Wer seinem Auto ein neues Äußeres verpassen möchte, muss nicht sofort zu einer teuren neuen Lackierung greifen. Eine Alternative ist das Folieren, auch "Car-Wrapping" genannt. Dabei wird das Auto mit einer speziellen Folie komplett oder teilweise beklebt, die jederzeit wieder schnell entfernt werden kann. Renommierte Hersteller geben meist fünf bis sieben Jahre Garantie auf das Ablösen oder das Ausbleichen des Materials.
Außerdem hat das Folieren des Autos gegenüber der Lackierung verschiedene Vorteile: Die Kosten sind geringer und die Folie schützt den Original-Lack vor Steinschlägen und Kratzern. Somit steigen bei einem Verkauf des Fahrzeugs die Chancen auf einen guten Preis.
Mit der Methode des Folierens kann der eigene Wagen leicht zu einem Unikat gemacht werden, der Fantasie sind dabei (fast) keine Grenzen gesetzt. Wer zum Beispiel seinen Firmenwagen in ein fahrendes Werbeplakat umgestalten möchte, kann die Technik des Car-Wrappings anwenden. Wie das Folieren eines Autos genau funktioniert, welche Kosten dabei entstehen und was Sie sonst noch dazu wissen sollten, verrät Ihnen AUTO BILD.

Was kostet eine Auto-Folierung?

Wer sich für das Folieren seines Autos entscheidet, kann im Vergleich zum Lackieren viel Geld sparen. Kostet eine Auto-Vollfolierung mindestens zwischen 2500 und 6000 Euro, so müssen für eine Lackierung schnell 8000 bis 10.000 Euro bezahlt werden. In beiden Fällen gilt: Der Preis ist abhängig von der Werkstatt, dem Fahrzeug, den Kundenwünschen und der Folie bzw. vom Lack.
Konkrete Preis-Beispiele nennt uns die Firma Nato-Oliv, einer Werkstatt für Auto-Folierungen in Hamburg: Bei einem Kompaktwagen wie der Mercedes A-Klasse starten die Preise bei etwa 3800 Euro. Das Folieren einer großen Limousine (etwa BMW 5er) oder eines großen SUV wie dem Audi Q7 kostet dagegen mindestens 5000 bis 5500 Euro. Richtig teuer wird es, wenn auch die Einstiege und Türinnenseiten foliert werden sollen. Dann wird aus der 5000-Euro-Folierung für den BMW 5er schnell eine 9000-Euro-Folierung – denn die Folierung dieser Bereiche ist sehr aufwendig. Viele Kunden haben außerdem Spezialwünsche, die die Gesamtkosten einer Folierung in fünfstelligen Bereiche treiben können.
Tipp von Nato-Oliv: Am besten mit dem Wagen zur Werkstatt fahren. Die Folierer nehmen das Auto in Augenschein, können den Zustand des Lacks bewerten und beurteilen, ob eventuell Vorarbeiten wie zum Beispiel das Entfernen von Rost oder Kratzern geleistet werden müssen. Bei einer persönlichen Beratung kann der Preis leichter und auch viel genauer ermittelt werden.

Auto-Folierungen: Welche gibt es?

  • Car-Wrapping: Beim Car-Wrapping werden Kunststofffolien großflächig auf das Fahrzeug aufgebracht. Die Folien sind selbstklebend und hochelastisch, denn nur so ist eine 3D-Verklebung möglich. Durch den Digitaldruck können Car-Wrapping-Folien nach Wunsch des Kunden bedruckt werden.

  • Teilfolierung: Bei einer Teilfolierung wird nur ein Teil vom Fahrzeug verklebt. Zum Beispiel nur die Motorhaube, die Außenspiegel oder das Dach. Rettungswagen und Polizei-Fahrzeuge werden auf diese Art und Weise gekennzeichnet.

  • Branding: Mit Branding ist eine Beschriftung am Fahrzeug gemeint. Ein Branding kann auch auf einem schon folierten Fahrzeug erfolgen.

  • Lackschutzfolierung: Diese Art der Folierung wird ausgewählt, wenn das Auto vor Kratzern oder Steinschlägen geschützt werden soll. Oftmals wird nur der Frontbereich mit einer Lackschutzfolie überzogen. Die Folie ist bis zu drei Mal dicker als herkömmliche Car-Wrapping-Folie und ist somit widerstandsfähiger. Es gibt sie in matt- und glanztransparent. Die Lackschutzfolie kommt auch als Ladekantenschutz sowie an den Einstiegen zum Einsatz.

