Audi Q5 SUV TDI quattro, Mercedes GLC 220 d 4Matic, BMW X3 20d xDrive: Test
Drei Top-Mittelklasse-SUV mit Diesel im Vergleich

Als Dienstwagen begehrt, als Familienfreund beliebt: Top-SUV der Mittelklasse. Der neue Audi Q5 im Vergleich mit BMW X3 und Mercedes GLC.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Drei Mittelklasse-SUV mit Diesel
Ist ja auch logisch: Da fährt hohes Markenprestige mit, da steckt stattliche SUV-Attitüde drin, da gibt's viel Funktionalität und Platz fürs Geld. Und vor allem einen sparsamen Antrieb ohne jede Reichweitenangst und absolut frei von Ladepausen-Terror.
In jedem Kandidaten steckt ein Mildhybrid
Ganz nebenbei: Etwas Elektroauto schimmert trotzdem durch die Motorhaube – in den drei SUV hält eine 48-Volt-Elektrotechnik den Dieselmotor zusätzlich auf Trab. Bestes Beispiel: Der 2,0-Liter-Vierzylinder des Q5 TDI quattro 150 kW erhält von gleich zwei kleinen E-Maschinen Hilfe.

Ganz ohne E geht es nicht: In allen drei Testkandidaten wird der zwei Liter große Turbodiesel von einem Mildhybrid-System unterstützt.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Ein Startergenerator ist per Rippenriemen mit dem Verbrenner verknüpft, am Getriebeausgang bringt eine zweite Maschine die Kardanwelle auf Touren. So kann der Audi gaaanz sachte mit 18 kW Leistung elektrisch anfahren, besonders fix starten, Energie zurückgewinnen, entspannt segeln und vor allem viel Kraftstoff sparen. Knapp über sechs Liter wären nach WLTP möglich – behauptet Audi.
Mercedes verspricht den kleinsten Verbrauch
Ähnlich tönen BMW und Mercedes auch, setzen ebenfalls auf die Unterstützung der Vierzylinder-Diesel durch 48-Volt-Elektrosysteme. Auch hier ermöglicht zusätzliche Energie aus Akkus kultivierte Zusatzkraft und schlaue Nutzung der Motorlasten. BMW nennt infolge der leichten Elektrifizierung 6,0 Liter Verbrauch, Mercedes meldet 5,6 Liter Dieseldurst auf 100 Kilometer an.

Besonders sparsam: Nach WLTP verspricht Mercedes für den GLC 220d einen Verbrauch von 5,6 l/100 km. Im Test schafft er das nicht ganz.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Wer von Audi, BMW und Mercedes am dichtesten an der Wahrheit ist und den Kniff auch sonst am besten umsetzt, klärt der Vergleichstest nach Punkten. Im Rennen dabei: Audi Q5 TDI quattro 150 kW, BMW X3 20d xDrive und Mercedes GLC 220 d 4Matic. Für alle gilt: Allradantrieb und Automatik fahren in diesen Konfigurationen serienmäßig mit. Alles drin.
Testwagenpreise bei rund 73.000 Euro
Zuerst zum dicksten Haar in der Suppe: So etwas gibt es nicht geschenkt. Mindestens 57.100 Euro verlangt Audi für den neuen Q5 TDI 150 kW, bei BMW starten die X3-Preise für einen 20d bei 62.300 Euro und Mercedes verkauft den GLC 220 d ab 63.070 Euro.

