2,38 Millionen Euro Basispreis: Dafür gibt es ungefähr zehn Bentley Continental GT oder einen von nur 18 geplanten Bentley Mulliner Batur. Das exklusive Luxuscoupé ist nach dem spektakulären Bacalar das zweite Projekt von Mulliner Coachbuilt. Viel mehr als um den Preis geht es um ein Höchstmaß an Individualisierung. Gleichzeitig symbolisiert der Batur den Abschied vom prestigeträchtigen W12 und gibt einen Ausblick auf die elektrische Zukunft der Traditionsmarke!
Bentleys ambitionierter Plan: Bis 2030 soll die Luxusmarke vollständig CO2-neutral werden. Damit die Produktion bis dahin eine positive Klimabilanz aufweist, sieht der Plan ab 2026 nur noch Plug-in-Hybride oder Elektroautos vor – und ab 2030 ausschließlich vollelektrische Modelle. Wie die in einigen Jahren aussehen könnten, soll der Mulliner Batur schon heute vorwegnehmen.
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Der Mulliner Batur soll einen Ausblick in die Zukunft geben

Ortstermin in Hamburg. Im neuen Bentley Showroom steht das fahrbereite Showfahrzeug, das vor wenigen Wochen im Rahmen der Monterey Car Week präsentiert wurde. Der Bentley Mulliner Batur basiert auf dem aktuellen Continental GT, doch davon sieht man eigentlich gar nichts mehr. Die Front ist komplett neu designt. Besonders auffällig: Bentley verzichtet auf die klassische Vier-Augen-Signatur mit runden Scheinwerfern und verpasst dem Batur schmale, nach außen hin auslaufende Lichter. Womöglich schon der erste Ausblick in die Zukunft?
Bentley Batur
Bullige Radhäuser, riesige 22-Zoll-Felgen: Der Bentley Mulliner Batur ist alles andere als unauffällig.

Der Kühlergrill ist breiter und steht steiler als bei anderen Bentleys, und auch hier haben sich die Briten etwas Besonderes einfallen lassen. Kleine orange Inlays im Grill, die nach außen hin an Farbe verlieren, sorgen für einen auffälligen Look. Im entferntesten Sinne könnten sie Lava imitieren. Wie ich auf so eine absurde Idee komme? Batur ist ein Vulkan samt dazugehörigen Kratersee in Indonesien – und nach diesem ist der Bentley benannt.

Nur zwei Gleichteile mit dem Continental GT

Zurück zur Optik, auch im Profil kaschieren die Bentley-Designer das Basisfahrzeug überraschend gut. Die einzigen Gleichteile mit dem Continental GT sind die Außenspiegel und die Türgriffe. Das hat den einfachen Grund, dass Neuentwicklungen für eine Kleinstserie von nur 18 Exemplaren zu aufwendig und vor allem zu kostspielig wären. Der Großteil der Karosserieteile besteht beim Batur übrigens aus Carbon. Ganz neu sind zudem die 22-Zoll-Felgen mit selbstnivellierenden Nabendeckeln.
Bentley Batur
Der Bentley Mulliner Batur hat kaum noch Gemeinsamkeiten mit dem Continental GT, auf dem er basiert.


Das Heck ist nicht weniger beeindruckend als die Front. Die C-Säule ist extrem breit, und die Radhäuser sind weit ausgestellt, was für einen bulligen Auftritt sorgt. Die Rückleuchten sind ultraschmal, darunter befindet sich ein schwarz lackierter Part, der Stoßstangen, der das Design auflockert. Wem das nicht gefällt, kein Problem – schließlich ist der Batur komplett individualisierbar. Von Zweifarb-Lackierungen bis hin zu speziell für die Kunden angefertigte Farben und Materialien gibt es buchstäblich Milliarden an möglichen Ausstattungen.

Kaum ein Innenraum ist so edel wie der eines Bentley

Ich hatte bereits das Glück, in mehreren Bentleys sitzen zu dürfen und muss sagen, dass Continental GT oder Flying Spur für mich zu den edelsten Automobilen auf dem Markt gehören. Materialauswahl und Verarbeitung sind in einer eigenen Liga. Eine Liga, in der natürlich auch der Batur spielt. Das Showfahrzeug begeistert mit einem Zusammenspiel aus schwarzem und orangefarbenem Leder, rotem Alcantara, weißem Stitching und Zierleisten in Graphitgrau.
Bentley Batur
Bei den Themen Materialauswahl und Verarbeitung spielt Bentley in einer eigenen Liga. Da ist auch der Mulliner Batur keine Ausnahme.

