Am BMW iX scheiden sich die Geister. Und das zum wiederholten Mal. Bei seinem Marktstart im Jahr 2020 fanden viele Fans, dass er optisch nicht das verkörpere, was man von einem Sport Activity Vehicle (SAV) der Marke erwartet.
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iX xDrive45

iX xDrive45 BMW
Mit Blick auf die Neue Klasse (Marktstart Anfang 2026) und das, was bis dato von ihr bekannt ist, stellt sich die Frage, ob der iX da noch mithalten kann.

Viele Überarbeitungen am Antrieb

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Veränderungen, die das jüngste Facelift für das Prestigeprojekt mit eigenständiger Elektroplattform gebracht hat. Da wurden nicht nur bekrittelte Äußerlichkeiten beseitigt, es gab auch Überarbeitungen bei Batteriekapazität, Leistung, Reichweite und Ladegeschwindigkeit.
BMW iX xDrive45
Überarbeitet: Neben leichten Retuschen an der Optik hat BMW den gelifteten iX vor allem bei der Antriebs- und Akkutechnik verbessert.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Und damit das für die Kundschaft sofort und unmissverständlich klar wird, wurde auch die Nomenklatur geändert: Der bei uns zum Kurztest angetretene iX xDrive40 heißt jetzt iX xDrive45. So sollen sich die auch die erhöhten Antriebsleistungen und die verbesserte Reichweite im Vergleich zum Vorgänger widerspiegeln.

Der iX hat an Kraft zugelegt

Für den iX xDrive45 bedeutet das jetzt eine um 82 auf 408 PS gesteigerte Systemleistung, die sich aus der Kraft von zwei Synchronmaschinen an Vorder- und Hinterachse zusammensetzt. Während an der Front 258 PS und 365 Newtonmeter anliegen, sind es am Heck 272 PS und 400 Nm.
BMW iX xDrive45
Mehr Dampf: Mit der Modellpflege bekamen auch die beiden Motoren eine Kraftkur. Die Systemleitung des iX liegt nun bei 408 PS.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Wer an dieser Stelle eine bewusste Auslegung zur Hecklastigkeit vermutet, der dürfte mit Blick auf den Fahrbetrieb enttäuscht werden. Wozu aber kein Grund besteht. Die Kraftverteilung erfolgt sehr gleichmäßig, was dem Dynamiker durch die bedarfsgerechte Verteilung der Antriebsmomente vor allem bei schnell gefahrenen Kurven entgegenkommt.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart vorn 
Synchronelektromotor 
Leistung vorn 
190 kW (258 PS) 
Motor Bauart hinten 
Synchronelektromotor 
Leistung hinten 
200 kW (272 PS) 
max. Drehmoment vorn/hinten/ges. 
365/400/700 Nm 
Spitzenleistung gesamt 
300 kW (408 PS) 
Dauerleistung 
135 kW (184 PS) 
Vmax
200 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheib., innenbel., 348/330 mm 
Testwagenbereifung 
275/40 R 22 Y 
Reifentyp 
Hankook iOn Evo SUV 
Batteriekapazität (netto) 
94,8 kWh 
Ladeleistung (AC/DC) 
11 (22)/175 kW 
Ladezeit 10-80 %, DC-Laden 
34 Minuten 
Verbrauch* 
21,8 kWh/100 km 
Reichweite* 
522 km 
Ladeanschluss 
hinten rechts 
Vorbeifahrgeräusch 
67 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
2500/750 kg 
Stützlast 
100 kg 
Kofferraumvolumen 
500–1750 l 
Länge/Breite/Höhe 
4965/1970-2230**/1695 mm
Radstand 
3000 mm 
Grundpreis
83.500 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
94.050 Euro
Selbst im Grenzbereich mit quietschenden 275er-Pneus auf 22-Zoll-Felgen bleibt das knapp 2,5 Tonnen schwere Elektro-SUV erstaunlich fahrstabil. Dabei erfreut der iX mit seiner optionalen Integral-Aktivlenkung, die sehr direkt und mit gutem Handmoment arbeitet, sowie mit der ebenfalls extra zu bezahlenden Zweiachs-Luftfederung. Die hält nicht nur böses Ungemach der Straße von den Insassen fern, sondern versteht auch Wank- und Aufbaubewegungen zu verhindern.
Zudem erweist sich die M-Sportbremsanlage als standfest. Das lässt sich auch in den gemessenen Bremswegen ablesen, die aus 100 km/h bei warmer Anlage 36,2 Meter betragen. Kalt sind es 70 Zentimeter mehr.
BMW iX xDrive45
Teurer Stromer: Der iX xDrive45 ist ab 83.500 Euro zu haben. Mit dem optionalen M Sportpaket kostete unser Testwagen 90.500 Euro.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass es das alles – angereichert mit diversen optischen Feinheiten im Außenbereich und im Innenraum – nur mit dem optionalen M Sportpaket gibt. Dieses lässt den Preis des iX xDrive45 von 83.500 Euro mit einem Schlag auf 90.500 Euro steigen.

Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau

Nun ist ein dynamisches und noch dazu sehr spaßiges Fahren mit den Beschleunigungswerten eines Sportwagens – wir sprechen beim iX xDrive45 von 5,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h – das eine, der Verbrauch und die direkt davon abhängende Reichweite das andere.
BMW iX xDrive45
Geht sehr ordentlich: Der 2,5 Tonnen schwere iX xDrive45 stürmt in 5,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Vmax: 200 km/h.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Im Drittelmix genehmigt sich der propere Bayer nach AUTO BILD-Messungen 21,4 kWh alle 100 Kilometer, was für eine maximale Reichweite von 442 Kilometern reicht. Zu bedenken ist, dass unsere Messungen bei nahezu idealen Außenbedingungen durchgeführt wurden. Wer im Winter der sportlichen Attitüde des iX xDrive45 folgend den rechten Fuß gerne mal in Richtung Bodenblech neigt, wird feststellen müssen, dass auf 100 Kilometer auch mal über 30 kWh aus der 94,8 kWh fassenden Batterie gezogen werden. Und dann ist es mit der Reichweite natürlich nicht weit her.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,2 s 
0–100 km/h 
5,1 s 
0–130 km/h 
7,9 s 
0–160 km/h 
11,6 s 
0–180 km/h 
14,7 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
2,5 s 
80–120 km/h 
3,2 s 
Leergewicht/Zuladung 
2523/577 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
49/51 % 
Wendekreis links/rechts 
12,2/12,2 m 
Sitzhöhe 
725 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
36,9 m 
aus 100 km/h warm 
36,2 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
53 dB(A) 
bei 100 km/h 
61 dB(A) 
bei 130 km/h 
66 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
15,7 kWh/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
23,2 kWh/100 km
(+6 %)
Sportverbrauch 
31,2 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
Reichweite 
442 km 
Hilfreich ist für Langstreckenfahrer das hauseigene Navi, das wirklich sehr intelligent Routenvorschläge macht, die mit geringerem Autobahnanteil nicht viel langsamer sind. Dabei behält der iX zudem auch Verbrauch und Ladestationen im Blick. Geladen wird übrigens mit bis zu 175 kW, was an entsprechenden Stationen Ladezeiten von knapp 34 Minuten nach sich zieht, um den Akku von 10 auf 80 Prozent zu füllen.
Wer gezwungenermaßen an einem AC-Lader strandet, hat sich hoffentlich für das optionale On-Board-Laden mit 22 kW entschieden. Denn dann ist nach fünf Stunden der leere Akku zu 100 Prozent gefüllt, während er bei 11 kW fast zehn Stunden an der Leine liegt.

