Blitzer-Apps im Test

Blitzer-Apps im Test

Die Anti-Blitzer-Apps

Sie heißen offiziell Gefahrenwarner fürs Handy. Im Grunde sind die kleinen Aufpasser aber Blitzerwarner. AUTO BILD erklärt, was die Apps können und was erlaubt ist.
Stadtkämmerer wird das wenig freuen. Google will in naher Zukunft einen Radar- und Unfallwarner in seine Navigations-App Google Maps integrieren. Die zeigt dann nicht nur den Weg, sondern warnt auch vor festen und mobilen Blitzern. Bislang braucht's dafür eine Zusatz-App. Solche Blitzerwarner sind juristisch durchaus heikel. Die Rechtslage sieht so aus: Bei fest eingebauten Geräten mit Empfangstechnik für Radarwellen und der Verwendung von Blitzer-Apps auf dem Handy drohen gleichermaßen 75 Euro Geldbuße und ein Punkt in Flensburg. Übrigens auch dann, wenn die App bei einer Polizeikontrolle ausgeschaltet oder das Handy dem Beifahrer in die Hand gedrückt wird.

Das Herunterladen ist nicht verboten, das Mitführen schon

Juristen laufen dagegen Sturm: "Momentan verbietet Paragraf 23 Abs. 1a Satz 1 StVO die Benutzung von Geräten zur Aufspürung elektromagnetischer Wellen von Tempomessanlagen. Ebenso Apps in Navigationsgeräten oder Smartphones, die feste Blitzerstandorte anzeigen", sagt AUTO BILD Rechtsexperte Uwe Lenhart. Für ihn ein Unding. Er hält derartige Urteile schlicht für falsch. "Zwischen fest eingebauten Radarwarnern und Handy-Apps muss unterschieden werden", fordert der Fachanwalt für Verkehrsrecht. Das Herunterladen ist per se nicht verboten. Aber das Mitführen im Auto durchaus. Dennoch lassen sich die Programme ganz einfach in den App Stores downloaden. AUTO BILD hat stichprobenartig vier Handy-Programme auf Testfahrt geschickt. Sie funktionieren auf Smartphones für die Betriebssysteme iOS und Android. Die Gratis-Apps wurden in den Standardeinstellungen getestet. Bevor es losgeht, muss der Zugriff auf den Standort genehmigt werden. Ohne GPS-Funktion können die Apps die Position des Autos nicht bestimmen.

Die Apps saugen schnell den Handyakku leer

Zudem muss für Aktualisierungen der communitybasierten Programme die mobile Datenverbindung eingeschaltet werden. Nur dann lassen sich die Apps auf dem aktuellsten Stand halten, gerade was mobile Blitzer angeht, denn deren Standorte melden Nutzer. Haken an der Sache: Beim Mobilfunkanbieter können Extrakosten entstehen, und die Apps saugen schnell den Handyakku leer. Also Powerbank und Ladekabel nicht vergessen. Die AUTO BILD-Testrunde in der Hamburger City führt an drei Tempoblitzern und einer Rotlichtmessstelle vorbei. Zwei Systeme kämpfen dabei um den Testsieg: Blitzer.de und Smart Driver. Beide setzen auf grafische Warnhinweise. Die Apps Blitzer-Radarwarner und Radarbot zeigen die Kontrollstellen auf einer Karte. Im Test überzeugte die grafische Darstellung. Sie lenkt weniger ab und weist effektiver auf Gefahrenstellen hin. Die Kartendarstellung, vergleich bar mit einem Navigationssystem, zeigt dagegen zu viele Details und warnt mit zu kleinen Symbolen.
Blitzer.de punktet vor allem mit einer einfachen Darstellung. Zudem war die beliebteste Blitzer-App das einzige Programm, das nicht vor Messstellen auf der falschen Straßenseite warnte. Über vier Millionen Nutzer in Europa halten die App ständig auf dem aktuellsten Stand, sie verfügt damit über die größte Community-Basis. Die meisten Hersteller bieten auch eine kostenpflichtige Pro-Version mit weiteren Features wie Stauwarner und Verkehrsmeldungen an. Egal ob Gratis- oder Pro-Version – besonders in fremden Regionen spart ein guter Blitzerwarner Nerven und Geld.

Blitzer-Apps im Test

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Bendix Krohn

Fazit

Erlaubt? Verboten? Darüber streiten die Gelehrten. Fakt ist: Warn Apps gegen Blitzer sind massenhaft im Einsatz. Und nun drängt auch noch Internetgigant Google mit einer eigenen Version auf den Markt. Das erhöht nicht nur den Druck auf die Konkurrenten, sondern auch auf Richter und Politiker. Sie sollten die Rechtsprechung überdenken und Warn-Apps erlauben.

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