Vor einem Jahrzehnt, im Jahr 2014, lief "Wetten, dass ..?" noch regelmäßig im Fernsehen, wurde Deutschland Fußball-Weltmeister, und wer ­online "i5", "EQE" oder "ET7" in die Suchzeile tippte, den hätte Google noch ins Leere laufen lassen.
Heute ist das anders. Während damals unumstritten noch bullige V8-Biturbos die Modellpaletten von 5er und E-Klasse krönten, ­stehen mit den beiden vollelektrischen Pendants sportlich-schwere Alternativen bereit. Den i5, Neues­ter im Bunde, bewirbt BMW mit: "Fährt wie ein echter M" und "Fühlt sich an wie ein echter M".
Hinweis
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Auch in Affalterbach schreibt man, der EQE sorge für "echte AMG-Momente auf der Rennstrecke oder kurvigen Landstraßen". Ebenfalls mit dabei: der Nio ET7. Mit 653 PS Systemleistung ordnet er sich leistungstechnisch mittig zwischen den beiden anderen ein. Zu seinen innovativen Tauschakkus gesellt sich der kleinste Einstiegspreis. Hat er hier so eine echte Chance?

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart vorn
Synchronelektromotor
Synchronelektromotor
Synchronelektromotor
Leistung vorn
192 kW (261 PS)
k. A.
180 kW (245 PS)
Motor Bauart hinten
Synchronelektromotor
Synchronelektromotor
Asynchronelektromotor
Leistung hinten
250 kW (340 PS)
k. A.
300 kW (408 PS)
max. Drehmoment vorn/hinten/gesamt
365/430/795 (820*) Nm
k. A./k. A./1000 Nm
350/500/850 Nm
Spitzenleistung gesamt
442 kW (601 PS)
505 kW (687 PS)
480 kW (653 PS)
Dauerleistung
127 kW (173 PS)
185 kW (252 PS)
130 kW (177 PS)
Vmax
230 km/h
240 km/h
200 km/h
Getriebe
Einganggetriebe
Einganggetriebe
Einganggetriebe
Antrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
245/40–275/35 R 20 Y
265/35-295/30 R 20 Y
255/40 R 21 V
Reifentyp
Pirelli P Zero
Michelin Pilot Sport EV
Pirelli P Zero Elect
Radgröße
8,5–10 x 20"
9,5–10,5 x 21"
9 x 21"
Verbrauch**
19,5 kWh
22,2 kWh
21,8 kWh
Reichweite**
483 km
459 km
505 km
Ladeanschluss
hinten rechts
hinten rechts
hinten links
Batteriekapazität
81,2 kWh
90,56 kWh
100 kWh
Ladeleistung AC/DC
22/205 kW
22/170 kW
11/180 kW
Vorbeifahrgeräusch
68 dB(A)
69 dB(A)
66 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
2000/750 kg
750/750 kg
2000/750 kg
Stützlast
80 kg
75 kg
100 kg
Kofferraumvolumen
490 l
430 l
363 l
Länge/Breite/Höhe
5060/1900–2156***/1505 mm
4964/1961–2103***/1492 mm
5101/1987–2202***/1509 mm
Radstand
2995 mm
3120 mm
3060 mm
Grundpreis
99.500 Euro
110.706 Euro
90.900 Euro (inkl. 100-kWh-Batterie)
Testwagenpreis (wird gewertet)
107.700 Euro
132.108 Euro
93.400 Euro