Premium kostet premium: Während sich der Q5 beim Grundpreis noch als Günstigster erweist, liegen die Testwagen dann fast gleichauf.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die für diesen Test bewertungsrelevanten Extras addieren wir hinzu. Beispielsweise gehören geräuschdämmende Verglasung (bei Audi und Mercedes), adaptive Fahrwerke (bei allen drei Kandidaten) oder große Räder (Audi und BMW) beziehungsweise spezielle Bereifung (Mercedes) dazu. Unter dem Strich stehen dann Preise um 73.000 Euro auf der Rechnung.
Fahrzeugdaten
Modell | Audi Q5 SUV TDI quattro 150 kW | BMW X3 20d xDrive | Mercedes GLC 220 d 4Matic |
|---|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid | Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid | Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid |
Einbaulage | vorn längs | vorn längs | vorn längs |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Zahnriemen | Kette | Kette |
Hubraum | 1968 cm³ | 1995 cm³ | 1993 cm³ |
Leistung bei 1/min | 150 + 18 kW (204 + 24 PS)/3800 | 145 + 8 kW (197 + 11 PS)/4000 | 145 + 17 kW (197 + 23 PS)/3600 |
Drehmoment bei 1/min | 400 Nm/1750 | 400 Nm/1500 | 440 Nm/1800 |
Vmax | 226 km/h | 215 km/h | 219 km/h |
Getriebe | Siebgang-Doppelkupplung | Achtstufenautomatik | Neunstufenautomatik |
Antrieb | Allradantrieb | Allradantrieb | Allradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 255/40 R 21 Y | v. 255/45 R 20, h. 285/40 R 20 Y | v. 235/55 R 19, h. 255/50 R 19 Y |
Reifentyp | Michelin Pilot Sport 4 SUV | Continental SportContact 7 | Bridgestone Turanza T005 |
Radgröße | 8 x 20" | v. 9 x 20", h. 10,5 x 20" | v. 8 x 19", h. 9 x 19" |
Abgas CO2 | 167 g/km | 157 g/km | 147 g/km |
Verbrauch* | 6,4 l/100 km | 6,0 l/100 km | 5,6 l/100 km |
Tankinhalt | 65 l | 60 l | 62 l |
Kraftstoffsorte | Diesel | Diesel | Diesel |
SCR-Kat/AdBlue-Tankinhalt | S/24 l | S/k. A. | S/24 l |
Vorbeifahrgeräusch | 65 dB(A) | 65 dB(A) | 68 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 2400/750 kg | 2500/750 kg | 2500/750 kg |
Stützlast | 100 kg | 100 kg | 100 kg |
Kofferraumvolumen | 520–1473 l | 570–1700 l | 620–1680 l |
Länge/Breite/Höhe | 4717/1900–2155**/1625 mm | 4755/1920–2132**/1660 mm | 4716/1890–2075**/1640 mm |
Radstand | 2823 mm | 2865 mm | 2888 mm |
Grundpreis | 57.100 Euro | 62.300 Euro | 63.070 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 72.940 Euro | 72.680 Euro | 73.780 Euro |
Dabei ist der BMW der beste Kauf unter dem Doppelstrich – denn die Münchner stehen wertstabiler da, bieten eine dreijährige Gewährleistung, ein X3 muss nur alle zwei Jahre zur Inspektion.
BMW gibt den talentierten Transporter
In den funktionalen Fähigkeiten liegen die drei SUV dicht beieinander – ebenfalls mit verschmerzbaren Differenzen. So verfügt der Audi über eine verschiebbare Rückbank, das erhöht die Variabilität. Der Mercedes dagegen bietet mit seiner sehr weit aufschwenkenden Heckklappe einen kleinen praktischen Vorteil. Auch hat der GLC den größeren Frachtraum, nimmt es mit mindestens 620 Liter Gepäck auf.

Mit 612 Kilo darf der BMW X3 in unserem Test am meisten schleppen – und seine 1700 Liter Maximalvolumen sind ebenfalls Spitze.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der BMW darf im Gegensatz dazu schwerere Lasten schultern – wir haben beachtliche 612 Kilogramm Zuladung errechnet. Punktabzug gibt es für die ausladenden Trittbretter des GLC (spezielle Option des Testwagens): Über diese Verbreiterung hinweg müssen Fondpassagiere unwürdig mühselig ins Auto kraxeln.
So weit, so praktisch. Noch wichtiger: Wie fahren die drei Burschen denn? Antwort: sauber! Echte Mängel haben wir nämlich keine ausmachen können. Allenfalls charakterliche Unterschiede. So wirkt der Audi besonders spritzig, leicht und vergnüglich.
Audi Q5 ist der Dynamiker im Test
Tatsächlich fühlt sich der Q5 TDI angenehm agil und stark im Vorwärtsdrang an, wirkt in der Gewichtsverteilung ausgewogen und sprintet zügiger als Mercedes und BMW. Dabei hilft ihm die E-Maschine am Getriebeausgang – speziell aus dem Stand heraus setzt sich der TDI leichtfüßiger in Marsch.

