Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
Nuna Pipa Next
249,99  EUR
1,9 (gut)
2.
Recaro Avan
199,90  EUR
2,0 (gut)
3.
Preis-Leistungs-Sieger
Joie i-snug
110,00  EUR
2,1 (gut)
4.
Cybex Aton B2 i-Size
147,99  EUR
2,1 (gut)
5.
Maxi-Cosi CabrioFix i-Size
159,99  EUR
2,5 (befriedigend)
6.
Britax Römer Primo
179,90  EUR
3,1 (befriedigend)
7.
Hauck Comfort Fix
93,99  EUR
4,6 (mangelhaft)
Eben noch ein winziges Neugeborenes, und kurze Zeit später fängt das Kind schon mit den ersten Laufübungen an – im ersten Lebensjahr wächst der Nachwuchs rasend schnell. Und das ist auch der Grund, warum Babyschalen in der Regel nur 15 Monate genutzt werden können, danach ist das Kind meist einfach zu groß.
Deshalb greifen viele Eltern beim Kauf einer Babyschale auch nicht so tief in die Tasche. Dabei ist es gerade bei Neugeborenen wichtig, dass das Kind optimal in der Babyschale liegt und somit sicher transportiert werden kann. Doch schaffen günstigere Babyschalen das auch? AUTO BILD hat sechs günstige und eine höherpreisige Babyschale getestet, um diese Frage zu klären!

Testsieger des AUTO BILD-Babyschalen-Tests: Nuna Pipa Next

Nuna Pipa Next
Pipa Next
Nuna
Pipa Next

1,9 (gut)

  • gute Verarbeitung
  • einfache Bedienung
  • einfach im Auto zu montieren
  • recht hohes Gewicht
  • Sitzposition nicht optimal
Preis 249,99 €

Unser Testsieger Nuna Pipa Next ist mit einer UVP von fast 250 Euro die teuerste Babyschale im Testfeld – insgesamt gehört sie am Babyschalen-Markt preislich aber noch zum Mittelfeld. Und ganz ohne Schwächen ist auch dieser Kindersitz nicht: So ist die Sitzposition für Neugeborene und größere Babys etwas zu steil und somit nicht ganz optimal.
Auch ist die Basis recht schwer: Zwar gibt Nuna für die Pipa Next ein Gewicht von nur 3,1 Kilogramm an, AUTO BILD misst im Test aber 4,5 Kilogramm mit montiertem Zubehör. Dafür überzeugt die Babyschale mit einer sehr guten Verarbeitung, einem beidseitigen Seitenaufprallschutz an der Isofix-Basis sowie mit einer einfachen Montage im Auto. Sowohl mit dem Gurt (sofern lang genug) als auch mit der optional erhältlichen Isofix-Basis lässt sich die Nuna Pipa Next einfach im Auto montieren und lässt keinen Raum für Fehlbedienungen. Gleiches gilt für das Anschnallen des Kindes: Der Gurtstraffer lässt sich spielend leicht bedienen. Die Nuna Pipa Next erreichte 133 von 160 Punkten und erhielt somit die Note 1,9.

Die Joie i-Snug wird Preis-Leistungs-Sieger

Joie i-Snug
i-Snug
Joie
i-Snug

2,1 (gut)

  • sehr leichte Schale
  • gute Sitzposition
  • einfache Montage im Auto
  • Anschnallen des Kindes einfach
  • recht große Abmessungen
  • Sitzbelüftung nicht sonderlich effektiv
Preis 110,00 €

