Audi A3 Sportback TFSI e: Test
Zwischen zwei Welten: A3 TFSI e kann es sportlich und sparsam

Lange Strecken ohne Ladeangst, kurze Wege fast lautlos: Der Audi A3 Sportback TFSI e schlägt die Brücke zwischen Effizienz und Emotion – und zeigt, dass Sparen und Spaß durchaus zusammenpassen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Bisher tankten Vielfahrer Diesel. Doch die Zeiten ändern sich gerade – wer weiter kommen will, greift immer öfter zum Plug-in-Hybrid. Die Doppelherzen erlauben dank Verbrenner getrost, die Langdistanz ins Auge zu fassen.
Zudem ermöglichen immer bessere Akkus, dass sich auch die rein elektrisch zurückgelegten Strecken deutlich verlängern. Im Zusammenspiel der Komponenten entsteht so ein recht potent motorisiertes Fahrzeug.
A3 pflegt den sportlichen Auftritt
So wie unser Audi A3 Sportback TFSI e. Der Kompakte ist mit einer Systemleistung von 204 PS und einem maximalen Drehmoment von 350 Newtonmetern kein Kind von Traurigkeit. Doch dazu später. Werfen wir kurz einen Blick auf das Äußere. 2024 gab es für den intern als 8Y bezeichneten A3, der seit 2020 auf dem Markt ist, das erste Facelift.

Der macht was her: Mit dem Facelift 2024 hat Audi die A3-Front mit flacherem und breiterem Grill noch mal deutlich nachgeschärft.
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Optisch sorgt ein flacher, aber breiter gewordener Singleframe mit sechs Ecken und ohne Rahmen im Zusammenspiel mit großen, kantigen seitlichen Lufteinlässen für einen sportlichen Auftritt. Am Heck übernehmen ein neuer Stoßfänger und ein prägnanter Diffusor die gleiche Aufgabe. Auch das Lichtdesign wurde verändert. Beim LED-Scheinwerfer sorgen 24 Pixel-Elemente für ein individuelles Tagfahrlicht. Ansonsten möchte der A3 gern das bleiben, was er schon immer irgendwie war: ein Premium-Golf.
In Reihe zwei wird es für Große eng
Da er wie der Wolfsburger Bruder auf der MQB-evo-Plattform ruht, sind die Maße nahezu identisch. In der Länge überragt der A3 den Golf 8 um vier Zentimeter, doch diese Maße sind dem Design geschuldet und nicht dem Platzangebot im Innenraum. Fahrer und Beifahrer fühlen sich gut in den kompakten Ingolstädter eingebunden, im Fond sitzen Reisende nicht unbequem, sollten aber nicht größer als 1,80 Meter sein – dann wird es eng.

Knapp bemessen: Während Fahrer und Beifahrer vorne gut eingebunden sitzen, wird es hinten ab 1,80 Meter Größe etwas eng.
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Im Plug-in-Hybrid muss man sich zudem bei der Zuladung beschränken. Die Batterie mit einer Kapazität von 19,7 kWh (netto) wurde unter dem Kofferraumboden verbaut, was das Volumen bei aufrechter Rückbanklehne auf schmale 280 Liter schrumpfen lässt. Selbst wenn die Ladefläche durch Umklappen vergrößert wird, gibt es auf einer leicht ansteigenden Fläche lediglich 1100 Liter Ladevolumen.
Fahrzeugdaten
Modell | Audi A3 Sportback TFSI e |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo |
Hubraum | 1498 cm³ |
Systemleistung | 150 kW (204 PS) |
max. Drehmoment | 350 Nm |
Antrieb, Getriebe | Frontantrieb, Sechsgang-Doppelkupplung |
0-100 km/h | 7,4 s |
Vmax | 225 km/h |
Testverbrauch | 3,7 l S + 8,2 kWh/100 km |
Test-CO2 | 88 g/km |
Tank/Batterie | 40 l/19,7 kWh (netto) |
Länge/Breite/Höhe | 4352/1816–1984*/1455 mm |
Radstand | 2630 mm |
Sitzhöhe | 500 mm |
Kofferraumvolumen | 280-1100 l |
Leergewicht | 1642 kg |
Zuladung | 453 kg |
Anhängelast | 1400 kg |
Garantie | 2 Jahre |
Preis | ab 44.200 Euro |
Der Arbeitsplatz des Fahrers erfreut mit gut konturierten Sportsitzen in einer Leder-Stoff-Kombination, einem griffigen Lenkrad und einem Fahrerdisplay, das in seiner digitalen Darstellung – anders als in anderen Audi-Modellen – sogar noch klassische Rundinstrumente zeigt. Flankiert wird das Ganze von Luftausströmern, die nicht wie inzwischen üblich unterhalb des Zentraldisplays liegen und vehement die Unterarme anblasen. Hier weht es je nach Gusto auch ins Gesicht.

