Bei dem piept's wohl: Fiiieeep, bsssssss, dschiiiiuuu – der Audi A6 Avant gibt bemerkenswerte Geräusche von sich. Wir erwähnen das, obwohl es überhaupt nicht schlimm ist oder sogar nervt. Es ist ein leises Geräusch beim Abtouren, ein minimal registrierbarer Ton beim sanften Beschleunigen. Also kein fieses Nörgeln unsererseits. Zumal hier tolle E-Technik wirkt. Jedoch: Das E-Geräusch ist die EINZIGE echte Schrulle des neuen großen Audi Avant, somit ein paar Zeilen Erwähnung wert.

Zwei Diesel-Kombis im Vergleich

Der Rest des A6-Fests: Traumauto. Sahnekombi. Prestigebomber. Komfort-Ass. Gibt's so etwas sonst irgendwo auf der Welt? Klar, in München. Dort rollt der 520d Touring vom Band. Ein ebenso stattlicher Kombi der Oberklasse, mit ähnlichen Anlagen, ähnlicher Technik in Form der 48-Volt-Vernetzung und mit ähnlich hohem Anspruch.

Beim Preis langen beide ordentlich zu

Wir vergleichen die beiden Luxus-Laster. Und Luxus ist das Stichwort: Mindestens 64.550 Euro sind für einen mit Allradantrieb und Siebengang-Doppelkupplungsautomatik veredelten Audi fällig, ab 66.200 Euro kostet ein BMW 520d, der eine Achtstufenautomatik und den elektronisch überwachten 4x4-Antrieb xDrive bereithält.
Audi A6 Avant TDI quattro 150 kW BMW 520d xDrive Touring
Teure Kombis: Für den 520d Touring mit allen testrelevanten Extras werden 80.660 Euro fällig, für den A6 Avant 83.275 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Dazu stecken hüben wie drüben massenhaft multimediale Vernetzung sowie hilfreiche Fahrassistenz in den Autos. Zählen wir die Bits und Bytes der Kategorie Connectivity zusammen, hat der BMW dabei die Nase millimeterweit vorn. Denn: Sein Navigationssystem stellt eine feine Augmented-Reality-Funktion bereit – hier hat der Audi nur eine 3D-Ansicht zu bieten.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid
Vierzylinder, Biturbo, Mildhybrid
Einbaulage
vorn längs
vorn längs
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Zahnriemen
Kette
Hubraum
1968 cm³
1995 cm³
kW (PS) bei 1/min
150 + 18 (204 + 24)/3800
145 + 8 (197 + 11)/4000
Nm bei 1/min
400/1750
400/1500
Vmax
238 km/h
218 km/h
Getriebe
Siebengang-Doppelkupplung
Achtstufenautomatik
Antrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
255/40 R 20 Y
245/40-275/35 R 20 Y
Reifentyp
Continental Sport Contact 7
Pirelli P Zero
Radgröße
8,5 x 20"
8,5-10 x 20"
Abgas CO2
151 g/km
152 g/km
Verbrauch*
5,8 l D/100 km
5,8 l D/100 km
Tankinhalt
60 l
60 l
Kraftstoffsorte
Diesel
Diesel
SCR-Kat/Ad-Blue-Tankinhalt
S/20 l
S/k. A.
Vorbeifahrgeräusch
66 dB(A)
67 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
2000/750 kg
2000/750 kg
Stützlast
95 kg
100 kg
Kofferraumvolumen
466–1497 l
570–1700 l
Länge/Breite/Höhe
4999/1875–2099**/1472 mm
5060/1900–2156**/1515 mm
Radstand
2923 mm
2995 mm
Grundpreis
64.550 Euro
66.200 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
83.275 Euro
80.660 Euro
Auch die Fahrassistenz legt BMW breiter aus, der 5er lässt sich beispielsweise per Smartphone-Steuerung einparken. Für beide Kombis gilt jedoch: Das Maß an Assistenz- und Multimedia-Ausstattung ist sehr hoch. Ähnlich sieht die Lage an der Luxus-Front aus – mit Vorteil Audi.

