Drei Kompakte mit einer gesunden Mischung aus Vernunft und Vergnügen: BMW 128ti, Cupra Leon VZ 2.0 TSI und Mercedes A 250 4Matic verbinden sozialverträgliches Format mit vergnüglichen Leistungen um die 250 PS. Der Vergleich klärt, welcher Mix der beste ist.

Drei sportliche Kompakte im Test

#Getestete ProduktePreis
1.
Testsieger
Cupra Leon VZ 2.0 TSI
Cupra Leon VZ 2.0 TSI
UVP 41.980,00 EUR
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2.
BMW 128ti
BMW 128ti
UVP 47.900,00 EUR
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3.
Mercedes A 250 4Matic
Mercedes A 250 4Matic
UVP 49.337,00 EUR
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Auch wenn er deutlich dynamischer aussieht, merkt man dem Leon irgendwie sofort an, dass er mit dem Golf verwandt ist. Vorn und hinten finden wir das beste Platzangebot, besonders in der zweiten Reihe fühlen sich auch Erwachsene noch wohl und reisen erhobenen Hauptes. Okay, die vorderen Sitze fallen schon etwas schaumig und weniger konturiert aus als das Sportgestühl bei BMW und Mercedes, doch wer lieber leger als slimfit trägt, wird das womöglich sogar als angenehm empfinden.
Cupra Leon VZ 2.0 TSI
Dynamiker mit Platz: Optisch macht der Leon deutlich auf Sport, unterm Blech stecken Golf-Gene und viel Raum für Passagiere.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Der Leon ist der Größte im Test

Und wird der sportliche Kompakte auch mal für Transportaufgaben rangenommen, glänzt der Spanier mit bis zu 1301 Litern – 1er und A-Klasse melden jeweils schon über 100 Liter früher volle Kofferraumbelegung.

Nur der Mercedes kann Anhänger ziehen

Nur die Schwaben verbauen hier auch hinten integrierte Kopfstützen (AMG Line) – was gleich doppelt unsinnig ist. Erstens stören sie die Rücksicht, zweitens können bei umgelegten Fondlehnen vorn nur noch Knirpse sitzen. Als Wiedergutmachung spendiert Mercedes aber als Einziger die Option einer Anhängerkupplung. Wo bei Cupra und BMW klangstarke Endtöpfe den Raum beanspruchen, kann die allradgetriebene A-Klasse bis zu 1,8 Tonnen an den Haken nehmen.
Mercedes A-Klasse A 250 4Matic
Vorteil A-Klasse: Der Mercedes ist der Einzige im Test, der einen Anhänger ziehen darf. Bis zu 1,8 Tonnen nimmt er an den Haken.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Weniger freundlich zeigt sich Mercedes gegenüber den Fondgästen. Das Platzangebot geht noch in Ordnung, die Bank ist aber nur 30 Zentimeter über dem Fahrzeugboden montiert. Wer lange Beine mitbringt, muss diese stark anwinkeln und hockt eher unglücklich im Rückraum. Vorn passt dann wieder alles, empfangen uns haltgebende und vielfältig verstellbare Sportpolster.

