Drei Business-Limousinen im Test

Audi A4, BMW 3er, Volvo S60: Mittelklasse-Limousinen im Test

Der geliftete A4 trifft auf 3er und S60

Nach dem Facelift ist vorm ersten Vergleich. Kann der frische Audi A4 gegen BMW 3er und Volvo S60 siegen? Der AUTO BILD-Test gibt die Antwort.
Platz 1 mit 555 von 750 Punkten: BMW 330i. Bestes Gesamtpaket: Motor, Fahrwerk, Navi – alles ist top.
Platz 2 mit 537 von 750 Punkten: Audi A4 45 TFSI quattro. Feinschliff dank Facelift. Fährt agil – aber nicht auf BMW-Niveau.
Platz 3 mit 510 von 750 Punkten: Volvo S60 T5. Designer-Teilchen! Aber mit 20-Zöllern federt er hölzern.
Es war ein großer Eingriff, eine Operation am offenen Herzen. Und es war teuer. Audi beließ es nicht beim normalen Facelift des vier Jahre alten A4, nur ein bisschen Bling-Bling, Chrom am Grill oder neuen Sitzbezügen. Sie haben kräftig am Blech gezogen. Designchef Marc Lichte hat aus dem A4 einen kleinen A6 gemacht. Ist der aufgefrischte A4 frisch genug, um gegen die gänzlich neuen BMW 3er und Volvo S60 zu bestehen?

Bei der Modellbezeichnung trägt Audi dick auf

Audi A4 Facelift (2019): Test - Fahrbericht - Details

Audi A4 Facelift Fahrbericht

45 TFSI quattro. Hört sich schon mal verdammt schnell an. Aber gemach, gemach, das heißt nicht 4,5 Liter Hubraum, im Audi arbeitet ein Zwoliter-Benziner mit 245 PS. Weil das und 370 Nm Drehmoment große Aufgaben sind für die Vorderachse, fährt der A4 mit Allrad. Mit 4,76 Metern ist er so lang wie der S60, hat fünf Zentimeter mehr als der 3er. Die größte Änderung haben sie innen eingebaut. Audi hat den Dreh-Drück-Steller, also den MMI-Controller, durch einen Touchscreen ersetzt. Na und? Kennen wir doch von A1, A6 und Q3, werden Sie jetzt sagen. Ja, aber: Sie haben beim A4 nicht das Cockpit geändert, das ist gleich, sie haben lediglich einen breiteren Schirm auf die Armaturentafel gesetzt und das Bediensystem wie in allen neuen Modellen aufgespielt. Das ist gut, weil die Spracheingabe toll funktioniert, das ist gut, weil die Grafik superscharf ist.

Die Grafik im BMW-Cockpit ist nicht ganz zeitgemäß

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Der 3er mit Stecker

Die Kehrseite: Wer immer den Arm ausstrecken muss wie im Kia Ceed oder im Ford Focus, kriegt irgendwann 'nen Zitterfinger. Hey Audi! Euer Connectivity-System ist gut. Perfekt wäre es, wenn es neben Touchscreen und Spracheingabe auch noch einen Dreh-Drück-Steller inklusive Kurzwahltasten gäbe. So wie bei BMW. Der 330i mit dem internen Werkscode G20 hat erst ein halbes Jahr auf dem Blech, wer 3600 Euro fürs Business-Paket ausgibt, wird wie bei Audi und Volvo in Echtzeit navigiert, kann sich mit dem Wagen unterhalten ("Hey BMW!"), die Karte mit den Fingern vergrößern oder wie gewohnt über den Controller in der Mittelkonsole. Das kommt also dabei raus, wenn man mal ein Bediensystem erfindet und es 20 Jahre lang pflegt und verfeinert; wir wissen nicht, was da noch besser geht. Doch! Rundinstrumente ins Digitalcockpit programmieren statt des gegenläufigen Drehzahlmessers und die Grafik auf den Stand von 2019 bringen. Sonst sollten Sie die 500 Euro für diesen Klimbim besser in Weißwurst anlegen! Und Volvo? Ach Volvo! Alles so schön klassisch hier, so stylish, so schwedisch. Das Cockpit kennen wir aus allen Modellen, seit Thomas Ingenlath ein Designerteil nach dem anderen raushaut. Ja, an den Hochkant-Bildschirm haben wir uns gewöhnt, irgendwann hast du raus, wie du Klima, Sitze und Navi-Ziel einstellst. Nicht gewöhnen können wir uns an die Spracheingabe. Die Volvo-Dame will das Navi-Ziel immer nach Schema F hören, sonst wird das nix. Wir meinen: Premium ist das nicht.

Große S60-Passagiere sollten besser vorne sitzen

Volvo S60 (2019)

Erste Fahrt im neuen Volvo S60

Apropos Premium: Ja, wir mögen die Alu-Applikationen im S60 mit R-Design, echtes Metall, nix Plastik. Aber wir hätten noch Raum für Verbesserungen. Die Rücksitzbank ist zu flach eingebaut, Riesen haben hinten Probleme. Die Lehnen klappen auch nur um, wenn du die Knöpfchen im Fond drückst. Und bitte, bitte: Spendiert dem S60 ein Fach fürs induktive Handy-Laden, das ist heute Standard. Tipps haben wir auch für die anderen: BMW bietet zwar am meisten Platz im Fond, aber um da einzusteigen, müssen wir den Popo ums Radhaus bewegen wie Shakira bei "Waka Waka"! Und Audi? Das mit dem Zitterfinger am Screen haben wir schon gesagt, jetzt knöpfen wir uns den Sparkommissar vor. 780 Euro für Parkpiepser zu nehmen ist nicht okay. Bei BMW (vorn und hinten) und Volvo (hinten) ist das Serie. So, und jetzt Abfahrt!
Das Fazit von Andreas May: "Neuer Vergleich, alter Sieger: Der BMW 3er ist die beste Mittelklasse-Limo, gewinnt auch in der 250-PS-Benziner-Klasse. Der Audi A4 hat durchs Facelift gewonnen, der Volvo S60 bleibt ein Tipp für Design-Ästheten." Alle weiteren Details zum Test finden Sie in der Bildergalerie.

Drei Business-Limousinen im Test

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