Audi A4: Kaufberatung
Gesucht: Der beste Audi A4

Der A4 ist mittlerweile in neunter Generation auf dem Markt. Wir haben den BMW-3er- und C-Klasse-Gegner unter die Lupe genommen und fragen: Wie und womit will sich der Audi neu beweisen, um weiter vorne mitzumischen?
- Julia Winkler
Fünfzig Jahre ist die Marke Audi nun schon im Mittelklasse-Geschäft – und das überaus erfolgreich. 1965 debütierte mit dem F103 der Urvater des heutigen A4, 1972 erschien der schlicht geformte Audi 80, der mit lediglich 800 Kilogramm Leergewicht und entsprechend flotten Fahrleistungen eine neue Ära einläutete. Es folgten sportliche GT-Versionen, der quattro-Antrieb, eine aufwendige Vollverzinkung der Karosserie sowie 1990 der erste Turbodiesel im rundlicher gezeichneten B3. Vier Jahre später, bei Auflage Nummer fünf, änderten die Ingolstädter den Namen in A4. Airbags, Servolenkung und ABS für alle Modelle erhöhten die Sicherheit damals deutlich, während sich der Innenraum sichtlich hochwertiger präsentierte. Auch mit dem ersten direkteinspritzenden Benziner (FSI) und einer stufenlosen Automatik, die im Nachfolger B6 zum Einsatz kamen, trug Audi dem seit 1971 bestehenden Grundsatz "Vorsprung durch Technik" Rechnung. Und wie schaut's bei Generation Nummer neun aus?
Novum: Matrix-LED mit dynamischem Kurvenlicht
Video: Audi A4 (2015)
Erste Fahrt im neuen A4
Mehr Kopffreiheit vorn und Beinfreiheit im Fond

Die 1,67 Meter große Redakteurin hat reichlich Platz im Fond. Mit der sich absenkenden Dachlinie werden nur Großgewachsene hadern.
Bild: Privat
Immer bestens vernetzt im A4
In der Loge unseres nahezu vollausgestatteten A4 paart sich hochwertige Verarbeitung mit reichlich Infotainment. Das Lederlenkrad schmeichelt, die breite Mittelkonsole versteckt im Fach unter der serienmäßigen Armlehne USB- und AUX-Anschluss sowie eine Smartphone-Ablage mit in duktiver Lademöglichkeit (340 Euro). Der MMI-Regler ist ergonomisch einwandfrei platziert; über ihn lassen sich Radio, Medien und Telefon steuern sowie optional das empfehlenswerte Navi (1480 Euro). Wer lieber Ansagen macht, nutzt die Sprachsteuerung, die nun auch ganze Sätze versteht. Angezeigt wird die entsprechende Funktion auf einem 7-Zoll-Farbdisplay, das beim Top-Infotainmentsystem (2680 Euro) noch eine Nummer größer ausfällt (8,3 Zoll) und zusätzlich ein Touchpad in den Drehdrückregler integriert. Dazu ist der A4 hier per schnellem LTE-Netz immer online. So können Mitfahrer per WLAN-Hotspot mit ihrem Tablet oder Smartphone surfen, der Fahrer die Connect-Dienste wie Wetterabfrage, Kraftstoffpreise, Nachrichtendienst und Reiseinformationen nutzen. Für 400 Euro spiegelt der A4-Bildschirm zudem Inhalte vom Smartphone. Das alles gelingt – wenn man die Fülle an Funktionen einmal überblickt hat – problemlos.
Optional ist der A4 mit etlichen Assistenten ausgestattet

Für 500 Euro gibt's das volldigitale Kombininstrument, das neben Drehzahl und Tempo auch Daten von Medien, Bordcomputer und Navi anzeigt.
Bild: Werk
Generell Standard ist das Dynamikfahrwerk mit neu konstruierten Fünflenker-Aufhängungen vorn und hinten, wobei die Ingenieure allein an der Vorderachse sechs Kilogramm Gewicht einsparen konnten. Insgesamt ist der A4 120 Kilo leichter geworden, verwindungssteifer als bislang, minimal breiter aufgestellt und mit einer neuen elektromechanischen Lenkung ausgerüstet, die spontan anspricht, präzise arbeitet und stets das Gefühl gibt, eng mit der Straße verbunden zu sein. So schlängelt sich der fein ausbalancierte A4 leichtfüßig durch kurviges Terrain, pariert Unebenheiten so gekonnt wie komfortabel – erst recht mit den optionalen Adaptivdämpfern, die per drive-select-Schalter ebenso einstellbar sind wie Lenkung und Schaltkennlinie. Kombinierbar sind die Dämpfer mit dem Komfort- und dem Sportfahrwerk, nicht aber mit dem serienmäßigen Dynamikfahrwerk. Der Aufpreis beträgt jeweils 980 Euro.
Sehr vielfältiges Antriebsangebot

Um bis zu 21 Prozent hat Audi den Kraftstoffverbrauch reduziert. Dagegen stieg die Leistung um bis zu 25 Prozent.
Bild: Werk
Fazit
Optisch haben die Designer beim neuen A4 keine Experimente gewagt, sondern auf Bewährtes gesetzt. Das mögen die einen bemängeln, andere befürworten. Fakt ist, dass sich mit den intelligenten Assistenten, dem ausgefeilten Fahrwerk, einem feinen Interieur und neuen Motoren einiges getan hat. Das wirkt sich auch auf den Preis aus, der aber noch Abstand zu BMW 3er und Mercedes C-Klasse wahrt. Wo der A4 nun steht, wird der erste Vergleichstest zeigen.
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