Audi A3/Honda Civic: Vergleich
Duell an der Basis

Bitte einsteigen in die Basisversionen von Audi A3 und Honda Civic. Hier ist von karger Bescheidenheit keine Spur. Sparen wollen beide nur beim Sprit: mit ausgefeilter Turbotechnik und Hightech aus der Formel 1.
- Diether Rodatz
Das Basismodell einer Baureihe heißt auch gern "der Kleine". Der kleine Eins-Sechser, der kleine Zwoliter. Aber was sagen wir, wenn die Motoren noch weiter schrumpfen? Jüngstes Beispiel: Audi ersetzt im A3 seinen 1,6-Liter-Benziner mit 102 PS durch einen 1,2-Liter mit Turbo, Direkteinspritzung und 105 PS. Auf dem Heck prangt nunmehr ganz bescheiden ein verchromtes "TFSI", der kleine Hubraum wird schamhaft verschwiegen. Dabei bräuchten sich die Ingolstädter wegen der 1,2 wirklich nicht zu schämen. Dieses kleine Wunderding aus dem VW-Regal (kennen wir seit Kurzem aus Polo und A1) fühlt sich fast wie ein Zweiliter an. Es schiebt den A3 schon ab 1550 Umdrehungen mit kräftigen 175 Newtonmetern an, gewinnt sogar noch an Kraft, weil die Lichtmaschine in diesen Momenten nicht arbeitet.
Überblick: Alle News und Tests zum Honda Civic

Bild: Uli Sonntag
Überblick: Alle News und Tests zum Audi A3

Bild: Uli Sonntag
Zur Diskussion der (nicht bewerteten) Äußerlichkeiten fordern beide heraus. Hier das Honda-Grinsegesicht, der fette Heckflügel und dreieckige Auspuffrohre. Ganz objektiv aber stört innen das Armaturen-Suchspiel. Neben dem Zündschloss wartet sogar ein Extra-Startknopf, während der Audi auf Anhieb treffsicher zu bedienen ist. Geschmackssache sein voluminöser, aber ungeschützter Schlund. An Parkkratzer denkt hier offensichtlich niemand mehr. Auch die weit ausladend öffnenden Türen könnten Gummipuffer an den Kanten gut gebrauchen, das gilt für beide. Wer Gäste in den Fond bittet, sollte sie im Audi vorher Falttechniken üben lassen, beim Honda geht das entspannter. Dafür kostet seine sperrige Sitzlehnen-Entriegelung so manchen Fingernagel. Genial der variable Kofferraum. Rücksitzfläche hochgestellt: Ein Kinderfahrrad passt stehend rein. Alle Lehnen umgeklappt: topfebener Laderaum. Was dem Civic zwar kräftig Punkte einbringt, ihn aber noch lange nicht zum Siegertyp macht.
Fazit
Schon nach der ersten Vergleichsfahrt war mir klar, dass der Audi A3 der klare Gewinner wird. Lahm und laut der Motor des Honda, gewöhnungsbedürftig Bedienung und Form. Doch beim Addieren der Punkte die Überraschung: Das Karosserie-Kapitel geht an Honda, beim Verbrauch ist er ebenbürtig, und da der Audi serienmäßig keine Klimaanlage bietet, holt der Honda auch dank seines günstigeren Preises am Schluss ordentlich auf.
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