Audi RS 6 Avant (2020): Fahrbericht

Audi RS 6 Avant (2020): Fahrbericht

Audi RS 6 Avant (2020): Test, Fahrbericht, Mildhybrid-V8, quattro

Allradlenkung macht den RS 6 extrem agil

Audi legt den RS 6 Avant neu auf und spendiert ihm eine Allradlenkung. Die macht den großen Kombi richtig flink, wie die erste Testfahrt zeigt!
Der RS 6 Avant geht in die vierte Runde! 25 Jahre nach dem ersten Sportkombi von Audi präsentieren die Ingolstäder ihren neuesten Oberklassekombi mit Tourenwagengenen. Neben einer optionalen Allradlenkung wird der RS 6 erstmals als Mildhybrid elektrifiziert. AUTO BILD ist das Kraftpaket mit Alltagsnutzen gefahren.

Gekonnter Spagat zwischen Reisekombi und Sportwagen

Der RS 6 Avant schafft den Spagat zwischen Reisekombi und Sportwagen.

Schon auf den ersten Metern im großen Kombi fällt auf: Der RS 6 bleibt sich auch in der vierten Generation treu und setzt wieder einmal zum Spagat zwischen Reisekombi und Sportwagen an. Welches Gesicht er dabei zeigt, kommt ganz auf das gewählte Fahrwerk an. Mit der serienmäßigen Luftfeder kommt im RS 6 das Reisefieber auf. Das Fahrwerk ist komfortabel, ohne schwammig zu sein – so macht auch die Langstrecke Spaß. Im Dynamikmodus wird der Avant spürbar härter, Wankbewegungen sind trotzdem noch zu wahrzunehmen. Wen das stört, greift zum optionalen Stahlfahrwerk mit adaptiven Dämpfern. Das ist selbst in der komfortabelsten Einstellung schon recht straff und lässt den RS 6 im Dynamik-Modus zum Sportwagen werden.

Allradlenkung macht den RS 6 deutlich agiler

Mit der neuen Allradlenkung geht der große Kombi richtig gut ums Eck.

Die optionale Allradlenkung dreht die Hinterräder bis zu fünf Grad ein und lässt den rund fünf Meter langen Kombi deutlich kürzer wirken. Damit machen selbst enge Spitzkehren Laune, die Lenkung macht den RS 6 deutlich agiler. Dank der bis zu 22 Zoll großen Rädern mit 285er-Bereifung und dem optionalen quattro Sportdifferenzial klebt der Kombi in den meisten Situationen geradezu auf der Straße.

Bildergalerie Audi RS 6 Avant (2019)

Tiptronic zeitweise etwas träge

Dank 48-Volt-Bordnetz soll der Verbrauch sinken. Der neue Mildhybrid rekuperiert mit bis zu 12 kW.

Der V8-Biturbo leistet im neuen RS 6 600 PS und 800 Nm. Der Sprint von 0 auf 100 km/h soll laut Hersteller in 3,6 Sekunden über die Bühne gehen. Der Motor ist drehfreudig und liefert seine Leistung über ein breites Drehzahlband. Dabei ist der RS 6 keineswegs sprunghaft. Wer seinen Gasfuß im Griff hat, kann den Sportkombi sehr behutsam und brav bewegen. Bei dynamischer Fahrt schmälert die Achtgang-Tiptronic das dynamische Fahrerlebnis in aufeinanderfolgenden Kurven. Hier reagiert das Getriebe nicht immer so schnell wie erwartet. Wer manuell über die Peddals am Lenkrad schaltet, umgeht dieses Problem. Sehr erfreulich: Das Getriebe lässt die gewählten Gänge hier sehr lange stehen, ohne einzugreifen. Der Fahrer hat also volle Kontrolle über die aktuelle Fahrstufe.

48-Volt Bordnetz elektrifiziert den RS 6

Die Luftfeder ist beim RS 6 serienmäßig, optional gibt es ein Stahlfahrwerk mit adaptiven Dämpfern.

Der neue RS 6 ist ein Mildhybrid und verfügt über ein 48-Volt-Bordnetz. Das erlaubt dem Avant bei ausgeschaltetem Motor zu segeln. Möglich macht das ein Riemen-Starter-Generator. Er kann bei Bedarf mit bis zu 12 kW rekuperieren und somit das System mit Energie versorgen. In der Praxis schaltet der RS 6 seinen Motor im Teillastbereich im Modus "Efficiency" aus. Wird das Gaspedal wieder betätigt, springt der Vierliter-Biturbo sofort wieder an. Zusammen mit der Zylinderabschaltung, die den V8 zum Vierzylinder werden lässt, soll das System den Verbrauch um bis zu 0,8 Liter reduzieren. Auf der Testfahrt waren bei stiefmütterlicher Behandlung des Gaspedals Werte unter 10 Liter im Bordcomputer zu lesen. Fährt man aber ambitionierter, werden locker 20 Liter auf hundert Kilometern fällig.

Partikelfilter dämpft den Sound

Etwas enttäuschend ist der Klang des neuen RS 6. Bei Betätigung des rot umrandeten Startknopfes ist donnerndes Grollen aus dem Auspuff zu hören. Während der Fahrt gibt sich der Avant zwar sportlich, aber nicht wirklich dominant. Die Ursache dafür ist beim Partikelfilter zu suchen. Schade, denn etwas mehr Sound dürfte es im Sportmodus schon sein. Dafür stimmt die Geräuschdämmung des RS im Comfort-Modus. Dann wird es im RS 6-Innenraum flüsterleise.
Fazit von Andreas Huber: Understatement geht anders. Der neue RS 6 ist extrovertierter denn je und auf allen Ebenen ein Pfund. Wer 117.500 Euro übrig hat, bekommt ein Auto, das viel Platz und vor allem jede Menge Fahrspaß bietet. Leider leidet der Sound unter den neuen Abgasnormen.

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