Aral-Studie Autokauf 2007
Was Frauen wollen

Männer wollen rassige Sportwagen, Frauen praktische Familienkutschen? Von wegen. Die moderne Frau träumt vom Cabrio, während der Mann die klassische Limousine bevorzugt.
- Stephan Bähnisch
Frauen stellen beim Autokauf den Aspekt Familienfreundlichkeit stärker in den Vordergrund als Männer und entscheiden sich für die dazu passende Karosserieform? Das war gestern. Die Emanzipation ist längst auch im Autohaus angekommen, teilweise haben die Frauen einen Rollentausch im Expresstempo vollzogen: Innerhalb von nur zwei Jahren änderte das weibliche Geschlecht die Ansichten und Präferenzen teilweise radikal. Das ist das Ergebnis der zum dritten Mal von Aral aufgelegten Studie "Trends beim Autokauf". Frauen und Männer denken bei der Anschaffung eines neuen Wagens mit 25 bzw. 27 Prozent inzwischen fast auf Augenhöhe an das Thema Familienfreundlichkeit und machen es zu einem wichtigen Kaufkriterium. 2005 interessierten sich noch 30 Prozent mehr Frauen als Männer für diesen Aspekt. Bei der Frage nach der bevorzugten Karosserieform zeigt das weibliche Geschlecht einer bisherigen Domäne die kalte Schulter: Nur noch sechs Prozent von ihnen erwägen die Anschaffung eines Minivans. Vor zwei Jahren waren es noch neun Prozent. Anders die Männer: Bei ihnen hat sich das Interesse an einem Minivan von vier auf elf Prozent nahezu verdreifacht.
Limousinen-Mann und Cabrio-Frau

Bild: Christian Bittmann
Frauen beweisen nicht nur bei der Wahl der Karosserieform mehr Mut zum Wechsel. Auch bei der Sympathie für eine Marke zeigten sie im Vergleich zur 2005 aufgelegten Studie ein deutlich verändertes Verhalten. Den größten Sprung verzeichnete Audi: Für die Ingolstädter begeistern sich inzwischen mehr Frauen als Männer – bei den Frauen vervierfachte sich der Anteil von drei auf elf Prozent nahezu. Eine ähnlich rasante Entwicklung verzeichnete Opel bei den Damen mit einem Anstieg von vier auf satte zehn Prozent. BMW und Mercedes finden hingegen kaum Zugang zu Frauen: Sie dümpeln mit einem Anteil von jeweils vier Prozent im unteren Mittelfeld der Skala. Die deutschen Nobelmarken können sich dafür auf ihre treue männliche Kundschaft verlassen, die zu zehn bzw. elf Prozent bei BMW oder Mercedes kaufen wollen. Doch auch bei der Markenwahl gibt es für Frauen und Männer einen gemeinsamen Nenner: Volkswagen verbuchte sowohl bei Frauen als auch bei Männern erhebliche Zuwächse und steht bei beiden Geschlechtern (Frauen 18 Prozent; Männer 21 Prozent) ganz oben auf der Wunschliste.
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