Ablauf einer Autofolierung

  • 1. Schritt: Bevor das Auto zum Folieren gebracht wird, sollte es ordentlich gewaschen werden. Aber Vorsicht: Bitte auf eine Politur oder auf Wachs verzichten, da die Folie sonst nicht gut hält.

  • 2. Schritt: In der Werkstatt wird das Auto auch noch einmal von Grund auf gereinigt, da ansonsten die Gefahr besteht, dass sich die Folie lösen könnte. Die Reinigung allein dauert bis zu zwei Stunden. Danach werden kleinerer Karosserieteile abmontiert, wie zum Beispiel Rückleuchten oder Türgriffe. So kann die Folie präzise aufgeklebt werden.

  • 3. Schritt: Nun steht das Vermessen des Fahrzeuges auf dem Programm sowie ein erstes, grobes Zuschneiden der Folie. Zuerst werden kleinere Details wie zum Beispiel Vertiefungen der Nebelscheinwerfer bearbeitet. Das Stück Folie wird auf die zu beklebende Fläche gelegt und dann mit einer Rakel glatt gestrichen. Dabei ist es wichtig, dass keine Blasen entstehen. Oft wird die Folie dabei mit einem Heißluftföhn erwärmt (etwa um die 90 Grad). Dadurch wird sie dehnbarer und kann sich optimal den unterschiedlichen Formen der Karosserieteile anpassen.

  • 4. Schritt: Mithilfe eines Cutter-Messers werden Folienreste ganz präzise abgeschnitten und um die Kanten gelegt sowie in kleinere Ritzen eingearbeitet. Ist das Fahrzeug fertig foliert, wird die Folierung noch versiegelt und der Wagen mit einem speziellen Mittel poliert. Achtung: Die nächsten zwei bis drei Wochen sollte das frisch folierte Auto nicht in die Waschanlage gefahren werden, da sich sonst die Folie lösen könnte.
Auto folieren
Die Folie wird aufgelegt und mit einem sogenannten Rakel auf das Autoteil aufgebracht.
Bild: AUTO BILD

Wie lange dauert das Folieren?

Der Zeitaufwand für das Folieren eines Autos ist geringer als bei einer Lackierung. In der Regel dauert eine Folierung zwischen zwei und fünf Tagen. Am ersten Tag stehen die Vorbereitung und die gründliche Reinigung des Fahrzeuges auf dem Plan. Das Folieren selbst kann von zwei gut ausgebildeten Folierern an einem Tag geschafft werden – je nach Fahrzeug. Dazu sagt Klaus Willekens von 3M, einem marktführenden Autofolien-Hersteller: "Nach der Folierung wird das Fahrzeug noch einmal über Nacht stehen gelassen, um dem Klebstoff die Möglichkeit des Klebkraftaufbaus zu geben."

Welches Auto kann foliert werden?

Im Prinzip kann jedes Fahrzeug foliert werden. Dabei ist (fast) alles möglich – von einer Teil- bis hin zu einer Vollfolierung. Allerdings sollten Sie bei Fahrzeugen mit seltenen oder alten Lacken wie bei Oldtimern darauf achten, dass zunächst eine erste Folierung an einer unauffälligen Stelle getestet wird. So können unerwünschte Reaktionen vorgebeugt werden.
Und wer möchte, der kann auch Innenteile seines Autos folieren lassen – zum Beispiel die Mittelsäule oder das Armaturenbrett. So sind schon kleinere Veränderungen für wenig Geld möglich! Achtung: Manche Materialien lassen sich nicht so gut folieren. Zum Beispiel Kunststoff. Da kann es sein, dass die Folie nicht hält. Deswegen am besten einen Fachmann fragen, ob eine Verklebung im Innenbereich des Autos möglich ist.

Autofolierung selbst anbringen – geht das?

Wenn Sie Ihr Auto folieren wollen, sollten Sie am besten auf Profis zurückgreifen. In den Spezialwerkstätten sind die Mitarbeiter im Umgang mit der Autofolie geübt. Außerdem haben sie die so wichtigen staubfreien Räume. So können Lufteinschlüsse und Fehler durch zu hohe Staubbelastung vorgebeugt werden. Zudem sollte der Raum, in dem das Auto foliert wird, nicht kälter als 16 Grad und nicht wärmer als 25 Grad sein. Auch für das Entfernen der Folie sollten Sie auf ausgebildete und erfahrene Verkleber zurückgreifen.

