BMW 635 CSi Hartge H6S (1984)
Extrem seltener Hartge H6S mit wenig Kilometern zu verkaufen

Bild: KFZ Guggenberger Georg
80er-Jahre-Tuning at its best: Dieser 635 CSi wurde seinerzeit von BMW-Spezialist Hartge aufwendig zum H6S umgebaut. Neben optischen Modifikationen wurde auch der Reihensechszylinder einer Behandlung unterzogen. Jetzt wird das Coupé mit weniger als 40.000 Kilometern in München angeboten. Das soll der H6S kosten!
Basis für den wilden H6S-Umbau ist der BMW 635 CSi der Baureihe E24. Das elegante Coupé kam 1976 als Nachfolger des E9 auf den Markt und wurde bis 1989 über 86.000 Mal gebaut. Was alle Fahrzeuge einte: Es gab den ersten 6er ausschließlich mit Reihensechszylindern. Zum Marktstart war das von seinen Fans liebevoll Sharknose genannte Coupé als 630 CS (185 PS) und als 633 CSi (200 PS) erhältlich.
Damaliger Neupreis eines BMW 635 CSi: ab 49.400 DM
Ab 1978 bot BMW mit dem 635 CSi ein echtes Sportmodell an. Unter der Haube steckte ein auf 3,5-Liter aufgebohrter Reihensechszylinder (M30), der 218 PS an die Hinterräder abgab. Der Neupreis für so einen BMW 635 CSi lag 1978 bei 49.400 DM.

80er-Jahre-Tuning in Reinkultur: Für Fans von Originalität ist dieser E24 nichts, selten ist der Hartge H6S allemal.
Bild: KFZ Guggenberger Georg
Sechs Jahre und eine Modellpflege später legte BMW dann noch mal eine Schippe drauf und enthüllte das von der Motorsport GmbH entworfene Topmodell M635 CSi mit einem vom Sportwagen M1 abgeleiteten Reihensechszylinder (M88) mit zwei obenliegenden Nockenwellen und sechs Einzeldrosselklappen. Die Leistung gaben die Münchner mit 286 PS an, was für einen Topspeed von 255 km/h reichen sollte. Mit 89.500 DM (später als Kat-Version sogar über 100.000 DM) hatte der M635 CSi allerdings auch einen stolzen Preis.
Nicht ganz so stark, dafür deutlich individueller ist der Hartge H6S. Neben Alpina und AC Schnitzer bot auch Hartge ab 1982 ein umfangreiches Veredlungsprogramm für den E24 an. Die erste Ausbaustufe war der H6S, daneben wurde auch ein H6SP angeboten.
Der E24 wurde in Japan umgebaut
Genaue Informationen zu den von Hartge umgebauten E24 gibt es nicht, doch es ist sicher, dass nur ganz wenige Fahrzeuge zu H6S und H6SP umgebaut wurden. Eines davon wird in München angeboten. Das Coupé in "Alpinweiß" ist Baujahr 1984 und wurde kurz nach seiner Auslieferung nach Japan exportiert.
Reihensechser mit 240 PS
Dort angekommen ließ der Erstbesitzer den 635 CSi von Hartge-Importeur Tomita zum H6S umbauen. Neben einer dezenten Tieferlegung und den charakteristischen Zierstreifen bekam vor allem der M30 getaufte Reihensechser einige Upgrades verpasst. Modifikationen an sowie eine neue Abgasanlage sorgten für ein Leistungsplus von 22 PS, sodass im H6S 240 PS und 335 Nm anlagen. Die Höchstgeschwindigkeit stieg von 229 auf 235 km/h, was allerdings die Werte für die handgeschaltete Version sind. Mit der bei diesem E24 verbauten Automatik ist der BMW etwas langsamer.

Seltene Kombination: Ab Werk wurde der E24 mit blauer Innenausstattung ausgeliefert, zwischenzeitlich war ein graues Interieur verbaut, ehe das Coupé im Innenraum wieder in den Originalzustand versetzt wurde.
Bild: KFZ Guggenberger Georg
Mit nur 39.976 Kilometer auf dem Tacho und einer Teilrestaurierung, die über 10.000 Euro verschlang (Rechnung vorhanden), soll der seltene H6S 46.635 Euro kosten. Auf den Fotos macht er einen ordentlichen Eindruck, die Karosserie wurde in Japan nachlackiert und soll in einem guten Zustand sein. Neuer TÜV und eine deutsche Zulassung sind im Preis inklusive.
Über 10.000 Euro investiert
Dasselbe Auto wurde übrigens 2018 in den Niederlanden für 28.500 Euro angeboten. Damals allerdings noch mit einem nicht originalen grauen Interieur, das auf den damaligen Fotos einen heruntergerockten Eindruck machte. In der Zwischenzeit wurde der E24 mit Gebrauchtteilen auf den originalen blauen Innenraum zurückgerüstet und präsentiert sich nach der Teilrestaurierung in einem deutlich besseren Zustand.
Damals wie heute nicht ganz so schön sind die nachgerüsteten Schürzen und der aufgesetzte Heckflügel (stammt jeweils nicht von Hartge). Womöglich handelt es sich hierbei um Zender-Teile. Ebenfalls nicht original aus der Zeit sind die von Ronal gefertigten einteiligen Hartge Typ A-Felgen in 18 Zoll. Die Felgen sind mittlerweile unter Sammlern sehr begehrt, jedoch fehlen bei diesem Exemplar leider die Nabendeckel.
1984 hatte Hartge für den 635 CSi übrigens ausschließlich 16-Zoll-Räder in den Dimensionen 225/50 und 245/45 im Angebot. Das Momo-Lenkrad mit Hartge-Logo passt perfekt.

Nicht ganz so schön: Der aufgesetzte Heckspoiler passt nicht unbedingt zur zeitlos schönen Form des 635 CSi.
Bild: KFZ Guggenberger Georg
Unterm Strich gibt es hier ein Stück Tuning-Kultur mit absolutem Seltenheitswert. Und auch wenn die Schürzen ursprünglich nicht von Hartge stammen, so können sie mittlerweile wohl unter zeitgenössischem Tuning verbucht werden. Schade, dass der E24 über eine Automatik verfügt, denn das Getriebe dürfte einen Großteil der Mehrleistung verpuffen lassen.
Wer einen E24 zum Fahren sucht, greift lieber zu einem BMW 635 CSi mit Handschaltung. Wer einen raren Cruiser sucht, den es so vermutlich kein zweites Mal gibt, der ist mit dem ultraseltenen Hartge H6S bestens bedient.
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