Viele Spielereien im Infotainment

Nun bietet BMW einiges für die Unterhaltung, damit Wartezeiten nicht langweilig werden. Die aktuelle Generation des BMW iDrive hält eine Form des In-Car-Gamings bereit. Hier können die Wartenden allein oder zu zweit Casual Games spielen. Dabei fungiert das Smartphone als Controller und das Zentraldisplay als Bildschirm. Zu den Spielen gehören "Uno Car Party", "Wer wird Millionär" oder "Starlit Kart".
BMW iX xDrive45
Der Arbeitsplatz erfreut mit sehr gut verarbeiteten Materialien und viel Raum. Dazu gibt es einen persönlichen Assistenten.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Stolz ist BMW auf sein Operating System 8.5, das auch den Intelligent Personal Assistant beinhaltet. Leider ist der nur so intelligent, wie es die Verbindung zulässt. In Gebieten mit dünner Netzabdeckung antwortet die freundliche Stimme recht häufig damit, dass sie jetzt nicht verstanden habe, was der Fragende will.
Zu loben ist das bereits in der Serienausstattung enthaltene Head-up-Display mit der Funktion Augmented View. Richtungspfeile, Fahrspurmarkierungen, Abbiegehinweise und sogar Hausnummern werden direkt ins Sichtfeld des Fahrers eingeblendet, wenn sie für die Navigation von Belang sind.

Viel Raum auf allen Plätzen

Wer so geleitet unterwegs ist, erlebt die Fahrt in recht plüschig und groß wirkenden Sportsitzen, die irgendwie an Omas Fernsehsessel erinnern. Vorteil: Er kann die Strecken zwischen den notwendigen Ladezyklen sehr entspannt zurücklegen. Bei sehr dynamischen Kurvenfahrten wird man aber auch feststellen, dass der Pilot nicht so eng eingebunden ist, wie man das von anderem Sportgestühl der Bayern gewohnt ist.
BMW iX xDrive45
Luftiger Fond: Selbst für große Reisende ist das Platzangebot in der zweiten Reihe angenehm üppig bemessen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Über Platzprobleme muss sich im 4,96 Meter messenden BMW iX nach wie vor niemand beklagen. Sowohl vorne als auch hinten können selbst große Personen bequem sitzen und vermissen weder vor den Knien noch überm Kopf ausreichend Raum – was angesichts eines Radstands von 3,00 Metern und einer Höhe von knapp 1,70 Metern aber auch nicht verwundert.
Der Kofferraum bietet bei aufrechter Fondlehne 500 Liter Stauraum, zudem offeriert er ein Fach unterhalb des doppelten Ladebodens, in dem das Ladekabel verschwindet und so im Gepäckabteil nicht stört.

Wertung BMW iX xDrive45

Wertung BMW iX xDrive45
Karosserie
Üppiges Raumangebot. 2,5 Tonnen Anhängelast, bestechende Qualität, gute Sicherheitsausstattung.
3,5 / 5
Antrieb
Spontaner Antritt, verhaltener Verbrauch und ebensolche Vmax, Reichweite im Vergleich gut.
4 / 5
Fahrdynamik
Hohe Fahrsicherheit, erstaunlich agil, tolle Traktion, großer Wendekreis, Bremse gut dosierbar.
4 / 5
Connected Car
Navi stellt Routen intelligent zusammen, viele Onlinefunktionen und Apps, gute Sprachsteuerung.
4,5 / 5
Umwelt
Ziemlich groß und ziemlich schwer, sehr geringes Außengeräusch, emissionsfreies Fahren.
3,5 / 5
Komfort
Üppige und sehr gut funktionierende Assistenzsysteme, guter Federungskomfort, sehr leise.
4 / 5
Kosten
Hoher Anschaffungspreis, geringer Wiederverkaufswert, Versicherung und Wartung sehr teuer.
2,5 / 5
AUTO BILD-Testnote
1,7
Wer mal richtig zuladen will, der wirft per Knopfdruck im Kofferraum die Lehne der Rückbank komplett um und erhält so eine plane Ladefläche und 1750 Liter Ladevolumen. Selbst bei der Anhängelast muss sich der Fahrer eines iX xDrive45 kaum bescheiden, denn bis zu 2,5 Tonnen können hier problemlos an den Haken genommen werden.

Bildergalerie

BMW iX xDrive45
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BMW iX xDrive45 im Test

Fazit

von AUTO BILD
In Summe ist der BMW iX xDrive45 ein gelungenes E-Auto, das bei der Optik vielleicht nicht mehr ganz so viele Kritiker findet, wie es sie noch vor dem Facelift gab. Allerdings bleibt es bei einem Preis von knapp unter 90.000 Euro dabei, dass auch dieser Stromer nichts für die breite Masse ist, sondern eher etwas für Enthusiasten mit einem gut gefüllten Portemonnaie. AUTO BILD-Testnote: 1,7