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Autofolierung
Autofolierung: Dodge Viper RT/10
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Auto folieren: So machen es die Profis
Wer trotzdem sein Auto selbst folieren möchte, sollte zumindest zwei weitere helfende Hände an seiner Seite haben und Folgendes beachten:
  • Folie sollte nicht zu heiß werden, denn dann können glänzende oder ausgeblichene Stellen entstehen.
  • Die Folie sollte immer großzügig ausgeschnitten werden.
  • Störende Karosserieteile wie zum Beispiel Außenspiegel und Türgriffe vor dem Folieren abmontieren.
  • Die Verklebung der Folie einmal vorab testen!
  • Geeignetes Werkzeug wie zum Beispiel eine Rakel oder Knifeless-Tape verwenden.
  • Keine Folie von minderwertiger Qualität verwenden, da sie sonst nur wenige Jahre hält.

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Welche Auto-Folien gibt es?

Es gibt sogenannte extrudierte und kalandrierte Folien, die beide Plastisole (Granulate in fester Form) als Ausgangsmaterial haben. Darin enthalten sind Zusatzstoffe wie Pigmente, Additive oder Weichmacher. Kalandrierte Folien sind weich gemachte Folien, die sich für eine kurzfristige Anwendung eignen (zum Beispiel Promotion-Kampagnen). Ein Vorteil der kalandrierten Folie ist es, dass die Folie sehr dick ist. Sie eignet sich besonders gut für 2D-Verklebungen. Die Produktionskosten sind gering. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Folie kaum über Sicken oder Kanten gezogen werden kann. Durch den starken Weichmacherverlust wird die Folie schnell spröde und reißt.
Aber es gibt auch gegossene Folien, deren Ausgangsmaterial Organosole in flüssiger Form sind, die erst im Fertigungsprozess mit allen Zusätzen gemischt werden. Der Vorteil der gegossenen Folien liegt darin, dass die Folie sehr dünn ist. Zudem ist die Schichtdicke gleichmäßig und die Flexibilität hoch. Für eine 3D-Folierung eignet sich die gegossene Folierung also sehr gut. Ein Nachteil ist das teure Herstellungsverfahren.
Auto folieren
Die transparente Lackschutzfolie ist bis zu drei Mal dicker als herkömmliche Car-Wrapping-Folie.
Bild: AUTO BILD

Woran erkenne ich eine gute Folie?

Um sicherzugehen, dass eine qualitativ hochwertige Folie verwendet wird, muss etwas genauer hingesehen werden. Ist die Folie ungeeignet, so tritt ein Schrumpfen der Folie auf dem Fahrzeug auf, oder die Folie wirft Falten. Im schlimmsten Fall löst sich die Folie von der Oberfläche. Deswegen sollten folgende Stellen am Auto besonders genau inspiziert werden: Karosseriespalten an Türen, Kofferraum und Motorhaube, Außenspiegel, Radläufe/Kotflügel sowie Nummernschildvertiefungen.
Auch bei individuell bedruckter Folie schadet es nicht, einen genaueren Blick darauf zu werfen. Das Druckbild kann bei einer schlechten Folie verzerrt sein, zum Beispiel durch ungleichmäßig gedehnte Folie. Bei matten Folierungen müssen Sie darauf achten, dass der Glanzgrad homogen ist. Wird die Folie überdehnt oder überhitzt, können glänzende Stellen entstehen. Eine matte Folierung sollte an keiner Stelle wie poliert wirken.

Darf ich meine Autoscheiben folieren?

Eine Antwort darauf gibt der § 40 Abs. 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), denn darin heißt es: "Scheiben aus Sicherheitsglas, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind, müssen klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein." Die Ausnahme: Bei den hinteren Seitenscheiben sowie der Heckscheibe ist eine Folierung zulässig.
Auch erlaubt ist ein sogenannter Tönungsstreifen von etwa zehn Zentimetern Breite. Dafür muss allerdings eine entsprechende allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) vorliegen (§ 22 a StVTO), und diese muss von einem Prüfinstitut genehmigt werden. Andere Aufkleber auf der Windschutzscheibe dürfen nicht mehr als ein Viertel der Scheibenfläche einnehmen.

Droht bei einer falschen Folierung ein Bußgeld?