Im Fond des BMW geht es eng zu

Noch besser fühlen sich ambitionierte Piloten nur im BMW aufgehoben. Die Sitze machen eine noch genauere Anpassung an die Fahrerstatur möglich, halten auch in wilden Kurvenpassagen zuverlässig fest und lassen kaum etwas verrutschen. Sehr sportiv, aber auch mit 500 Euro extra zu bezahlen. Und wer womöglich eine nicht ganz so sportive Kleidergröße trägt, der fühlt sich schnell eingeengt.
BMW 128ti
Enge Kiste: In der zweiten Reihe des BMW wird es schnell eng – es fehlen Kopf- und Schulterfreiheit. Zudem ist die Bank sehr hart.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Das gilt leider auch in der zweiten Reihe, wo der BMW in diesem Vergleich am ehesten Zwangskuscheln verordnet. Neben Platz um die Schultern fehlt auch Luft überm Scheitel. Und als sei das noch nicht genug, fällt das Sitzpolster fast so hart aus wie eine Bierzeltbank.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder, Turbo 
Vierzylinder, Turbo 
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid 
Einbaulage 
vorn quer 
vorn quer 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Kette 
Kette 
Hubraum 
1998 cm³ 
1984 cm³ 
1991 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
195 (265)/4750 
180 (245)/5000 
165 + 10 (224 + 14)/5500 
Nm bei 1/min
400/1750 
370/1600 
350/2000 
Vmax
250 km/h 
250 km/h 
250 km/h 
Getriebe 
Achtstufenautomatik 
Siebengang-Doppelkupplung 
Achtgang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
225/40 R 18 Y 
235/35 R 19 Y 
225/45 R 18 W 
Reifentyp 
Michelin Pilot Sport 4 
Bridgestone Potenza S005 
Michelin Pilot Sport 4 
Radgröße 
8 x 18" 
8 x 19" 
7,5 x 18" 
Abgas CO2* 
157 g/km 
163 g/km 
166 g/km 
Verbrauch* 
6,9 l 
7,2 l 
7,3 l 
Tankinhalt 
50 l 
50 l 
51 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Super 
Super 
Ottopartikelfilter 
Serie 
Serie 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
67 dB(A) 
69 dB(A) 
68 dB(A) 
Anhängelast gebremst/ungebremst 
–/– 
–/– 
1800/750 kg 
Stützlast 
– 
– 
80 kg 
Kofferraumvolumen 
380–1200 l 
380–1301 l 
350–1190 l 
Länge/Breite/Höhe 
4319/1799–2081**/1434 mm 
4398/1799–1992**/1444 mm 
4428/1796–1992**/1445 mm 
Radstand 
2670 mm 
2689 mm 
2729 mm 
Grundpreis
47.900 Euro
41.980 Euro
49.337 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
48.400 Euro
46.080 Euro
56.257 Euro

Deutlich moderner fallen zum Glück Cockpitgestaltung und Bedienkonzept des Bayern aus. Ein 10,25 Zoll großer, konfigurierbarer Monitor informiert den Fahrer über alles Wichtige, der Zentralbildschirm in gleicher Größe liegt beim Touchen zwar immer ein Stück zu weit weg, lässt sich über den genialen iDrive-Button auf der Mittelkonsole aber flüssig und fast ablenkungsfrei steuern. Feste Tasten im Umfeld des Drehdrückstellers führen zielsicher in die gewünschten Untermenüs, Tastenphobikern hilft der aufmerksame Sprachassistent bei allen Aufgaben vom Auswählen einer Audioquelle bis zur Zieleingabe im fitten Navigationssystem.

MBUX-System jetzt ohne Touchpad

Ganz ähnliche Grundlagen finden sich im Mercedes. Zwei 10,25-Zoll-Displays bilden die Kommandozentrale, der mittig angeordnete Berührbildschirm liegt auch im Benz leicht außerhalb der Fahrerreichweite, sodass wir beim Touchen immer leicht aus dem Sitz kommen müssen. Weil so eine A-Klasse alternativ aber natürlich kein iDrive und seit dem Facelift auch kein Touchpad mehr besitzt, stört das etwas mehr als beim Münchner. Die extrem aufmerksame und verständnisvolle Sprachassistenz bügelt das aber wieder aus.
Mercedes A-Klasse A 250 4Matic
Facelift-Version: Mit der jüngsten Modellpflege fiel das Touchpad auf der Mittelkonsole weg. Der Berührbildschirm liegt etwas ungünstig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Digitale Instrumente in der Größe 10,25 Zoll begegnen uns auch im Cupra, der Multimediabildschirm des Spaniers bietet mit 12 Zoll aber nicht nur das größte Format, er lässt sich auch ohne Mühe erreichen. Gegen den Leon spricht dann allerdings, dass er fast komplett auf Touchbedienung vertraut und der Sprachassistent (der mit einem ungewohnten "Hola, Hola" statt analog zu den Deutschen mit "Hey Cupra" geweckt werden will) nicht ganz so selbstverständlich und flüssig funktioniert wie in 1er und A-Klasse. Im Navibetrieb zeigt der Leon zudem nur Verzögerungen und Staus an, nicht aber freie Strecken – BMW und Mercedes markieren auch diese, sinnigerweise in Grün.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,5 s 
2,8 s 
2,3 s 
0–100 km/h 
6,0 s 
6,4 s 
6,2 s 
0–130 km/h 
9,2 s 
9,6 s 
10,0 s 
0–160 km/h 
13,3 s 
14,1 s 
15,5 s 
0–200 km/h 
21,9 s 
23,8 s 
27,3 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
2,9 s 
2,9 s 
3,3 s 
80–120 km/h 
3,5 s 
3,7 s 
4,3 s 
Leergewicht/Zuladung 
1476/524 kg 
1468/492 kg 
1572/488 kg 
Gewichtsverteilung vorn/hinten 
61/39 % 
62/38 % 
61/39 % 
Wendekreis links/rechts 
11,5/11,4 m 
11,4/11,3 m 
11,0/11,0 m 
Sitzhöhe 
505 mm 
540 mm 
520 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
35,6 m 
35,5 m 
34,0 m 
aus 100 km/h warm 
33,1 m 
33,5 m 
33,7 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A) 
58 dB(A) 
57 dB(A) 
bei 100 km/h 
64 dB(A) 
66 dB(A) 
64 dB(A) 
bei 130 km/h
68 dB(A)
70 dB(A)
67 dB(A)
bei 160 km/h
72 dB(A)
72 dB(A)
71 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
6,0 l S/100 km 
6,6 l S/100 km 
6,7 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
7,8 l S/100 km
(+13 %)
8,1 l S/100 km
(+12,5 %)
8,2 l S/100 km
(+12,3 %)
Sportverbrauch 
11,2 l S/100 km 
11,0 l S/100 km 
11,1 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
185 g/km 
191 g/km 
194 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
640 km 
615 km 
620 km 

