Audi R8, Nissan GT-R und der neue Porsche 911 Turbo S haben schon allesamt Heldentaten vollbracht und sich in die Herzen der Sportwagenfans gefahren. Der R8 in der limitierten GT-Version ist schnellster Straßen-Audi am Sachsenring, der Nissan beeindruckt nach wie vor mit surrealem Fahrgefühl, während der 911 Turbo dank seines geballten Hightech-Pakets schlichtweg alles in Grund und Boden fährt. Und nun will Jaguar mit dem F- Type hier mitspielen und ebenfalls für Gesprächsstoff sorgen.Jaguar F-Type R Die Eckdaten des R-Modells sind schon mal nicht von schlechten Eltern. V8-Kompressor und 550 PS beeindrucken. Dabei sicherte er sich auch den Titel "Schnellster Jaguar am Sachsenring". Doch kann der Brite auch auf einer anderen Rennstrecke bestehen? Hat er das Zeug, sich gegen das Sportwagen-Establishment durchzusetzen? Wir haben die vier zum Vergleichstest nach Oschersleben gebeten.

Nach wie vor: ein toller V10 im R8

Audi R8 V10 Plus
Auch im fortgeschrittenen Alter ist der R8 noch eine ernstzunehmende Konkurrenz.
Bild: Toni Bader
Audi R8 V10 Plus Ingolstadt schickt seine derzeit stärkste Waffe, den R8 V10 Plus, auf die Strecke. Der Audi ist zwar nicht mehr der Jüngste – 2015 rollt sein Nachfolger in Position –, doch unterschätzen sollte man ihn deswegen noch lange nicht. Flache Schnauze, langes Heck, gläserne Motorenkuppel, kurzer Überhang, dazu Sideblades aus Carbon, LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht und filigrane 19-Zöller mit bremskeramischem Hintergrund. Die große Show gebührt jedoch seinem V10, der noch über freie Atemwege inhaliert, bis 8700 Touren orgelt und dabei auf nur 1666 Kilo Massenträgheit stößt.Nissan GT-R Daneben geht der gleich starke Nissan GT-R als komfortablere Facelift-Version ins Rennen. Dieser überrascht neben seinem Preis allerdings auch auf andere Weise. Inwiefern? Weil er – man muss es so deutlich sagen – eigentlich nur ein Nissan ist und dennoch die Konkurrenz auf der Rundstrecke so gnadenlos jagt, sie oft sogar überholt. Dabei passt er vermeintlich doch so gar nicht in diese Liga.

Langweilig, ein Porsche? Aber nur beinahe

Porsche 911 Turbo S
Der 911 Turbo S brennt auf der Rennstrecke ein wahres Feuerwerk ab.
Bild: Toni Bader
Porsche 911 Turbo S Letzter Kandidat des schnellen Quartetts ist der Porsche 911 Turbo S. 560 PS stark, aerodynamisch und technisch auf Bestzeiten gebürstet. Und im Vergleich zum Jaguar eine fast schon langweilige Erscheinung. Denn geht es um die optische Einordnung des F-Type, so sind die Meinungen in der Redaktion einhellig: Rassig! Eine Skulptur! Vollendet elegant! Doch wir sind nicht nur auf der Suche nach den schönsten Blechkurven – wir schauen auch ganz genau auf die Ideallinie.

Fazit

Der F-Type R hat es in den Olymp der Sportwagen-Liga geschafft. Der Brite überzeugt – in mehrfacher Hinsicht. Zunächst mit einem göttlichen Anblick. Und dann der Klang dieses brachialen Fünfliter-V8, einfach unglaublich. Doch das reicht hier nicht ganz für den Spitzenplatz. Mit Platz zwei – zusammen mit dem Nissan GT-R – brauchen sich die Briten nicht zu verstecken. Mehr Tempo legt die Konkurrenz vor – speziell der Porsche zeigt, wie es richtig geht. Der Turbo S ist derzeit das Maß der Dinge. Keiner läuft schneller – egal ob geradeaus oder um die Kurve. Selbst der Nissan-R verliert am Ende zu viel Zeit, als dass er mit seinem Schnäppchenpreis noch vorbeiziehen könnte. Der nicht mehr taufrische R8 macht immer noch Laune. Allerdings ist der Audi ähnlich teuer wie der 911 – bei schwächeren Fahrleistungen – es wird Zeit für den Nachfolger. Dessen Potenzial zeigt die Performance seines Konzernbruders Lamborghini Huracán auf.