Wer sich nicht an die Regeln für das Folieren von Autoscheiben hält, der muss mit einem Bußgeld rechnen. Diese Strafen drohen:

Bußgelder für falsche Folierung

Bußgelder für falsche Folierung
Beim Fahren eingeschränkte Sicht bei getönten Autoscheiben
10 Euro
Bauartgenehmigung nicht mitgeführt
10 Euro
Ein nicht vorschriftgemäßigtes ausgerüstetes Fahrzeug in Betrieb genommen
25 Euro
Ein nicht vorschriftgemäßigtes ausgerüstetes Fahrzeug in Betrieb genommen mit Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit
90 Euro
1 Punkt
Scheinwerfer mit Folie bedeckt 
20 Euro
Andere Verkehrsteilnehmer gefährdet
25 Euro
Andere Verkehrsteilnehmer gefährdet mit Sachschaden
35 Euro
Ohne Betriebserlaubnis gefahren
50 Euro
Ohne Betriebserlaubnis gefahren, Verkehrssicherheit gefährdet
90 Euro
1 Punkt

Wie reinige ich mein foliertes Auto?

Bei einem folierten Auto müssen nur kleine Unterschiede im Vergleich zur normalen Reinigung im Hinterkopf behalten werden. Folgendes gilt je nach Art der Verunreinigung:
  • Grobe Verunreinigung: Folie mit viel Wasser abspülen und die Wassertemperatur aus dem Hochdruckreiniger darf 60 Grad nicht überschreiten. Ein Sicherheitsabstand von 30 bis 50 Zentimetern zur Folie muss eingehalten werden. Und: Der Wasserstrahl darf nicht direkt auf die Folienkanten gerichtet werden.

  • Handwäsche: Auch hier viel Wasser und nur milde Reinigungsmittel ohne Zusatzstoffe verwenden. Bei matten oder strukturierenden Folien kein Wachs auftragen, denn: Fleckengefahr!

  • Waschanlage: Nur Waschstraßen mit textilen Waschelementen aufsuchen. Nylonbürsten verursachen Kratzer auf der Folienoberfläche. Und: keine Waschprogramme mit Heißwachs-Option auswählen! Vor allem matte und strukturierte Folienoberflächen bekommen so schwierig entfernbare Flecken.

  • Trocknen: Direkt nach der Wäsche mit einem weichen, saugfähigen Tuch nachtrocknen, um Wasserflecken zu vermeiden. Zum Trocknen am besten Microfasertücher nehmen!

Auto folieren: die häufigsten Fragen

Wie teuer ist eine Vollfolierung?

Der Preis für eine Auto-Vollfolierung ist abhängig von der Werkstatt, dem Fahrzeug, den Kundenwünschen und der gewählten Folie. Zwischen 2500 und 5000 Euro sollten Sie in jedem Fall einplanen.

Wie lange hält eine Folie auf dem Auto?

Im Vergleich zu Lack weist Autofolie eine deutlich kürzere Lebensdauer auf. Abhängig von der Qualität der Folie und der Beanspruchung des Fahrzeugs hält eine Folierung zwischen zwei und zehn Jahre.

Ist Lackieren oder Folieren teurer?

Soll das Auto einen neuen Look bekommen, ist die Folierung im Vergleich zur Lackierung die günstigere Variante. Eine Voll-Folierung für ein Auto schlägt mit Kosten von 2500 bis 5000 Euro zu Buche, während eine Lackierung leicht zwischen 6000 und 8000 Euro kosten kann.

Ist eine Folierung eintragungspflichtig?

Eine Fahrzeugfolierung ist keine dauerhafte Veränderung des Fahrzeugs und muss daher nicht in den Typenschein eingetragen werden.

Ist Autofolieren in Deutschland erlaubt?

Ja, in Deutschland ist es erlaubt, das Auto zu folieren. Allerdings müssen dabei einige Vorschriften beachtet werden. Bestimmte Fahrzeugteile dürfen nicht foliert werden, darunter Nummernschilder und Scheinwerfer. Für Autoscheiben sind nur Tönungsfolien mit spezieller Genehmigung erlaubt. Auch die Beschaffenheit der Folie ist relevant. Verboten ist beispielsweise reflektierende Folie. Auch das Folieren großer Flächen mit Chrom- oder Spiegelfolie ist nicht gestattet.

Welche Folierung ist nicht erlaubt?

Das Anbringen von reflektierenden Folien sowie Neon- oder Warnfarben am Fahrzeug ist für Privatpersonen nicht erlaubt. Großflächige Chrom- oder Spiegelfolien sind ebenfalls untersagt. Kleinere, individuell folierte Teile werden in der Regel toleriert. Verboten sind selbstverständlich verfassungsfeindliche Symbole, geschützte Begriffe wie "Polizei" und Staatswappen.
Bestimmte Fahrzeugteile dürfen nicht foliert werden, darunter Nummernschilder und die komplette Beleuchtung. Für Autoscheiben sind nur Tönungsfolien mit spezieller Genehmigung erlaubt, da sonst die Betriebserlaubnis erlischt.