Audi Q3: Dauertest
Miniteil stoppt den Audi Q3

Ein Metallring zerbröselt im Getriebe, dazu Ausfälle an den Xenonlampen und an der Abgasanlage: Insgesamt verlief der Dauertest für den teuren Audi Q3 desaströs.
Bild: Uli Sonntag
- Manfred Klangwald
- Joachim Staat
Die Geschichte dieses Dauertests beginnt ausnahmsweise nicht bei AUTO BILD, sondern im hessischen Baunatal. Im Getriebewerk des VW-Konzerns, wo ein Roboter lernte, automatisch kleine Einstellscheiben ins Gehäuse zu setzen. Da sind Maschinen manchmal schusselig wie junge Lehrlinge. An seinem ersten Tag ließ der Roboter achtmal die Scheibe fallen. Mal auf den Hallenboden, mal ins Direktschaltgetriebe. Daneben stand ein Monteur, der per Hand korrigieren sollte – was mindestens einmal nicht klappte. Ausgerechnet so ein Getriebe kam in einem Audi Q3 2.0 TDI Quattro zu AUTO BILD, wo die Scheibe lange unentdeckt blieb, bis sie – Sie ahnen es! – böse ins Räderwerk griff.
Hohe Erwartungen

Die Lackfarbe Samoa-Orange sorgt mit Sicherheit für jede Menge Aufsehen.
Bild: Sven Krieger
Mehr zum Thema: Die Dauertest-Rangliste mit allen Testergebnissen
Im Überblick: Alle Infos zum Audi Q3
Lifestyle statt Lastesel

Warum sitzt der MMI-Drehregler eigentlich nicht auf der Mittelkonsole?
Bild: Sven Krieger
100.000 Kilometer in 17 Monaten
Womit wir zur Schokoladenseite des Q3 kommen, den Archivar Willi Kock eine "Fahrmaschine" nennt. Wie bitte, ein SUV als Fahrmaschine? Richtig, denn die Kombination aus Antrieb und Fahrwerk begeistert während der Dauertest-Distanz fast durchweg. Verblüffend, wie flott und leichtfüßig der Kompakte antritt und die Kurven nimmt, angefeuert vom zu Recht so beliebten Zweiliter-Diesel. Der TDI geht mit seinen 177 PS wie der Teufel, sprintet gegen Testende sogar flotter als zu Beginn und kommt im Schnitt mit 8,2 Litern aus. Anders als manch schaukeliger SUV liegt der Q3 auch bei Top-Speed sicher, die Federung trifft die goldene Mitte zwischen Straffheit und Schluckvermögen. Kein Wunder, dass der beliebte Audi die 100.000 Kilometer in nur 17 Monaten abspult.
"Peitscheneffekt" in der Stadt

Auf langen Strecken erfreut der Q3 seine Fahrer, im Stadtverkehr leistet er sich Schwächen.
Bild: Bozo Furkes
Rasseln im Getriebe
Dass zum Ende die Batterie im Schlüssel nachlässt, verblasst gegen den Ärger mit dem Getriebe. Nach 96.025 Kilometern rutschen die Gänge durch, an einer Autobahnsteigung rasselt es metallisch. Die aus Baunatal angereisten Experten wechseln zweimal das Öl, was die Probleme nur mildert, nicht beseitigt. Zum Schluss wird die S-tronic ausgebaut und im Werk untersucht – wo der Einstellring wieder auftaucht. Besser: dessen Reste, die Audis Desaster mit dem Q3 komplett machen.

Dieser Einstellring ist im Getriebe des Q3 zerbröselt. Audi betont, dass das heute nicht mehr passieren kann.
Bild: Dekra
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