Im Avant steckt etwas mehr Luxus

Der A6 verfügt nämlich (über die Ausstattung Tech Pro) über Lenkradheizung, schlüssellosen Zugang und eine sanft helfende Türschließfunktion. Beide Modelle strahlen zudem aus erstklassig hellen und intelligent geregelten Scheinwerfern und klimatisieren über eine Automatik mit vier (!) Zonen – klasse!
Audi A6 Avant TDI quattro 150 kW
Mehr Luxus: In der Ausstattung Tech Pro bietet der A6 unter anderem Annehmlichkeiten wie Lenkradheizung oder Türschließfunktion.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
E-Sitze und E-Lenksäule eingestellt, Fahrmodus ausgewählt – los geht's. Im Audi fällt uns sofort die angenehm (weil tiefer und geführter) ins Auto eingebundene Sitzposition auf. Außerdem kommt im A6 das viel leichtere Fahrgefühl auf. Trotz 80 Kilogramm Gewichtsnachteil macht der A6 in Fahrt die schlankere Figur.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,2 s
2,5 s 
0–100 km/h
7,1 s
7,8 s 
0–130 km/h
12,3 s
13,2 s 
0–160 km/h
20,6 s
22,7 s 
0–180 km/h
28,7 s
31,3 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,3 s
4,4 s 
80–120 km/h
5,6 s
6,1 s
Leergewicht/Zuladung
2077/548 kg
1998/557 kg
Gewichtsverteilung v./h.
53/47 %
49/51 %
Wendekreis links/rechts
11,4/11,4 m
11,9/11,9 m
Sitzhöhe
525 mm
580 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
31,8 m
31,6 m 
aus 100 km/h warm
31,5 m
31,0 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
57 dB(A)
57 dB(A) 
bei 100 km/h
64 dB(A)
63 dB(A) 
bei 130 km/h
67 dB(A)
66 dB(A)
bei 160 km/h
71 dB(A)
71 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
5,4 l D/100 km
5,1 l D/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,6 l D/100 km
(+14 %)
6,2 l D/100 km
(+7 %)
Sportverbrauch
8,6 l D/100 km
8,3 l D/100 km
CO2 (Testverbrauch)
175 g/km
164 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
909 km
967 km
Die Lenkung reagiert zudem feiner, das Auto folgt (auch dank der hervorragend justierten Hinterachslenkung) williger den Kursbefehlen des Fahrers, beruhigt sich auf seitliche Anregungen hin schneller als der forscher neigende 5er. Trotz gefühlt strenger an die Karosserie gebundener Fahrwerkslenker vermittelt der Audi nie das Gefühl, zu steif oder gar hart abzurollen.

Auf Kopfsteinpflaster dröhnt der A6

Die Luftfederung saugt Unebenheiten angenehm unauffällig auf, die Dämpfung erlaubt ohne schwammigen Charakter ein sanftes Nachschwingen auf Bodenwellen – und liefert somit ein sehr angenehmes Reisegefühl. Einziger Schwachpunkt im direkten Vergleich mit dem 5er Touring: Der Audi läuft auf Kopfsteinpflaster dröhnender, geräuschvoller – der kantige Untergrund überträgt sich bis ins Blech.
Audi A6 Avant TDI quattro 150 kW
Querdynamiker: Der A6 fährt sich leichtfüßig, die Lenkung folgt Eingaben präzise – und das Reisegefühl bleibt trotzdem angenehm.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der BMW rollt trotz größerer Räder geschmeidig ab, läuft auch insgesamt trotz kernigerem Motorklangbild so leise wie der A6. Der BMW federt aber eine Spur unwilliger an als der Audi. Die Lenkung reagiert zudem aus der Mitte heraus ungenau, das Gefühl für exakte Geradeausfahrt leidet darunter.

Das schnellere Auto liefert Audi

Mehr Tempo macht der Audi. Unsere Messwerte zeugen von besserem Sprintvermögen, auch im Durchzug kann der leichtere BMW nicht folgen. Am Ende rennt der Avant mit 238 km/h Spitze glatte 20 Sachen schneller als der Touring.
Audi A6 Avant TDI quattro 150 kW BMW 520d xDrive Touring
Vorteil Ingolstadt: Der A6 Avant ist schneller auf Tempo 100 als der 5er Touring, schlägt ihn zudem in Sachen Vmax um 20 km/h.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Dazu passen dann auch die Verzögerungswerte der beiden Kombis. Knapp über 31 Meter aus Tempo 100 schaffen sowohl Audi als auch BMW – das sind Spitzenwerte! So viel Tempo und Komfort – das hat noch nicht einmal ein Nachspiel an der Tanksäule. Beide Autos sind nämlich wahre Kostverächter, was Dieselsprit angeht: 6,2 Liter schafft der BMW im Testmix, 6,6 Liter auf 100 Kilometer der Audi – sauber.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
602
600
Platz
1
2
Testnote
1,6
1,6
Fazit
Komfortabel, schnell und angenehm im Umgang, dabei intelligenter mit 48-Volt-Technik verknüpft.
Motor präsenter, dafür sparsamer. Auch insgesamt etwas günstiger als der A6. Für den Sieg reicht das nicht.
Traumwagen also? Fast. Denn sowohl Audi als auch BMW erlauben sich einen Nervfaktor. Die Bedienkonzepte, die überwiegend per Berührbildschirm arbeiten, stören den Fahrgenuss. Der BMW versteckt Funktionen unter haptisch fragwürdigen Vorwahltasten und überwältigt den Fahrer mit einer gewaltigen Icon-Flotte auf dem Hauptbildschirm. Im Audi verstecken sich dagegen unzählige Untermenüs im Fahrassistenzabschnitt, das Fahrerdisplay wirkt kleinteilig beschriftet, und häufig nervt das Auto mit Warnungen und Signaltönen. Da ist es wieder – bei Audi piept's.

Bildergalerie

Audi A6 Avant TDI quattro 150 kW BMW 520d xDrive Touring
Audi A6 Avant TDI quattro 150 kW
BMW 520d xDrive Touring
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Zwei Diesel-Kombis im Vergleich

Fazit

von

AUTO BILD
Zwei herausragend gute und große Kombis. Modern vernetzt, komfortabel, sicher und schnell. Entsprechend knapp ist das Ergebnis: Der Audi gewinnt mit zwei Punkten Vorsprung. Schade: Das flache Heck kostet Kofferraum.