BMW i5 M60: am leichtesten und wendigsten

Karosserie/Innenraum

Dass in München die Zeichen auf Sport stehen, zeigt nicht nur die rote Zwölf-Uhr-Markierung auf dem Lenkrad, sogar die Ambientebeleuchtung illuminiert auf Wunsch in M-Farben. Die Sitzposition fällt passend tief aus, die Sitze mit verstellbaren Seitenwangen halten auch kräftigere Fahrer konsequent in Position. Klassische, animierte Rundinstrumente hätten bei so viel Sportsgeist eigentlich gut ins Bild gepasst.
Die Fahrmodi "Expressive" und "Relax" rutschen allerdings eher in eine homöopathische Richtung ab, verändern lediglich die Farbgebung. In "Digital Art" fängt auf einmal eine Chinesin an, auf Englisch zu erzählen, was sie unter Kunst versteht. Im "Personal" genannten Fahrmodus lässt sich das Fahrverhalten nicht personalisieren, dafür kann "Sport" ganz auf Komfort gestellt werden. Aha.
BMW i5 M60 xDrive
Fahrerorientiertes Cockpit, der mittlere Bildschirm kann nach wie vor auch über den iDrive-Controller bedient werden. Was fehlt: ein Fahrmodi-Schalter am Lenkrad. Der winzige Touch-Schalter in der Mitte ist kaum blind bedienbar.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Hinten bietet der 5er zwar etwas weniger Platz für die Beine als EQE und ET7, dafür aber am meisten Raum für den Kopf. Insgesamt sitzt man kommod, kommt sich durch die großen Seitenfenster auch nicht eingeengt vor.
BMW i5 M60 xDrive
Mit 2,99 Metern kürzester Radstand im Test, dank klassischer Limo-Form dafür beste Kopffreiheit im i5.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Wer das Travel-Paket hinzukauft, bekommt mit Komfortzugang (BMW-Sprech für Keyless-Go) und einer elektrischen Heckklappe auch das Travel & Comfort-System. So können an den Rückseiten der Vordersitze Halter für ein Smartphone, Tablet oder einen Klapptisch befestigt werden.
BMW i5 M60 xDrive
490 Liter passen in den Fünfer-Kofferraum – Bestwert im Test.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD

Fahreindruck/Messwerte

Der BMW i5 ist zweifelsohne das leichtfüßigste Auto im Test. Er bringt knapp 180 Kilogramm weniger auf die Waage als der Benz und immerhin noch 90 weniger als der Nio. Der M-typische Spirit findet sich vor allem bei der Kraftverteilung wieder – in Kurven verschiebt sich die Antriebsleistung spürbar nach hinten, was den BMW agiler wirken lässt.
An der mitlenkenden Hinterachse sitzt der mit 340 PS stärkere der beiden E-Motoren. Arbeitet er mit dem 261 PS leistenden Aggregat vorn zusammen, sprintet der Bayer in 3,8 Sekunden auf Tempo 100, zieht bis 200 an den beiden anderen vorbei. Bei 230 km/h ist Schluss, damit enteilt der i5 dem Nio (200 km/h), muss den Benz (240 km/h) aber ziehen lassen.
BMW i5 M60 xDrive
Mit 5,06 Metern ist der BMW i5 10 Zentimeter länger als der Mercedes EQE.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Positiv: Wer die Konsequenz kennt, mit der die Bayern traditionell Modelle mit M-Label auf Sport bürsten, darf im i5 aufatmen. Trotz klassisch gefederter Vorderachse bügelt er mit aufpreispflichtigem adaptiven M Fahrwerk Professional (4100 Euro) besonders kleine Unebenheiten am besten weg, gleicht Wankbewegungen aktiv aus, hat zudem einen Taschenspielertrick drauf: Wer bis Tempo 135 bei aktiviertem Autobahnassistenten (und freier Bahn) in den Spiegel schaut, wird vom 5er automatisch auf die linke Spur bugsiert – und nach abgeschlossenem Überholvorgang wieder ­zurück.

Mercedes-AMG EQE 53: starker Sprinter, aber auch teuer

Karosserie/Innenraum

Mercedes-AMG EQE 53 4Matic+
Riesige Bildschirmlandschaft im Benz, dazu gibt es ein Rad am Lenkrad, über das sich die Fahrmodi bedienen lassen. Die Sitze fallen etwas schmaler aus als im BMW.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD

Den EQE gibt es – im Gegensatz zum Fünfer – ausschließlich als reines Elektroauto. Das birgt für die Entwickler mehr Freiheiten, konkret haben die Stuttgarter ihrem Zögling einen enorm langen Radstand verpasst: 3,12 Meter sind mehr als bei einer Standard-S-Klasse. Im Innenraum schafft das Platz, zumindest in Längsrichtung.
Mercedes-AMG EQE 53 4Matic+
Im EQE gibt’s dank 3,12 Meter Radstand viel Knieraum hinten. Einstieg und Aussicht sind am engsten.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Fond-Mitfahrer haben im EQE selbst mit langen Beinen wenig zu nörgeln – theoretisch. Denn das im Sinne des Luftwiderstands flach auslaufende Dach begrenzt dann wieder den Platz obenrum und kostet Rücksicht.
Mercedes-AMG EQE 53 4Matic+
430 Liter müssen reichen. Wie im i5 sind die Lehnen im Benz umklappbar.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Am Mercedes gefallen andere Dinge. Dazu gehört, dass er als ­Einziger direkt am Lenkrad eine Verstellung der Fahrmodi erlaubt. Über die Wippen am Volant kann gleichzeitig unkompliziert die ­Rekuperation angepasst werden. Der gigantische Hyperscreen mit Beifahrerdisplay birgt allerlei Funktionen, unter anderem das optional erhältliche "AMG Track Pace". Das kann zum Beispiel dabei helfen, Runden- oder Beschleunigungszeiten zu messen und auch auch sonst allerlei Daten auf Rennstrecken zu sammeln.
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Fahreindruck/Messwerte

