Astra Sports Tourer/Golf Variant: Vergleich
Mit neuer Größe gegen den Golf

Opel rüstet auf: Der neue Kombi vom Astra wächst auf Mittelklasse-Format. Sein Name: Sports Tourer. AUTO BILD hat ein erstes Treffen mit dem Lieblingsgegner VW Golf Variant arrangiert.
- Jürgen von Gosen
Größer ist schöner ist besser. Diesen Dreiklang hätten die Opelaner ab November 2010 gern für ihr jüngstes Baby reserviert, den Astra Sports Tourer. Und für den Vergleich mit dem Vorgänger Astra Caravan mag das ja stimmen. Aber kann der größte Astra aller Zeiten auch den Golf Variant übertrumpfen? Zumindest im Format stellt er den Wolfsburger Erzrivalen in den Schatten. Der Astra hat gegenüber dem alten Caravan um 18 Zentimeter zugelegt und misst in der Länge satte 4,70 Meter! Kompaktklasse ist das nicht mehr, so weit streckte sich noch vor zehn Jahren ein Passat Variant. Und was macht der Opel draus?
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Na ja, keinen Rekord, was ein wenig enttäuscht: Das Kofferraumvolumen liegt mit 1550 Litern nur knapp über Golf-Niveau. Wo verstecken sich all die zusätzlichen Zentimeter? Hatten die Designer das letzte Wort und die Kombi-Experten das Nachsehen? Muss wohl so sein, denn die elegante Form mit abfallendem Dach ergibt eben keinen Riesenraum wie im alten Caravan, der 1590 Liter schluckte. Opels neues Selbstbild hat nach dem Insignia nun auch den Astra erfasst – ob das die Stammkundschaft gut findet? Doch neben schierer Größe bietet der Sports Tourer immer noch sehr gute Kombi-Qualitäten. Erstens: Der Ladeboden ist eben, da stört beim Ausladen kein Absatz zur Heckklappe wie im Golf. Zweitens: Die Rücksitzlehnen lassen sich jetzt von hinten elektrisch fernentriegeln. Der Golf kann das nicht. Drittens: Das Gepäckrollo lässt sich bei vollen Händen mit dem Ellbogen aufstupsen (nicht im Golf). Viertens: Hintere Sitzkissen zum Rausnehmen kennt man aus Wolfsburg ebenso wenig wie – fünftens – den ausziehbaren Fahrradträger für vier (kommt 2011).
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Bild: Uli Sonntag
Ob er sich auch lebendiger anfühlt, zeigt der Blick auf die Motoren. Beide bieten fünf Benziner und fünf (Opel) beziehungsweise drei Diesel. Opel allerdings mit mehr Leistung (bis 180 PS beim Benziner, 160 beim Diesel; Golf 160 beziehungsweise 140 PS) bei leicht höheren Verbrauchswerten. Einzig der Basis-Benziner (100 PS) ist – auf dem Papier – um einen halben Liter sparsamer als der kleinste Golf (80 PS). Den Vorzeige-Sparer Golf BlueMotion Technology (105-PS-Diesel mit 109 g CO2) will Opel zum Frühjahr mit einem 1.3 CDTI (95 PS) mit ebenfalls 109 Gramm CO2-Ausstoß kontern.
Bei den Extras greift der Opel Astra Sports Tourer in die Trickkiste

Bild: Uli Sonntag
Das macht VW besser, wo fürs Basismodell nahezu alles einzeln geordert werden kann. Das ist kundenfreundlicher. Opel zockt mit dieser Aufpreispolitik ab, lässt sich nützliche Kombi-Innovationen nur in Verbindung mit höheren Ausstattungslinien teuer bezahlen. Da wünschen wir uns auch mehr Größe in der Preisliste.
Wie sich der Opel Astra Sports Tourer fährt, lesen Sie am Mittwoch, 4. November, hier bei autobild.de.
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