Der 128ti gibt hier den Dynamiker. Unter Regie der ebenso direkten wie mitteilsamen Lenkung tastet das nicht verstellbare Sportfahrwerk die Piste mit Präzision und Inbrunst ab. Hier ist alles fest und steif – was auf schlechten Wegstrecken aber dazu führt, dass Kanten und Absätze verlustfrei in die Bandscheiben tätowiert werden. Der mit 265 PS stärkste Motor im Feld liefert über den gesamten Drehzahlbereich den passenden Punch, die Achtstufenautomatik portioniert die Kraft weitgehend perfekt.
BMW 128ti Cupra Leon VZ 2.0 TSI Mercedes A 250 4Matic
Das reicht locker: Alle drei Modelle gibt es auch mit viel mehr Leistung – die haben sie aber überhaupt nicht nötig.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Fahrleistungen reichen bei allen Dreien

Ganz ähnlich geht der Leon zu Werke. Grundsätzlich straff und mit großer Lust räubert der Spanier über kurviges Geläuf, der 245 PS starke Motor sorgt dabei stets für passenden Wumms. Fiesen Holperstrecken nehmen die adaptiven Dämpfer die allergrößte Härte, die sehr leichtgängige und zielgenaue Lenkung wirkt lediglich bei hohen Geschwindigkeiten ein wenig zappelig, das blitzschnelle DSG ruckt nur in Ausnahmefällen.
Gebrauchtwagensuche: Mercedes A 250
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* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Eher schneller Gran Turismo als Sportler will der A 250 sein. Seine ausgewogene Lenkung passt in jeder Lebenslage, das verstellbare Fahrwerk schluckt deutlich mehr Fahrbahnfehler, lässt den Stuttgarter in Wechselkurven aber auch stärker schaukeln. Der mildhybridisierte Motor mit dem souveränen Doppelkuppler schlägt sich trotz der geringsten Leistung mehr als achtbar, klingt unter Last aber immer rau und angestrengt. Schnelles Reisen ist dem Mercedes eindeutig näher als wildes Rasen.

Mit 46.080 Euro ist der Leon der Günstigste

Über den Preis holt der Cupra gewaltig auf. Nicht, dass 46.080 Euro (im Testtrimm) ein Schnapper wären – der BMW kostet mit 48.400 Euro aber schon gut 2000 Euro mehr, für den günstiger zu versichernden Mercedes werden bei einem Testwagenpreis von 56.257 Euro mehr als 10.000 Euro Aufschlag fällig. Trotz der schlechten Restwertprognose von Schwacke kann der Spanier das Blatt so wenden. Spätestens beim Geld hört der Spaß ja bekanntlich auf …

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BMW 128ti Cupra Leon VZ 2.0 TSI Mercedes A 250 4Matic
BMW 128ti
Mercedes A 250 4Matic
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Drei sportliche Kompakte im Test

Oh ja – so lassen wir uns Kompakte auf jeden Fall schmecken. Alle drei würzen und versüßen den Alltag auf ihre Art und Weise. Mit tollem Allroundtalent der A 250, mit purer Fahrdynamik der 128ti und mit dem verträglichsten Mix aus beidem der Leon VZ 2.0 TSI. Hier ist für fast jeden Geschmack der Richtige dabei.