Dass günstig nicht immer schlecht sein muss, zeigt unser Preis-Leistungs-Sieger. Die Joie i-Snug ist mit einer UVP von 110 Euro die günstigste Babyschale im Test. Zwar muss die Babyschale mit einem mittelmäßigen Sonnenverdeck auskommen, bietet dafür aber eine vorbildliche, möglichst flache Sitzposition für Neugeborene und größere Babys. Die Montage mit der optional erhältlichen Isofix-Basis i-Base Advance funktioniert spielend leicht. Ist die i-Snug auf dieser Isofix-Basis montiert, bietet sie zusätzlich eine Neigungsverstellung des Sitzes.
Die Babyschale kann aber auch ohne Basis genutzt werden und steht bei der Montage mit dem Fahrzeuggurt ebenfalls sicher im Auto. Eine Schwäche der i-Snug ist die Belüftung des Sitzes, die besonders im Sommer nicht ausreicht. Außerdem ist die Babyschale recht groß, wiegt dafür aber auch nur 3,3 Kilogramm und ist somit leicht zu tragen. Die Verarbeitungsqualität ist gut. Die Joie i-Snug erreichte in unserem Test 129 von 160 Punkte und erhielt somit die Note 2,1.

So hat AUTO BILD getestet

Nach dem Auspacken wurde als Erstes ein Blick auf die Sicherheits- und Installationshinweise an der Babyschale geworfen. Sind sie vorhanden? Und wenn ja, sind sie auch gut erkenn- und lesbar? Danach wurde die Bedienungsanleitung unter die Lupe genommen. Ist sie übersichtlich gestaltet? Sind die Piktogramme (falls vorhanden) verständlich? Gilt das Gleiche für die schriftlichen Erklärungen?
Nicht fixierte Schulterpolster können verrutschen. Das mindert nicht nur den Sitzkomfort, der Gurt kann auch am Hals reiben.

Danach ging es um die Qualität und die Ausstattung der Babyschale. Gibt es an der Babyschale scharfe Kanten? Schirmt das Verdeck die Sonneneinstrahlung auch wirklich gut ab? Wie stabil wirkt der Griff? Wie einfach lassen sich mögliche Mechanismen bedienen? Anschließend wurde auf den Bezug geschaut. Ist er atmungsaktiv, oder bietet die Babyschale eine andere Form der Belüftung? Wie gut ist die Babyschale gepolstert?
Dann wurden alle Babyschalen sowohl mit als auch ohne Isofix-Basis in einem Opel Combo e sowie in einem Peugeot 3008 montiert. Hier wurde insbesondere auf die Schwere des Einbaus der Basis oder der Babyschale mit Gurt sowie auf den stabilen Stand der Babyschale im Auto geachtet. Während des Einbaus wurde geschaut, ob es Verletzungsgefahren oder Möglichkeiten der Fehlbedienungen gibt. Die Isofixbasen wurden auf die Indikatoren untersucht. Sind sie deutlich sichtbar oder eher versteckt?
Besonderer Wert wurde auf den Gurtstraffer gelegt. Wie einfach ist er zu bedienen? Kann der Gurt nicht straff genug gezogen werden, kann es zu schweren Verletzungen kommen.

Zum Schluss nahm Nachwuchs-Tester Paul Platz. Hierbei wurde auf die Gurte sowie den Sitzkomfort geachtet. Wie einfach lassen sich die Gurte aus dem Weg nehmen, um das Kind einfach hineinsetzen zu können? Ist das Sonnenverdeck beim Einsetzen im Weg? Dann ging es ans Anschnallen. Ist die Gurtschnalle durch ein Polster geschützt? Sind die Schulterpolster fixiert, oder können sie verrutschen? Wie wird das Gurtsystem verstellt? Und wie gut lässt sich der Gurt straffen? Dann ging es um den Komfort. Wie gut ist die Sitzposition? Ist sie eher flach und entlastet die Nackenmuskulatur, oder ist sie eher steil? Wird der Kopf auf die Brust gedrückt? Am Ende des Tests wurden die Babyschalen gewogen und vermessen.

Die Testergebnisse im Überblick

AUTO BILD hat sieben Babyschalen getestet – mit tatkräftiger Unterstützung von Nachwuchs-Tester Paul.

