BMW 318d Touring, VW Passat Variant 2.0 TDI: Kombi, Test, Motor, Preis
Diese Dieselkombis halten Maß: BMW 3er Touring gegen VW Passat Variant

Stattliche Kombis made in Germany – reichen die 150-PS-Diesel bei BMW 318d Touring und VW Passat Variant 2.0 TDI? AUTO BILD macht den Test.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Elektromobile sind zwar wartungsärmer als konverntionell angetriebenen Autos, erfordern aber mehr Planung. Stichwort: Laden auf Langstrecke. Ein Diesel-Passat ist dagegen wie Urlaub von Anfang an. Einmal den 66-Liter-Tank gefüllt, und der Bordrechner lässt uns grinsen – Reichweitenprognose 1200 Kilometer! Mal wieder schön, nicht der Laufbursche seines Autos zu sein.
Fast 60.000 Euro werden für Passat und 3er fällig
Beide verfügen über Automatik (ZF-Achtstufen-Wandler im BMW, Siebengang-DSG im VW), Adaptivfahrwerk und Akustikverglasung. Die zwei letztgenannten Extras kosten bei VW deutlich mehr. Und so kommen beide auf einen Testwagenpreis um 58.000 Euro. Heftig.

Kostbare Kombis: Im vollen Testornat kostet der 318d Touring 58.280 Euro, der Passat Variant 2.0 TDI ist für 58.460 Euro zu haben.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
In den BMW-Fahrersitz plumpst man aus großer Höhe, denn man sitzt tief – was auf den nicht zu stark einengenden M-Sportsitzen mit Lordosenstütze und variabler Sitzflächenlänge keine Strafe darstellt. Das Infotainment mit 14,9-Zoll-Großschirm lässt sich über den weiterhin vorhandenen Drehdrücksteller intuitiv bedienen, ohne hinschauen zu müssen wie bei reinen Touchsystemen.
Die BMW-Sprachbedienung versteht fast alles
Vor allem zählt der BMW zu den wenigen Autos, in denen sich der Fahrer den Navi-Maßstab ohne riskante Ablenkung verändern kann. Die Sichelskalen von Tacho und Drehzahlmesser sind zu verspielt gestaltet, um leicht ablesbar zu sein; es gibt aber auch eine genügend große numerisch Tempoangabe.

Moderne Zeiten im 3er: große Displays für Instrumente und Infotainment. Geblieben ist zum Glück der zentrale Drehdrücksteller.
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Up to date ist die Sprachbedienung: Sie kann Navi- und Audio-Befehle, Sitz- und Lenkradheizung einstellen, prüft sogar den Ölstand oder schließt Seitenfenster auf Befehl. Und bei Fahrtzielen in chronisch zugeparkten Stadtteilen unterbreitet das Navi Parkvorschläge. Sehr hilfreich.
Beim zuletzt 2019 gelifteten Passat beschränkt sich die Sprachbedienung auf Medien, Navi und Telefon. Verkehrsnachrichten kommen nicht in Echtzeit und sorgen für Erheiterung, wenn das System vor Staus und Parkplatznot in der Bummelbaustelle vorm Verlagsgebäude warnt, als wir schon längst in unsere Tiefgarage entschwunden sind.
Fahrzeugdaten
Modell | BMW 318d Touring | VW Passat Variant 2.0 TDI |
|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo | Vierzylinder, Turbo |
Einbaulage | vorn längs | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette | Zahnriemen |
Hubraum | 1995 cm³ | 1968 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 110 (150)/4000 | 110 (150)/3000 |
Nm bei 1/min | 320/1500 | 360/1600 |
Vmax | 213 km/h | 210 km/h |
Getriebe | Achtstufenautomatik | Siebengang-Doppelkupplung |
Antrieb | Hinterradantrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | v. 225/40 R 19, h. 255/35 R 19 Y | 235/45 R 18 W |
Reifentyp | Michelin Pilot Sport 4S | Continental EcoContact 6 |
Radgröße | v. 8 x 19", h. 8,5 x 19" | 8 x 18" |
Abgas CO2 | 146 g/km | 132 g/km |
Verbrauch* | 5,5 l | 5,0 l |
Tankinhalt | 59 l | 66 l |
Kraftstoffsorte | Diesel | Diesel |
SCR-Kat/Ad-Blue-Tankinhalt | S/18,9 l | S/16,0 l |
Vorbeifahrgeräusch | 66 dB(A) | 68 dB(A) |
Anhängelast gebremst/ungebremst | 1800/750 kg | 2000/750 kg |
Stützlast | 75 kg | 90 kg |
Kofferraumvolumen | 500–1510 l | 650–1780 l |
Länge/Breite/Höhe | 4709/1827–2068**/1440 mm | 4773/1832–2083**/1505 mm |
Radstand | 2851 mm | 2786 mm |
Grundpreis | 50.800 Euro | 39.190 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 58.280 Euro | 58.460 Euro |
Im Vergleich rollt unser BMW-Testexemplar härter ab, denn es rollt auf größeren, mischbereiften 19-Zoll-Rädern ab; hinten sind Michelin Pilot Sport mit sportivem 35er-Querschnitt aufgezogen. Deshalb kommt die Fahrbahnbeschaffenheit stärker durch als beim komfortorientierteren VW, die Federungsabstimmung geht aber noch immer als ausgewogen durch – und BMW-Fahrer erwarten nun mal ein straffes, bissfestes Fahrwerk.
Im Passat-Fahrwerk steckt mehr Komfort
Das VW-Fahrwerk mit seinen längeren Federwegen wirkt weniger verbindlich und immer etwas obenauf, verkneift sich aber appetitzügelnde Rollbewegungen um die Längsachse. Seine Vorderachse reagiert auf kleine Anregungen wie Frostaufbrüche leicht zittrig, um auf langen Wellen und Buckeln mit Geschmeidigkeit zu brillieren.

