Zwei Hybrid-SUVs im Test

Audi Q5, Mercedes GLC: Hybrid-SUVs im Test

Steuerspar-Modelle GLC und Q5

Das E im Kennzeichen verrät den Hybridantrieb: Audi Q5 und Mercedes GLC haben den gleichen Steuervorteil und versprechen das Blaue vom Himmel. Zu Recht?
Platz 1 mit 539 von 750 Punkten: Audi Q5 55 TFSI e quattro. Er ist stärker, flotter, variabler durch Verschieben der Rückbank, günstiger in der Wartung und ein knapper Sieger. Basispreis: 60.450 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 11.748 Euro)
Platz 2 mit 536 von 750 Punkten: Mercedes GLC 300 e 4Matic. Er ist geräumiger, komfortabler, agiler, leichter, bremst besser und ist günstiger beim Kauf. Ein sehr guter Zweiter. Basispreis:
56.109 Euro
(Ersparnis bei carwow.de bis zu 6.228 Euro)
Wenn das Finanzamt schreibt, brennt sich jede Zahl ins Hirn. Zum Beispiel die über 3000 Euro, die man mit einem Hybrid-Dienstwagen weniger versteuern muss. In Worten: dreitausend! Jedes Jahr, weil für Autos mit zwei Motoren seit Anfang 2019 nur der halbe geldwerte Vorteil zu versteuern ist: beim Mercedes GLC 300 e exakt 280,54 statt 561,09 Euro monatlich. Anders gesagt: SUV fahren zum Golf-Kurs, macht es da klick? Interessiert Sie nicht? Dann fahren Sie keinen Dienstwagen, könnten hier aber lernen, warum immer mehr Besitzer auf einen Hybriden umsteigen: Audi Q5 55 TFSI e oder Mercedes GLC 300 e sind fahrende Steuersparmodelle, optimiert aufs Gesetz.

Der Audi hat die etwas besseren Fahrleistungen

Da geht die Post ab: Wer die vollen 367 PS des Q5 abruft, ist in schlanken 5,6 Sekunden auf Tempo 100.

Weil sie mit einem leichten Gasfuß im Test 34 Kilometer (der Audi 36 km) rein elektrisch fahren, genießen sie den gleichen Steuervorteil wie reine E-Autos – ohne deren Nachteile wie lange Ladezeiten oder kurze Reichweiten. Der Audi Q5 kommt voll geladen mit Sprit und Strom 596 Kilometer weit. Verlockend. Wo liegt der Haken? Erst mal beim Kauf. Der Hybrid Q5 55 TFSI e kostet 8400 Euro mehr als der reine Benziner (Mercedes: 2522 Euro). Dafür gibt's ein sattes Mehr: den zusätzlichen E-Motor, 280 Kilogramm mehr Gewicht und vor allem mehr Dampf. Wie 367 PS den fetten Audi beim Kickdown in eine Flipperkugel verwandeln, zaubert dir Grinsefalten ins Gesicht. Der Mercedes ist trotz 47 PS weniger bis 100 km/h kaum langsamer. Zudem sind die Hybride lecker ausgestattet: der Q5 mit LED-Scheinwerfern, Drei-Zonen-Klima, 18-Zoll-Rädern und S-line-Dekor, der GLC hat größere Räder. Von wegen Sparmodelle, das sind Luxushappen für verwöhnte Kundschaft.

Beim Fahrwerk liegt der Mercedes klar vorne

Gut abgestimmt: Das Luftfahrwerk des GLC passt besser zum SUV als der etwas zu harte Q5.

Hinterm Lenkrad wartet eine aufwendige Bedienwelt: Drei Hybridprogramme (nur Stromer, nur Benziner und beide zusammen) liegen bei Audi hinter einer EV-Taste, bei Mercedes in der bekannten Programmwippe. Herumspielen kann man reichlich, die meisten werden in "Hybrid" starten und die große Bandbreite genießen: je nach Gasfuß die Flipperkugel oder das sparsame Pingpong aus Stromern und Benziner-Einsatz. Beiden Verbrennern tut der E-Motor spürbar gut. Die Benziner klingen leise und kultiviert und wirken wacher als gewohnt. Nur der Q5 gönnt sich manchmal ein Turbosekündchen. Die Getriebe schalten schlafwandlerisch sicher, die leichten Schaltrucke beim Einsetzen der Power und der Straßenbahnsound beim Abbremsen lassen sich locker verschmerzen. Diese Hybride haben Klasse – kultivierter als Diesel, eleganter als die Power-Benziner namens RS oder AMG.
Nur: von Sportgeist keine Spur mehr. Über zwei Tonnen schieben beim Bremsen und in Kurven wie eine unsichtbare Faust im Nacken. Deshalb passt die komfortbetonte Luftfederung des GLC (2261 Euro Aufpreis) mit ihrem gelassenen Schwingen besser zum SUV als der grundsätzlich straffere Q5. Der leidet aber auch unter seinen angeberischen 21-Zoll-Rädern.

Die beiden Plug-in-Hybride sparen nur bei der Steuer

Von wegen sparsam: Im Testdurchschnitt genehmigte sich der Q5 9,5, der GLC 9,6 Liter auf 100 Kilometer.

Der Audi erhält dafür seine volle Batterieladung ("Battery hold") konsequenter als der Mercedes, der im Stadtverkehr auch in "Battery level" immer wieder den E-Motor zuschaltet. Auf 100 Kilometern sank die Ladung auf 70 Prozent, was Reichweite kostet, will man am Ziel in der Stadt nur mit Strom fahren. Den Akku unterwegs mit dem Verbrenner zu laden, das lassen beide Hybride neuerdings nicht mehr zu. "Energetisch unsinnig", heißt es bei den Herstellern. Unser Vergleich entlarvt die Brocken als falsche Umweltfreunde. Der GLC verbraucht beim reinen Stromern 11,2 kWh auf seinen 34 Kilometern oder 9,5 Liter Super auf 100 km. Der Audi 12,8 kWh oder 9,6 Liter. Wichtige Zahlen, weil viele Dienstwagenfahrer das Kabel niemals einstöpseln. Sprit gibt's umsonst, Strom kostet. Und sei es nur Mühe. Dass ein Diesel sparsamer ist, sollte nicht nur den Arbeitgeber interessieren, der die Tankkarte bezahlt. Sondern auch das Finanzamt.
Das Fazit von Joachim Staat: Imponierend, die Bandbreite dieser Hochsitze: Von lokal sauber stromern bis Baller-Boost können sie alles. Die Zweitonner sind keine Sparer, sondern nur Steuersparer. Zu Unrecht!

Zwei Hybrid-SUVs im Test

Audi Q5 Mercedes GLCMercedes GLCAudi Q5

Autoren: Dennis Heinemann,

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