Garantie ist, wenn der Autohersteller Reparaturen zahlt – so weit, so gut. Doch dabei gibt es Fußangeln und Ausschlüsse. Die wichtigsten Fragen und Antworten: Wie lange muss eine Garantie laufen? Fur Neuwagen schreibt der Gesetzgeber lediglich zwei Jahre Gewährleistung ("Sachmangelhaftung") vor. Die Fahrzeug-Garantien der Hersteller, die grundsätzlich neben die gesetzliche Gewährleistung treten, haben mindestens die gleiche Laufzeit. Einige Hersteller gewähren aber freiwillig eine längere Garantiezeit. Wer bietet aktuell die beste Fahrzeug-Garantie? Um das zu ermitteln, haben wir einen konkreten Garantiefall angenommen: den notwendigen Austausch des Getriebes.

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Nase vorn: Mit sieben Jahren Fahrzeuggarantie gewinnt Kia den Vergleich – trotz der Laufzahlbeschränkung von 150.000 Kilometern.
Bild: Christian Bittmann
Die Frage: Wie lange übernimmt dabei der Autohersteller sämtliche Kosten? Die Antworten finden sich in den Beispielen der Tabellen unten. Im ersten und zweiten Jahr übernehmen alle Hersteller die Kosten. Doch einige bleiben danach länger im Rennen: Dacia, Kia, Opel und Toyota stehen auch im dritten Jahr noch für die Reparaturkosten aller Modelle ihrer Pkw-Palette ein. Eine beispielhafte Jahresfahrleistung von 12.500 Kilometern dabei vorausgesetzt. Bei einem Schaden im vierten Jahr bleiben nur noch Kia und Opel im Rennen. Garantiesieger ist Kia, denn die Koreaner geben auf alle ab Januar 2010 zugelassenen Neuwagen sieben Jahre Fahrzeug-Garantie.

Garantie gilt nie uneingeschränkt

Wieso liegt Opel mit seiner neuen lebenslangen Garantie nicht vorn? Lebenslang gilt die neue Garantie nach Jahren, doch ab 50.000 Kilometer Laufleistung muss der Kunde einen Materialkostenanteil tragen. Im Beispiel sind das zehn Prozent. Zudem werden ab dem vierten Jahr 11,90 Euro jährliche Gebühren fällig
Zahlt denn der Hersteller wirklich in jedem Fall? Nein, es gibt generell Ausschlüsse für: Verschleißteile, etwa an Bremsen oder Kupplung. Fehlbedienung, etwa Wahl der falschen Spritsorte. Eingriffe durch Umbaumaßnahmen (Tuning). Wie sieht es mit Kulanz des Herstellers aus? Im Beispiel kann man davon ausgehen, dass die Hersteller mit Normalgarantie im dritten Jahr (anteilige) Kulanz gewähren. Doch Anspruch darauf besteht nicht. Unser Beispiel: Reparaturpreise Getriebeaustausch (wo möglich AT-Getriebe) laut Schwacke, angenommener Stundenlohn 95 Euro, angenommene Laufleistung pro Jahr 12.500 km, *Jahresgebühr 11,90 Euro, **Materialkostenanteil von 10 auf 40 Prozent steigend. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 10/2010.

Fazit

von Roland Bunke
Bei der Garantie ginge meist mehr, das gilt auch für die deutschen Hersteller. Wer Spitzentechnik produziert, sollte für diese auch bei der Garantie mehr als nur Standard bieten. Denn das Versprechen auf Kostenübernahme ist ein wertsteigernder Faktor für jedes Auto – noch nicht alle Hersteller haben das erkannt.