Mit optionalem "AMG Dynamic Plus"-Paket (4760 Euro) mausert sich der EQE zum Stärksten im Test: 687 PS und bis zu 1000 Newtonmeter stehen bereit. Die schieben den Benz in 3,4 Sekunden auf Tempo 100 – Bestwert im Test. Auf Tempo 200 zieht der BMW (12,9 s) dann allerdings an Mercedes (13,2 s) vorbei. Der Nio baut noch deutlich mehr ab, erreicht diese Marke erst nach 17,1 Sekunden.
Mercedes-AMG EQE 53 4Matic+
Beim AMG fällt der mit 3,12 Meter enorm lange Radstand auf.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Wie der Nio rollt auch der EQE voll luftgefedert zum Test. Fahrbahnkanten reichen die Dämpfer etwas ungefilterter durch als im BMW. Insgesamt gefällt auch der Mercedes mit ruhiger Lage, versteift sich im Sportmodus spürbar und wirkt mit linear ansprechender, schon auf der ersten Drittelumdrehung direkt reagierender Allradlenkung subjektiv nach einem kleineren Auto. Allradlenkung ist hier ebenfalls an Bord – und wenn man uns fragt, ist sie das deutlich nützlichere Extra als die knapp 5000 Euro teure Keramikbremse. Wie erwähnt ist der Benz mit gemessenen 2559 Kilogramm der Schwerste, verbraucht mit 29,6 kWh/100 km am meisten. Der BMW bleibt fast 3 kWh sparsamer.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
1,8 s
1,5 s
1,8 s
0–100 km/h
3,8 s
3,4 s
3,8 s
0–130 km/h
5,7 s
5,3 s
6,1 s
0–160 km/h
8,1 s
7,9 s
9,4 s
0–200 km/h
12,9 s
13,2 s
17,1 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
1,6 s
1,6 s
1,7 s
80–120 km/h
2,1 s
2,1 s
2,3 s
Leergewicht/Zuladung
2380/515 kg
2559/536 kg
2470/430 kg
Gewichtsverteilung v./h.
50/50 %
49/51 %
48/52 %
Wendekreis links/rechts
11,9/12,0 m
12,3/12,3 m
12,9/13,0 m
Sitzhöhe
580 mm
575 mm
585 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
33,4 m
35,3 m
35,7 m
aus 100 km/h warm
32,2 m
34,9 m
35,1 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
54 dB(A)
54 dB(A)
4 dB(A)
bei 100 km/h
63 dB(A)
61 dB(A)
62 dB(A)
bei 130 km/h
67 dB(A)
65 dB(A)
66 dB(A)
bei 160 km/h
71 dB(A)
70 dB(A)
69 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
20,7 kWh/100 km
23,0 kWh/100 km
21,9 kWh/100 km
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
26,8 kWh/100 km
(+37 %)
29,6 kWh/100 km
(+33 %)
28,7 kWh/100 km
(+32 %)
Sportverbrauch
30,5 kWh/100 km
32,3 kWh/100 km
35,0 kWh/100 km
CO2 (lokal)
0 g/km
0 g/km
0 g/km
Reichweite
335 km
344 km
367 km

Nio ET7: Die Chinesen fahren ihre ganz eigene Strategie

Karosserie/Innenraum

Die Nio-Mission scheint es eher gewesen zu sein, einen Reichweiten-Riesen zu bauen, zu dem die 653 PS quasi mit ins Paket gehören. Platz ist reichlich vorhanden, die äußeren Plätze verfügen sowohl über Sitzbelüftung als auch über verstellbare Lendenwirbelstützen.
Nio ET7
Dadurch, dass sich die Beine weit ausstrecken lassen, stört der hohe Fahrzeugboden im Nio nicht so sehr. Wer hinten rechts Platz nimmt, kann den Beifahrersitz per Touchscreen ganz nach vorne surren lassen.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Positiv fällt zudem die Materialauswahl auf. Himmel und Türtafeln wurden kuschelig bezogen, für gute Aussicht sorgt ein massives zwei­geteiltes Glasdach. Schade nur, dass die Rücksitzbank des ET7 nicht umklappt, lediglich eine Mini-Durchreiche lässt sich nutzen. So bleibt das Kofferraumvolumen bei zwar gut nutzbaren, aber dennoch mickrigen 363 Litern.
Nio ET7
Nur 363 Liter Kofferraum im ET7 enttäuschen. Immerhin fällt die Ladefläche annähernd quadratisch und damit gut nutzbar aus.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Beim Infotainment hat Nio seit Marktstart des ET7 auf jeden Fall Boden gutgemacht. Die upgedatete Nomi versteht mittlerweile deutlich mehr als früher, kann meist weiterhelfen. Dafür sorgt aber die Tesla-inspirierte Bedienung gerade bei häufigen Fahrerwechseln für Verdruss. Lenkrad und Spiegel müssen über den Touchscreen justiert werden, Android Auto und Apple CarPlay fehlen.
Nio ET7
Die Sitzposition im ET7 fällt hoch, die Bedienung sehr Touch-lastig aus. Materialqualität und Verarbeitung können sich sehen lassen.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD

