Aston Martin expandiert
Lagondas Wiedergeburt

Aston Martin will mehr sein als bloße Sportwagenschmiede: Darum soll es ab 2012 die alte britische Marke Lagonda wieder geben. Ihr Logo wird komfortable Luxuslimousinen zieren, die auf der ganzen Welt angeboten werden sollen.
Die Zombi-Fabrik arbeitet auf Hochtouren: Nach MG, Maybach und Abarth steht mit Lagonda einer weiteren legendären Automarke die Reanimation bevor. Bis 2012 will Aston Martin ein neues Lagonda-Modell mit eigenständigem Charakter auf die Räder stellen. "Es ist nun Zeit, über die weitere Zukunft nachzudenken", begann Firmenchef Dr. Ulrich Bez im englischen Gaydon etwas weitschweifig die entsprechende Ankündigung. Aston Martin sei heute eine Marke, die moderne Technik mit solider Handarbeit verbinde und daraus vielversprechende Produkte entwickele – so werde 2009 der viertürige Rapide auf den Markt kommen, anschließend widme man sich dem Projekt "one 77", das der teuerste Aston Martin aller Zeiten werden soll.

Auch ein SUV soll es geben

Kurze Geschichte von Lagonda
Die Marke Lagonda trat Anfang des 20. Jahrhunderts in Erscheinung: 1904 begann der amerikanische Ingenieur Wilbur Gunn (1859-1920), in England Motorräder zu produzieren. Pate für den klangvollen Namen stand übrigens ein Fluss in seiner Heimat Ohio. Vor etwa 100 Jahren entschloss Gunn sich dann, Autos zu bauen. Die erste marktfähige Konstruktion, der Torpedo mit 20 PS aus sechs Zylindern, siegte 1910 beim Rennen Moskau-St. Petersburg. Das machte die Marke in Russland schlagartig berühmt, sogar der Zar Nikolaus II. soll einen Lagonda gefahren haben. In der Zwischenkriegszeit machte Gunn seine sportlichen Autos auch in der Heimat bekannt, bald erwarb sich Lagonda den Ruf, "der Bentley des kleinen Mannes" zu sein.

Wir dürfen gespannt sein
Der letzte Lagonda war ein Viertürer: Von 1976 bis 1989 gab es den Aston Martin Lagonda, der allerdings bis auf die kuriose Karosserie fast ausschließlich aus Komponenten von Aston Martin bestand. Die Exklusivität des Autos war höher, als vom Hersteller beabsichtigt: Nur 645 Stück fanden Käufer. 1993 war das Markenzeichen von Lagonda schließlich noch einmal zu sehen: Das Konzeptauto Vignale war auf dem Genfer Autosalon ausgestellt. Alles in allem dürfte es keine leichte Arbeit sein, aus der doch recht weit zurückliegenden großen Vergangenheit von Lagonda etwas zu destillieren, das für das Design eines modernen Autos taugt. Wir dürfen also gespannt sein.
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