Sauber gemacht: Am hochwertigen Arbeitsplatz gibt es noch einige echte, gut erreichbare Tasten – das erleichtert die Bedienung.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Auch bei der Bedienung kann man sich noch auf eine gewisse Zahl manueller Tasten verlassen, die schnell erreichbar und zuverlässig zu betätigen sind. Das Zentraldisplay als Bestandteil des "Virtual Cockpit" ist mit 10,1 Zoll nicht überdimensioniert. Das ordentliche Sprachdialogsystem zur Steuerung von Infotainment und Fahrzeugfunktionen arbeitet leider nicht ganz fehlerfrei, dafür punktet der A3 mit einer Handschrifterkennung des Touchscreens. Letztere sollte man allerdings nicht während der Fahrt ausprobieren – das kann nur schiefgehen.
Fahrwerk vermittelt viel Fahrspaß
Erfreulich sind beim Audi A3 TFSI e nicht nur die Fahreigenschaften. Der Kompakte überzeugt auch mit seiner direkten Progressivlenkung und dem Komfortfahrwerk sowie mit seinem Antrieb. Kurven sind kein Problem, sondern ein Vergnügen. Unebenheiten im Asphalt nimmt man zur Kenntnis, empfindet sie allerdings eher als Information denn als Belästigung.

Dynamiker: Dank seiner Abstimmung und der Progessivlenkung bereiten Kurven im A3 Sportback TFSI e sehr viel Freude.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Als Plug-in-Hybrid kann er nach unseren Messungen entspannt 109 Kilometer rein elektrisch abspulen. Zugegeben, das ist nicht ganz der Wert, den Audi nach WLTP ermittelt hat (143 Kilometer). Doch gemessen an dem, was PHEV-Modelle bis dato zu bieten hatten, ist das bei einem Verbrauch von 20,4 kWh/ 100 km inklusive Ladeverlusten eine beachtliche Strecke.
Als Plug-in-Hybrid zeigt der Audi A3, dass er nicht nur effizient, sondern auch sportlich unterwegs sein kann.
Auch sportlich orientierte Fahrer kommen auf ihre Kosten. Selbst bei der Variante mit 204 PS Systemleistung ist der A3 TFSI e eine echte Sportskanone. Und das nicht nur über wenige Kilometer – das Zusammenspiel der Antriebsarten funktioniert.
Fahrleistungen auf der sportlichen Seite
Im Test konnten über eine Strecke von mehr als 300 schnellen Autobahnkilometern hohe Geschwindigkeiten gehalten werden, ohne dass der Akku (brutto 25,7 kWh) dauerhaft vom Verbrenner gestützt werden musste oder dieser mit seinen 150 PS allein arbeiten musste. Vielmehr war die Systemleistung über die gesamte Strecke abrufbar, und der Akku hatte am Ende der 326 Kilometer noch sechs Prozent Restladung.

Geht ganz ordentlich: Aus dem Stand beschleunigt der A3 Sportback TFSI e in 7,4 Sekunden auf Tempo 100. Maximal sind 225 km/h drin.
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Zur Präzisierung die Leistungsdaten: Der A3 TFSI e mit 204 PS und 350 Newtonmetern maximalem Drehmoment beschleunigt seine 1,6 Tonnen in 7,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und wird bis zu 225 km/h schnell. Rein elektrisch sind 140 km/h möglich. Im Alltagsbetrieb wird man diese Leistungsdaten nicht ständig abrufen.
Verbrauch ist erstaunlich niedrig
Auf der AUTO BILD-Testrunde (60 Prozent Hybrid- und 40 Prozent E-Anteil) zeigte sich der Kompakte mit 3,7 Liter Super und 8,2 kWh pro 100 Kilometer sehr genügsam. Am Ende ergab das eine Gesamtreichweite von 714 Kilometern. Selbst wer mit komplett entladener Batterie unterwegs ist, muss keinen Strudel im Tank fürchten – hier ermittelten wir 6,1 Liter.
Doch eigentlich sollte ein leerer Akku eine Seltenheit sein, denn Audi hat den TFSI e mit einem AC- und DC-Ladeanschluss versehen. An der Wallbox braucht es 2,5 Stunden, um den Akku komplett zu laden. An der Schnellladestation lässt sich mit bis zu 50 kW in weniger als einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent laden.
Schon an der Basis ziemlich teuer
Nun ist Laden an DC-Stationen bekanntermaßen nicht billig. Auch der Einstieg in den Audi A3 TFSI e hat seinen Preis. Mindestens 44.200 Euro werden für die Basisausstattung fällig. Für das von uns gefahrene S-line-Modell ruft der Händler bereits 46.300 Euro auf. Wer dann noch das Businesspaket plus – auch im Testwagen vorhanden – konfiguriert, landet am Ende bei ziemlich exakt 49.000 Euro.

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Nicht gerade ein Sonderangebot, dafür muss ein Durchschnittsverdiener lange sparen. Oder womöglich zum Leasing greifen? Denkbar, allerdings nicht über Audi selbst. Da liegt die monatliche Rate mit 36 Monaten Laufzeit, 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung und ohne Anzahlung bei stolzen 759 Euro. Und selbst wer sich auf 10.000 Kilometer pro Jahr beschränkt und 10.000 Euro anzahlt, müsste am Ende 438 Euro zahlen.
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