier Sperren kommt er auch dann noch voran, wenn nur ein einziges Rad Grip hat.
Bild: Christian Bittmann
Die Verwandtschaft: Alles zu Hummer H1, H2 und H3

Nicht nur bei den Amerikanern ist der Humvee im Einsatz. Polen, Luxemburg, Dänemark und eine ganze Reihe weiterer Nationen nutzen ihn ebenfalls.
Bild: Christian Bittmann
Aber: Trotz ständiger Weiterentwicklung sind die Zeiten der Operation Desert Storm passé. Den Sprengfallen, die in Afghanistan und im Irak heute auf die Crews lauern, ist der Humvee hilflos ausgeliefert. Die Breite erhöht sogar seine Verwundbarkeit. Eine volle Panzerung wäre die Lösung. Sie ließe Gewicht und Schwerpunkt aber so ungünstig nach oben wandern, dass die Beweglichkeit des Humvee deutlich eingeschränkt würde. Einen direkten Nachfolger gibt’s nicht. Die U.S. Army experimentiert mit verschiedenen Möglichkeiten, ersetzt den Humvee aber absehbar durch ein halbes Dutzend verschiedener Fahrzeuge, alle gepanzert und weit schwerer. Damit wird der Hummer der Letzte seiner Art. Unser Fotomodell auf diesen Seiten ist übrigens ein Leihfahrzeug aus dem Fahrgelände Fursten Forest bei Osnabrück (www.furstenforest.de).
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