Fahreindruck/Messwerte

Mit dem 100-kWh-Akkupaket schafft der Nio knapp die größte Reichweite (367 Kilometer) im Testfeld. Die Ladeleistung haben die Chinesen mittlerweile von 125 auf 180 kW erhöht (BMW: 205, Mercedes: 170), eine bestimmte Zeitspanne fürs Schnell­laden gibt Nio aber nicht an. Die Möglichkeit, den ­gemieteten Akku an einer "Power Swap"-Station binnen weniger Minuten wechseln zu lassen, besteht zwar. Aber die Auswahl beschränkt sich noch immer auf acht Standorte, die sich dazu noch auf fünf Bundesländer verteilen. Ostdeutschland bleibt bislang komplett außen vor.
Nio ET7
Mit 5,10 Meter ist der ET7 der Längste im Testfeld.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Auch, wenn die Luftfedern an Vorder- und Hinterachse ebenfalls für guten Komfort sorgen – dynamisch hält er mit den beiden anderen nicht ganz mit. Die Lenkung gibt sich gerade im Komfort-Modus leichtgängig, in Sport+ verhärtet sie unnötig stark.
Hinweis
Nio ET7 bei carwow.de
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Dazu ist der Nio auch schon bei 200 km/h abgeregelt, aus flotten 3,8 Sekunden auf Tempo 100 werden verhaltene 17,1 Sekunden auf Tempo 200. Die Elektronik regelt hier also bereits einen Teil der 653 PS weg. So wird die Batterie weniger belastet.

Zwischen Nio und Mercedes liegen 40.000 Euro

Zu 110.706 Euro Basispreis gesellen sich beim EQE die genannten Extras wie "AMG Dynamic Plus"-Paket, das Premium-Paket (inklusive 360-Grad-Kameras, Fahrerassistenz-Paket) und die getestete Keramikbremse. In Summe kommen so über 130.000 Euro raus – und ein fetter Abzug im Kostenkapitel.
Nio ET7
Am Ende führt der BMW vor Nio und Mercedes. Die beiden teilen sich Platz 2.
Bild: Tom Salt/AUTO BILD
Während sich der BMW mit knapp 108.000 Euro mittig einreiht, kann der Nio hier richtig Punkte machen. Mit gekauftem Akku (dann fällt natürlich die Tauschoption weg) werden 93.400 Euro fällig. Wenn man sich die mit 2500 Euro sündhaft teuren 21-Zoll-Räder spart, sind es 90.900 Euro – also ungefähr 40.000 (!) Euro weniger als der Benz.

Platzierung

Platzierung
BMW i5 M60 xDrive
1
621
Am sparsamsten und gleichzeitig am sportlichsten, die klassische Form tut ihm gut. Bedienung nicht optimal.
Mercedes-AMG EQE 53 4Matic+
2
572
Stark im Antritt und im Auftritt, vor allem beim Cockpit. Am Ende des Tages aber deutlich zu teuer.
Nio ET7
2
572
Kommt dynamisch nicht an die Deutschen ran, punktet aber mit Stil, Materialeindruck und dem Preis.
So bleibt der ET7 in der Eigenschaftswertung zwar Letzter, zieht aber über die Kosten am Ende exakt mit dem Mercedes gleich. Der BMW fährt also vorneweg, Mercedes und Nio auf Rang zwei.

Fazit

Dass der i5 diesen Vergleich gewinnt, hat am Ende viele Gründe. Er ist der Leichteste, am sparsamsten, bietet mit seiner klassischen Form praktische Vorteile. Der Mercedes muss im Karosserie-Kapitel Federn lassen und ist einfach zu teuer. Das nutzt der ET7, um trotz Detailschwächen im Endergebnis noch gleichzuziehen.