Auf den ersten Blick wirkt der Innenraum vertraut, bei genauerer Betrachtung fallen mir allerdings gleich mehrere Unterschiede zu den "normalen" Serienmodellen aus. Größter Unterschied: Der Batur ist ein reiner Zweisitzer und verzichtet auf die Notsitze hinter Fahrer und Beifahrer. Stattdessen kann dieser Platz als zusätzlicher Stauraum für Gepäck genutzt werden – keine schlechte Idee, schließlich soll der normale Kofferraum des luxuriösen Coupés ziemlich klein ausfallen, was ich leider nicht überprüfen konnte, da dieser sich beim Showcar nicht öffnen ließ. 
Für den standesgemäßen Auftritt bietet Bentley den Batur-Kunden zwei passgenaue Ledertaschen für den Fond an, die natürlich vom Material perfekt auf die Innenausstattung abgestimmt sind und vermutlich so viel wert sind wie ein Kleinwagen.

Echtgold im Innenraum des Bentley Mulliner Batur

Weniger auffällig als die fehlende Rückbank ist die veränderte Mittelkonsole. Im Vergleich zum Continental GT steht die beim Batur deutlich steiler, was laut Bentley für ein einnehmenderes Gefühl sorgen soll. Dekadent, aber trotzdem cool: Das Fahrmodi-Rad stammt aus dem 3D-Drucker und ist aus 18-Karat-Gold gefertigt. Das Auswählen des Modus wird so schon im Stand zum Erlebnis. Ebenfalls aus echtem Gold ist die 12-Uhr-Markierung des Lenkrads, auf Wunsch auch die Öffner der Lüftungsdüsen.
Bentley Batur
Fast zu schade zum Anfassen: Das Rad zum Auswählen der Fahrmodi ist aus 18-Karat-Gold.

Und auch hier ist noch nicht Schluss, denn an besonderen Details mangelt es beim Batur wahrlich nicht: Vor dem Beifahrer ist einer Tonspur auf der Zierleiste zu erkennen. Hierbei handelt es sich um die Start-Sequenz des 6,0-Liter-W12.

Das stärkste Coupé, das Bentley je gebaut hat

Trotz der Ende 2020 ausgerufenen "Beyond100"-Strategie" zur CO2-Neutralität, ist Bentley mächtig stolz auf seinen 6,0-Liter-W12 – der Motor, der die Luxusmarke 2003 im ersten Continental GT in die Neuzeit überführt hat. Bis heute ist der W12 in unterschiedlichen Ausbaustufen erhältlich und für viele Kunden der Inbegriff von Prestige.

6,0-Liter-W12 mit 740 PS und 1000 Nm

Im Mulliner Batur gönnen die Briten dem Zwölfender noch mal mehr Power. Mehr Power als jemals zuvor, um genau zu sein. Bisher trug der Continental Supersports der zweiten Generation mit 710 PS diesen Titel. Im aktuellen Modell ist beim Continental GT Speed mit 659 PS Schluss. Der Batur hingegen leistet 740 PS und 1000 Nm und ist somit das stärkste Coupé, das Bentley je gebaut hat – und das völlig ohne Elektrifizierung. Erreicht wird die Mehrleistung in erster Linie durch überarbeitete Turbolader, ein neues Ansaugsystem, größere Ladeluftkühler und eine neue Motorelektronik.
Fahrleistungen verrät Bentley nicht, doch die dürften mindestens auf dem Niveau des Continental GT Speed (335 km/h Topspeed und 3,6 von 0-100 km/h) liegen. Bei all den Superlativen gibt es für uns Petrolheads aber auch eine schlechte Nachricht: Der Mulliner Batur wird der letzte neue Bentley mit dem 6,0-Liter-W12, quasi das letzte Hurra auf einen wahrlich besonderen Motor.

Über zwei Millionen Euro teuer, nur 18 Stück

Die ersten Kunden sind zwar schon mittendrin im Konfigurations-Prozess, bis die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden, wird es aber noch dauern. Geplant ist: Ende 2023 beziehungsweise Anfang 2024 und das bedeutet, dass bis dahin sicherlich noch einige Continental GT und Flying Spur mit W12 ausgeliefert werden.
Bentley Mulliner Bacalar       !! Sperrfrist 03. März 2020 08.30 Uhr !!
Der offene Bacalar war das erste Projekt von Mulliner Coachbuilt und auf zwölf Exemplare limitiert.

Zurück zum Mulliner Batur: Trotz eines Basispreis von rund zwei Millionen Euro netto (2,38 Millionen Euro brutto) sind alle 18 Exemplare längst ausverkauft. Nach eigener Aussage hätten die Briten deutlich mehr Autos verkaufen können, doch da das Verlangen nach Exklusivität mindestens genauso entscheidend ist wie der Wunsch nach Individualisierung, entschied man sich im britischen Crewe dagegen. Was allerdings nicht heißt, dass der Batur das letzte Modell von Mulliner Coachbuilt ist. Bis 2030 ist schließlich noch viel Zeit.