Viermal die Note "gut", zweimal die Note "befriedigend" und einmal die Note "mangelhaft" – das ist das Ergebnis unseres Tests. Die vier Babyschalen, die sich das Urteil "gut" verdienten, lagen ziemlich nah beieinander. Doch die Unterschiede fielen doch recht groß aus. So musste man für den Gurtstraffer der Cybex Aton B2 i-Size (Platz 4, Note 2,1) relativ viel Kraft aufbringen, um den Gurt korrekt zu spannen und das Kind richtig zu sichern. Die restliche Bedienung und der Einbau des Sitzes waren dafür spielend einfach, die Verarbeitungsqualität ist gut.
Vorbildlich sind die Indikatoren an der Recaro-Basis. Mit einem einzigen Blick erkennt man, ob die Isofix-Arme richtig eingerastet sind, ob der Stützfuß richtig steht und die Babyschale richtig aufgesetzt wurde.

Neben unserem Test- und unserem Preis-Leistungs-Sieger ist auch die Recaro Avan einen Kauftipp wert. Die Babyschale erreichte in unserem Test 130 von 160 Punkten und erhielt somit die Note 2,0. Positiv aufgefallen: die Kopfstütze, die sich mit einem Handgriff verstellen und auf die Größe des Kindes anpassen lässt, sowie die Indikatoren an der Isofix-Basis. Wirklich vorbildlich wird hier an einer zentralen Anzeige informiert, ob der Stützfuß, die Isofix-Arme und auch die Babyschale richtig eingerastet und montiert sind. Doch natürlich gibt es auch ein paar kleine Nachteile: So ist die Recaro Avan recht groß, was besonders in Kleinwagen zu Problemen führen könnte. Außerdem sind einige Kanten an der Babyschale nicht richtig entgratet.
Einige Kopfstützen sind zu breit und können den Kopf nicht richtig fixieren. Besonders gefährlich bei Neugeborenen: Bei ihnen ist die Nackenmuskulatur noch nicht richtig ausgeprägt, schon bei schlechter Wegstrecke würde der Kopf stark hin- und herwackeln!

Für ein großes Fragezeichen sorgte die Bedienungsanleitung des Maxi-Cosi CabrioFix i-Size (Platz 5, Note 2,5). Dort ist das Piktogramm, das das Herausnehmen der Neugeborenen-Einlage beschreibt, nicht deutlich verständlich. Hier versteht man nicht einmal auf den zweiten Blick, ob die Kopfstütze herausgenommen werden sollte oder nicht – ein grober Patzer. Besonders, weil die Kopfstütze des CabrioFix allgemein schon sehr breit ausfällt. Besonders bei Neugeborenen wird der Kopf so nicht richtig fixiert. Bei einem Seitenaufprall kann das böse Folgen haben. Schade, denn sowohl die Sitzposition als auch die Bedienung gefallen.
Nicht so überzeugen konnte uns die Verarbeitungsqualität des Britax Römer Primo (Platz 6, Note 3,1). Nicht nur das Sonnenverdeck wirkt eher hakelig und billig, auch der Mechanismus des Griffs und der Bezug wirken nicht sonderlich hochwertig. Dafür ist die Bedienung des Sitzes einfach, und auch die Sitzposition ist in Ordnung. Ein Nachteil bei der optional erhältlichen Primo Base genannten Basisstation: Sie ist nicht mit Indikatoren ausgestattet, gibt dafür aber bei der korrekten Installation mit satten Klick-Geräuschen Sicherheit.
Dass keine Indikatoren besser sind als falsch anzeigende Indikatoren, zeigt die Babyschale Comfort Fix der Firma Hauck. Bei der Installation der optional erhältlichen Isofix-Basis zeigte der Indikator des in Fahrtrichtung linken Isofix-Arms in zwei Fällen bereits die grüne Markierung an, ohne dass der Isofix-Arm überhaupt annähernd richtig installiert war. Ein grober und im schlimmsten Falle lebensgefährlicher Patzer! Doch selbst bei korrektem Einbau der Isofix-Basis steht die Comfort Fix nicht sonderlich stabil im Auto. Da fallen Kleinigkeiten wie ein fehlendes Polster am Gurtschloss oder ein hakeliger Mechanismus beim Lösen des Sitzes von der Basis kaum mehr ins Gewicht. 61 von 160 möglichen Punkten erreichte die Hauck Comfort Fix in unserem Test und erhielt somit die Note 4,6 ("mangelhaft"). Ein trauriges Ergebnis, doch zu hoch ist die Gefahr einer Fehlbedienung mit schlimmen Folgen. 

