Audi Q3, F3: Kaufberatung
Kaufberatung zum neuen Audi Q3

In der zweiten Generation ist der Audi Q3 deutlich gewachsen. Und in seinem Fall gehen Wachstum und Reifung im Gleichschritt einher. AUTO TEST stellt das SUV im Format Kompakt plus vor.
- Attila Langhammer
Die zweite Generation des Audi Q3, Typ F3, steht seit wenigen Monaten bei den Händlern. Die Veränderungen in puncto Optik verorten wir gegenüber dem Vorgänger irgendwo zwischen moderat und markant – zwar deutlicher, als es manch anderer Hersteller beim Modellwechsel wagt, aber nicht so mutig, wie es dem Neuen gerecht würde. Denn auf technischer Seite hat sich richtig viel getan. An erster Stelle führen wir hier das Wachstum an. Der zweite Q3 ist im Radstand fast acht Zentimeter und in Gänze fast zehn Zentimeter länger. Von diesem Größenwachstum profitiert der gesamte Innenraum. Im Vorgänger litten groß gewachsene Fahrer aufgrund der hohen Sitzposition unter dem störend ins Sichtfeld ragenden Dachhimmel – passé. Passagiere in Reihe zwei haben sogar mehr Raum als gleichenorts im Audi Q5 – noch Fragen? Und das Gepäckabteil fasst jetzt schon im Minimalzustand einen großen Koffer mehr als der Vorgänger (plus 70 Liter), beim Maximalmaß (plus 160 Liter) dürfen es sogar deren zwei sein.
Serie: Kombiinstrument mit 10,25-Zoll-Diagonale
Video: Audi Q3 (2018)
Erste Fahrt im neuen Q3
Gebrauchtwagenbörse: Audi Q3 finden
Bemühen um eine gesteigerte Ergonomie
Die Mittelkonsole des Q3 ist übrigens um zehn Grad zum Fahrer hin geneigt. Mit diesem Ansatz, den BMW in stärkerer Ausprägung schon 1975 beim ersten 3er (E21) verfolgte, wollen die Ingolstädter die Ergonomie steigern. Gleichzeitig wird diese gute Absicht durch die Positionierung des Lautstärkereglers am rechten unteren Rand der Mittelkonsole konterkariert. Denn dort ist der Drehregler aus keiner ordentlichen Sitzposition heraus bequem zu erreichen. Wir haben uns jedenfalls relativ zügig die Bedienung mit der kleinen Walze in der linken Speiche des serienmäßigen Multifunktionslenkrads angewöhnt. Oder Sie nutzen die ebenfalls zum Serienumfang gehörende Sprachsteuerung – die funktionierte bei uns aber nicht so organisch, wie wir uns das vorgestellt hatten. Nach diesem Exkurs in die Konnektivität kommen wir nochmal auf die Ausstattung allgemein zu sprechen. Einerseits überzeugt so ein Standard-Q3 mit Akustikverglasung der Frontscheibe, lichtstarken LED-Scheinwerfern (aber Blinkern mit Glühbirnen), längsverschiebbarer Rücksitzbank mit neigbarer Lehne sowie beheiz- und elektrisch einstellbaren Außenspiegeln. Die zugehörigen Stoffsitze müssen andererseits aber manuell justiert werden. Und eine Komfortaufwertung durch Akustik-Seitenscheiben ist leider nicht möglich.
Empfehlenswerte Extras ohne Linienzwänge

Die beiden Sondermodelle Edition One in Grau (10.200 Euro) und Orange (9870 Euro) bauen stets auf der S Line auf.
Der Topdiesel kostet 5100 Euro Aufpreis

Das Kürzel 45 TFSI am Heck ziert den zurzeit amtierenden Spitzenbenziner mit 230 PS. Der RS Q3 mit 420 PS soll 2020 folgen.
Das komfortable Fahrgefühl wurde weiter verfeinert

Mit der Progressivlenkung reduziert sich die Lenkübersetzung von 14,8:1 mit zunehmendem Lenkeinschlag hin zu 11,4:1. Dadurch wird sie direkter.
Der Aufpreis gegenüber dem Vorgänger ist mehr als fair
Die Messung des Wendekreises absolviert der Q3 links herum mit 11,6 und rechts herum mit 11,7 Metern. Das sind keine spektakulären Werte, gehen aber für ein Auto dieses Formats völlig in Ordnung. Mit der Fahrmodustaste lässt sich das Wesen des Q3 auf sechs voreingestellte Charakteristika – automatisch, dynamisch, effizient, komfortabel, offroad und individuell – einstellen. Mit den programmierten Voreinstellungen werden beispielsweise die Klimaanlage, die Lenkunterstützung oder die Motorcharakteristik und, sofern vorhanden, auch das Adaptivfahrwerk, der Adaptivtempomat und die Schaltcharakteristik der Automatikgetriebe beeinflusst. Das funktioniert spürbar, manchmal aber auch etwas unbefriedigend. So wirkt die Klimaautomatik im Effizienzmodus etwa an kalten Wintertagen etwas schlapp. Sie lässt sich aber trotz effizienter Fahrzeugeinstellung auch im normalen Modus nutzen. Oder sie schalten einfach die Lenkradheizung (340 Euro) ein. Gefertigt wird der neue Q3 im ungarischen Györ, der Vorgänger stammt aus dem spanischen Martorell. In Anbetracht der massiven Veränderungen, die im neuen Q3 stecken, erscheint uns der Aufpreis von rund 3500 Euro gegenüber dem letzten Neupreis des Vorgängers fast schon als Schnäppchen.
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