Sprintsieger: Mit 7,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 ist der Q5 schneller als X3 und GLC. Auch die erstklassigen Bremsen überzeugen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Zum positiven Fahrgefühl passen die erstklassigen Bremsen. Wir haben als Spitzenwert (aus100 km/h bis zum Stillstand) gut 32 Meter ermittelt – klasse! Nicht ganz so schön: Die Lenkung des Q5 passt nicht zum präzisen Fahrgefühl, wirkt um die Mittellage herum taub, stellt schwach zurück und wird mit zunehmendem Einschlag dann hektisch.
Modell | Audi Q5 SUV TDI quattro 150 kW | BMW X3 20d xDrive | Mercedes GLC 220 d 4Matic |
|---|---|---|---|
Beschleunigung | |||
0–50 km/h | 2,2 s | 2,5 s | 2,8 s |
0–100 km/h | 7,3 s | 7,7 s | 8,6 s |
0–130 km/h | 12,6 s | 13,3 s | 14,2 s |
0–160 km/h | 21,6 s | 22,4 s | 22,2 s |
Zwischenspurt | |||
60–100 km/h | 4,3 s | 4,3 s | 4,9 s |
80–120 km/h | 5,8 s | 5,9 s | 6,0 s |
Leergewicht/Zuladung | 2045/550 kg | 1923/612 kg | 2044/506 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 55/45 % | 50/50 % | 52/48 % |
Wendekreis links/rechts | 12,0/12,0 m | 11,8/12,0 m | 11,1/10,9 m |
Sitzhöhe | 650 mm | 700 mm | 690 mm |
Bremsweg | |||
aus 100 km/h kalt | 32,8 m | 34,1 m | 35,2 m |
aus 100 km/h warm | 32,4 m | 34,1 m | 33,7 m |
Innengeräusch | |||
bei 50 km/h | 55 dB(A) | 57 dB(A) | 55 dB(A) |
bei 100 km/h | 61 dB(A) | 64 dB(A) | 62 dB(A) |
bei 130 km/h | 66 dB(A) | 67 dB(A) | 65 dB(A) |
Verbrauch | |||
Sparverbrauch | 6,1 l D/100 km | 5,2 l D/100 km | 5,3 l D/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 7,6 l D/100 km (+19 %) | 6,8 l D/100 km (+13 %) | 7,0 l D/100 km (+25 %) |
Sportverbrauch | 10,1 l D/100 km | 9,6 l D/100 km | 9,4 l D/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 201 g/km | 180 g/km | 185 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 855 km | 882 km | 885 km |
So etwas passiert dem BMW nicht. Er trifft die Mischung aus aktivem Kurvenfahrgefühl und sattem Reiseschnüren. Sein 2,0-Liter-Diesel klingt etwas lauter als der TDI des Audi, dafür läuft er in der Praxis sparsamer. Die Automatik des X3 schaltet enorm unauffällig und vor allem viel schneller nach Kick-down-Befehlen runter als die Automatik im Audi.

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Federung des BMW bietet gute Reserven auf derben Buckeln, könnte allerdings sensibler auf kurze Unebenheiten ansprechen. Auch rollen die großen Reifen (20 Zoll des Testwagens) kantig ab.
Nochmals gelassener kommt der GLC rüber. Die Luftbälge des Fahrwerks sortieren Unebenheiten sauber weg, das Lenkgefühl passt zum großen wie schweren Mercedes. Außerdem verleiht ihm die Hinterachslenkung ein angenehm handliches Gefühl in der Stadt und souverän-stabile Spurwechselmanöver auf der Autobahn. Darüber hinaus verhält sich der GLC in Ausweichsituationen vorbildlich trittsicher und wird herausragend fein vom ESP eingefangen.
Platzierung
Modell | BMW X3 20d xDrive | Audi Q5 SUV TDI quattro 150 kW | Mercedes GLC 220 d 4Matic |
|---|---|---|---|
Punkte* | 566 | 558 | 552 |
Platz | 1 | 2 | 3 |
Testnote | 2,0 | 2,1 | 2,2 |
Fazit | Bestes Antriebspaket, sparsamer, unter dem Strich das günstigste Angebot. | Fahraktiver als die Konkurrenz, dabei komfortabel. Schwächer vernetzt. | Geräumig, top gefertigt, bestens "connected" – jedoch auch teurer. |
Unser einziger Kritikpunkt gilt der Maschine: Sie läuft bei aller Kraft – dickstes Drehmoment hier im Feld – unter Last etwas derber und subjektiv präsenter als die Vierzylinder der Konkurrenten. Sehr gut: Trotz über zwei Tonnen Leergewicht verbrennt der 220 d nur geringfügig mehr Kraftstoff als der leichtere X3 – und damit über einen halben Liter Diesel auf 100 Kilometer weniger als der Q5. Nach Punkten an dieser Stelle liegt dennoch der BMW vorn. Damit gilt für den X3: Da steckt alles drin – sogar ein Sieger.
Fazit
Am Ende steht eine glasklare Kaufempfehlung für diese drei Top-SUV. Weil in Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLC uneingeschränkte Alleskönner mit hoher Fahrkultur, Fahrspaß und bestem Alltagsnutzen schlummern. Zumal mit den sparsamen Dieseln. Das meiste Auto fürs Geld und den höchsten Fahrwert liefert dabei der BMW X3.
Service-Links






