Fazit zum Babyschalen-Test

Unser Test zeigt: Günstig muss nicht unbedingt schlecht sein. Besonders die Recaro Avan und die Joie i-Snug können mit vielen Pluspunkten überzeugen und landen verdient auf dem zweiten bzw. dritten Platz. Zwar haben haben diese Babyschalen auch ihre Schwächen. Das gilt aber auch für unseren höherpreisigen Testsieger, die Nuna Pipa Next. Wer beim Kauf einer Babyschale Geld sparen muss, sollte sich vorher also lieber genau informieren, welche Babyschale am besten zum Einsatzzweck passt.

Babyschale kaufen – darauf sollten Sie achten

Eine Sache stellt sich beim Vergleich der Babyschalen schnell heraus: Es gibt Modelle, die können Eltern vor jeder Autofahrt regelrecht in den Wahnsinn treiben. Es gibt aber auch solche, die sich besonders leicht bedienen lassen und den Stress zumindest minimieren. Viele halten die Sicherheit für das allein entscheidende Kriterium bei der Auswahl der Babyschale. Selbstverständlich steht der Schutz an erster Stelle, doch im Alltag spielen auch Bedienbarkeit und Komfort fürs Kind eine große Rolle. Eltern sollten sich im Klaren sein, welche besonderen Anforderungen sie an den Sitz stellen. Denn eine Babyschale, die in allen Disziplinen glänzt, haben wir in unserem Test nicht entdeckt. Nur wer sich vorab ausreichend informiert, findet das individuell passende Modell. Weitere Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Babyschalen-Ratgeber.

Nützliches Wissen rund um Babyschalen

Welche ist die beste Babyschale?

Pfeil

Testsieger des AUTO BILD-Babyschalen-Tests wurde die Nuna Pipa Next. Die Babyschale überzeugt mit einer guten Verarbeitung, einer einfachen Bedienung und ist zudem einfach im Auto zu montieren. Ein Nachteil: das recht hohe Gewicht. Die Nuna Pipa Next erreichte 133 von 160 Punkten und erhielt somit die Note 1,9.

Welche Babyschale ist günstig?

Pfeil

Doch dass günstig nicht immer schlecht sein muss, zeigt unser Preis-Leistungs-Sieger. Die Joie i-Snug ist mit einer UVP von 110 Euro die günstigste Babyschale in unserem Test. Zwar muss die Babyschale ohne Seitenprotektoren auskommen, dafür bietet sie aber eine vorbildliche, möglichst flache Sitzposition für Neugeborene und größere Babys. Die Montage mit der optional erhältlichen Isofix-Basis i-Base Advance funktioniert spielend leicht. Ist die i-Snug auf dieser Isofix-Basis montiert, bietet sie zusätzlich eine Neigungsverstellung des Sitzes. Die Verarbeitungsqualität ist gut. Die Joie i-Snug erreichte in unserem Test 129 von 160 Punkte und erhielt somit die Note 2,1.

Wie lange sollte man eine Babyschale nutzen?

Pfeil

Wie lange ein Kind in einer Babyschale mitgenommen werden kann, ist abhängig von der Babyschale sowie von der Größe und vom Gewicht des Kindes. In der Regel fahren Babys in einem Alter von bis zu 15 Monaten in einer Babyschale mit – außer sie werden vorher schon zu groß oder zu schwer.


Von

Lars Golly