Reagiert die Vorderachse auf Frostaufbrüche noch etwas zittrig, brilliert der Passat auf langen Wellen mit Geschmeidigkeit.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Bei den Lenkungen zeigt sich ein ähnliches Bild: Im VW spricht sie aus der Mitte linear an, gibt sich weniger direkt und spitz zupackend als die des BMW. Gekonnt gemacht sind beide.
Eine Segelfunktion steckt in beiden Autos
In Sachen Spritspartechnik bieten beide eine Segelfunktion, kuppeln also im Spritspar-Modus aus. Der BMW hat dem VW den 48-Volt- Startergenerator voraus und schaltet beim Heranrollen an die Ampel den Motor komplett aus, hält die Spannung etwa für die elektrische Lenkung über das 48-Volt-Bordnetz. Das leichte Schütteln des Passat beim Wiederanfahren kennt der BMW gar nicht und gewinnt so einen Punkt bei der Laufkultur.
Messwerte
Modell | BMW 318d Touring | VW Passat Variant 2.0 TDI |
|---|---|---|
Beschleunigung | ||
0–50 km/h | 2,7 s | 3,2 s |
0–100 km/h | 8,5 s | 9,5 s |
0–130 km/h | 15,0 s | 15,6 s |
0–160 km/h | 26,0 s | 25,4 s |
Zwischenspurt | ||
60–100 km/h | 4,9 s | 5,4 s |
80–120 km/h | 6,8 s | 6,8 s |
Leergewicht/Zuladung | 1745/480 kg | 1665/535 kg |
Gewichtsverteilung vorn/hinten | 49/51 % | 58/42 % |
Wendekreis links/rechts | 11,3/11,4 m | 11,6/11,7 m |
Sitzhöhe | 520 mm | 545 mm |
Bremsweg | ||
aus 100 km/h kalt | 35,6 m | 33,9 m |
aus 100 km/h warm | 34,0 m | 33,5 m |
Innengeräusch | ||
bei 50 km/h | 57 dB(A) | 58 dB(A) |
bei 100 km/h | 63 dB(A) | 63 dB(A) |
bei 130 km/h | 66 dB(A) | 67 dB(A) |
Verbrauch | ||
Sparverbrauch | 4,6 l D/100 km | 4,6 l D/100 km |
Testverbrauch | 5,7 l D/100 km | 5,9 l D/100 km |
Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | (+4 %) | (+18 %) |
Sportverbrauch | 7,4 l D/100 km | 8,3 l D/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 152 g/km | 156 g/km |
Auf Kopfsteinpflaster hinterlässt der BMW den besseren Geräuscheindruck. Im 3er sind selbst Seitenverkleidungen unterhalb der Sichtlinie aus geschäumtem Softmaterial, das verbessert die Akustik. Im Passat sind dafür die seitlichen Ablagen mit Filz ausgekleidet, das mildert Geklapper. Der Bayer ist insgesamt aber messbar leiser, subjektiv ist das Reifenabrollgeräusch in jedem Tempobereich die größte Lärmquelle. Was auch daran liegen dürfte, dass der Motor so leise vor sich hin murmelt. Übrigens greift der Spurhalteassistent so dezent ein, dass man ihn nicht gleich abschalten will – selten.
Verbräuche unter sechs Liter
Für den 318d ist zwar keine Sportautomatik erhältlich (erst ab 320d), dennoch arbeitet sein Wandler schneller als der im Vergleich leicht verschlafene VW-Doppelkuppler, der bei Stop-and-go gelegentlich ruckelt, unter Last dagegen nie zuckt. Kommen wir zur zentralen Frage: Reicht ein 150-PS-Vernunftdiesel aus, die immerhin 1,7 Tonnen schweren Kombis zügig zu bewegen? Klares Ja! Bis 180 km/h spurten beide völlig ausreichend, darüber wird’s zäh.

Sparsam: Auf 100 Kilometer brauchte der 318d im Schnitt 4,7 Liter Diesel, der VW genehmigte sich mit 4,9 Litern ein wenig mehr.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der 318d verbrauchte auf unserer Testrunde nur 5,7 Liter – signifikant weniger als der stärkere und spritzigere 320d. Untermotorisiert fühlten wir uns aber auch im 318d nie. Bis Tempo 100 beschleunigt er schneller als der Passat, der dafür im Bereich zwischen 100 und 160 km/h besser geht. Offenbar legt sich der Rollwiderstand der Michelin-Mischbereifung wie Speckröllchen auf die BMW-Antriebswellen.
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