Rappelkiste! Wir Kinder der 70er wissen: Kam immer sonntags, 14 Uhr, ZDF. Und jetzt sitzen wir Fahrer der 20er in einem Diesel mit Start-Stopp-Technik, und wenn die Ampel Grün zeigt, wir von der Bremse latschen, dann singen wir: Ene, mene, miste, es rappelt in der Kiste! Halt, stopp! BMW hat den rumpeligen Neustart des Motors abgeschafft, baut ein 48-Volt-Bordnetz mit Riemengenerator ein. Wir sagen frei nach Kinder-TV: Ene, mene, meck, das Rappeln ist weg! Was das genau heißt, klärt unser Einzeltest des neuen BMW 520d.

Der Verbrauch profitiert vom Riemengenerator

BMW 5er
Groß und sparsam: Der neue 520d verbrauchte auf unserer Testrunde im Schnitt nur 6,0 Liter.
4,94 Meter sind eine ganze Menge Blech. Deshalb sagen wir: immer die Rückfahrkamera (Parking Assistant, 600 Euro) mitbestellen, sonst ist Parken wie Lotto spielen. Dass der 5er mehr Auto ist, als viele von uns brauchen, wissen wir. Hinten XXL-Platz, vorn Clubraum-Atmosphäre mit dickem Lederlenkrad, dem besten Multimedia in einem Auto (iDrive mit Controller, großer Touch-Monitor, top Sprachbedienung). Und jetzt auch Mini-Durst. Nach der 155-km-Verbrauchsrunde ermittelten wir glatte sechs Liter Diesel im Schnitt. Zum Vergleich: Einen Touring ohne 48-Volt-Technik fuhren wir 2017 mit 6,6 Litern. Alles, was jetzt mit 48 Volt zu tun hat, haben sie in den Motorraum eingebaut. Und zwar Batterie, den 8 kW/11 PS starken Riemengenerator, den Wandler. Wiegt zusammen 32 Kilo. Laut Datenblatt ist der 520d seit Juli 2019 genau 55 Kilo schwerer geworden, wiegt jetzt 1725 Kilo. 0,1 Sekunden schneller beschleunigt er auch, den Spurt auf 100 km/h schafft er in 7,2 Sekunden.

Das nervige Ampel-Anfahr-Prozedere ist Geschichte

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Geschmeidig: Die Start-Stopp-Funktion des Mildhybrid arbeitet, ohne dass man sie bemerkt.
Und jetzt reden wir über 48 Volt. Die Mildhybrid-Technik soll den Verbrenner nicht nur entlasten, sondern auch unterstützen, die durchs Bremsen gewonnene Energie steht fürs Boosten zur Verfügung. Aber vor allem zur Entschleunigung der Insassen. Sie wissen schon: diese nervige Motor-an-losfahren-Arie an der Ampel. Der 520d schaltet jetzt beim Bremsen unter 15 km/h den Verbrenner ab – und erweckt ihn wieder ganz sanft zum Leben, wenn die Fuhre losrollt. Ein wahrhafter Komfortgewinn, denn es klappt wirklich! Der Riemengenerator holt den Diesel so smooth aus dem Tiefschlaf, dass der Beifahrer gar nicht weiß: Fahren wir noch elektrisch oder mit 190 Diesel-PS? Es lebe die Harmonie! Übrigens auch auf der Autobahn. Bis 160 km/h kann der 5er segeln. Einfach ganz langsam vom Gas gehen oder in Fahrstufe 8 zweimal am rechten Schaltpaddle klicken. Dann geht der Motor aus, wir sparen Sprit. Wenn du da mal dran bist, wirst du zum Sparkommissar und vergisst glatt, was so ein 5er eigentlich ist: der hinterradgetriebene Spaßmacher in der Vertreterauto-Liga.
Der BMW 520d war noch nie billig. Im Juli 2019 stand er noch mit 50.750 Euro in der Liste, jetzt, mit 48-Volt-Bordnetz, sind wir bei 51.300 Euro. Mit Leder, Sitzheizung, größeren Alus, Assistenten planen Sie mal besser 60.000 Euro ein. Wenn das Dienstwagen-Budget so viel nicht hergibt? Im März 2020 startet der 320d mit 48-Volt-Bordnetz, im April der 340d, X3, X5 und X6 folgen, ab Juli dann die ersten Benziner.
Das Fazit: Kleiner Eingriff, große Wirkung: Der Prospekt-Verbrauch geht um 0,3 Liter zurück – somit auch der CO2-Ausstoß. Das spart in diesen Zeiten dem Kunden Geld und dem Hersteller Strafe. Und ganz nebenbei sorgt es für sanftes Anfahren, klasse. AUTO BILD-Testnote: 2+

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BMW 520d im Test