BMW iX5 Hydrogen: Wasserstoff-SUV im Test
So fährt der BMW iX5 Hydrogen mit Brennstoffzelle
BMW iX5 Hybrid im ersten Check
Autos mit Brennstoffzelle sind bis heute eine Rarität. In Kleinserie hat BMW nun den iX5 Hydrogen gebaut – und ihn bei AUTO BILD zum Testen vorbeigeschickt.
Bild: AUTO BILD
Auf der einen Seite ist diesem BMW X5 seine "Wasserstoffizierung" durchaus anzusehen. Die vielen blauen Akzente, die sich von der Doppelniere über den Innenraum bis in den Heckstoßfänger ziehen, grenzen ihn eindeutig von den Verbrennermodellen ab.
Auf der anderen Seite gibt es dieses Auto nun mal quasi gar nicht, also kennt's auch keiner. Dieser iX5 Hydrogen ist Teil einer Kleinserie, die BMW vier Jahre lang entwickelt und 2023 schließlich gebaut hat, insgesamt weniger als 100 Autos. Ein Exemplar davon haben Sie uns nun vorbeigeschickt, damit wir es testen können.

Die auffällige Folierung hat der iX5 Hydrogen schon seit seiner Vorstellung 2021. Ansonsten sieht man ihm die Technik nicht an.
Bild: Ingo Barenschee / AUTO BILD
Im Innenraum ein fast normaler X5
Wir können berichten: Innen fühlt sich der Bayer trotz seines alternativen Antriebskonzepts außerordentlich X5-ig an. Bequeme Sitze, hochwertige Materialien, alles da. Dass manche Dinge nicht ganz auf Serienstand sind, fällt erst bei genauerem Hinsehen und -fühlen auf. Das Lenkrad zum Beispiel mutet nach Hartplastik an.

Auch das Vorfacelift-Modell des X5 wirkt noch aktuell. Manche mögen es sogar lieber, weil das Klima hier noch über echte Tasten gesteuert wird.
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Während der Fahrt knarzt es ab und zu mal im Gebälk. Dafür, dass dieser X5 zu einem nicht unerheblichen Teil Handarbeit sein dürfte, wirkt er solide gemacht. BMW hat ihn inhouse entwickelt und gebaut, sich einzig die Brennstoffzellen beim Kooperationspartner Toyota besorgt. Den größeren der zwei Wasserstofftanks versteckt der X5 fast nebenbei im Mitteltunnel, der zweite sitzt quer dahinter, verkleinert den Kofferraum leicht.
Fahrzeugdaten
Modell | BMW iX5 Hydrogen |
|---|---|
Motor | E-Motor hinten |
Leistung | bis zu 295 kW (401 PS) |
max. Drehmoment | 710 Nm |
Antrieb | Hinterradantrieb, Einganggetriebe |
Länge/Breite/Höhe | 4938/2015*/1745 mm |
Leergewicht | 2425 kg (Messwert) |
Kofferraum | 500–1720 l |
0–100 km/h | < 6 s |
Vmax | 205 km/h |
Verbrauch (WLTP) | 1,19 kg/100 km |
Verbrauch (Test) | 1,45 kg/100 km |
Reichweite (Test) | 414 km |
Abgas CO2 | 0 g/km |
Preis | nicht verkäuflich |
Fast nebenbei erledigt der weiße, 4,95 Meter lange Trumm Sachen wie den Standardsprint. Um die Gesamtleistung von 401 PS abzurufen, die der E-Motor an der Hinterachse bereitstellen kann, müssen sich Batterie und Brennstoffzelle zusammentun.
Mit 401 PS geht es gut voran
Die Akkugröße gibt BMW mit unter fünf Kilowattstunden an, er versorgt den E-Motor mit 231 PS. Die restlichen 170 PS übernimmt die Brennstoffzelle, sodass am Ende die erwähnten 401 PS zusammenkommen und der iX5 in knapp sechs Sekunden auf 100 beschleunigt.

Ordentlich: Trotz seiner 2425 Kilogramm sprintet der iX5 Hydrogen in knapp unter sechs Sekunden auf Tempo 100.
Bild: Ingo Barenschee / AUTO BILD
Dabei immer an Bord: die von Komponistenlegende Hans Zimmer erdachten Soundwelten – die gleichen wie bei den reinen E-Autos von BMW. Sie klingen ein wenig, als säße hinter einem ein leicht angespannt agierendes Streicherquartett, nicht aufdringlich – und wer es nicht mag, kann es abschalten.
Zu den Messwerten: 2425 Kilogramm bringt der iX5 auf die Waage, haben wir selbst gewogen. Nicht wenig, aber der Vorfacelift-X5-M50i mit stattlichem V8-Biturbo brachte auch 2362 Kilogramm zusammen. Der Bayer fühlt sich schwer an, lässt sich aber trotzdem leicht bewegen. Die Lenkung wirkt sogar etwas überunterstützt, sie dürfte gern mehr Handkraft verlangen.
Reichweite wie bei konventionellen E-SUV
Natürlich haben wir den iX5 auf unsere Standardverbrauchsrunde geschickt. Die führt traditionell auch über die Autobahn – mit Vollgasanteil. Bis zu 205 km/h rennt der iX5 dort, bleibt leise und spurstabil. Allerdings steigt entsprechend natürlich der Verbrauch. Auf unserer gesamten Verbrauchsrunde ergab sich am Ende ein Mittel von 1,45 Kilogramm auf 100 Kilometer, was bei einer Tankkapazität von sechs Kilogramm 414 Kilometer Reichweite ergibt.

Vorteil Brennstoffzelle? Mit sechs Kilo Wasserstoff kommt der iX5 Hydrogen 414 Kilometer weit. Das schafft ein "normales" E-SUV auch.
Bild: Ingo Barenschee / AUTO BILD
Zum Vergleich: Der Mirai fuhr auf derselben Strecke 1,08 kg/100 km heraus. Er ist aber auch eine Limousine und bei 180 km/h abgeregelt. Trotzdem: 414 Kilometer sind heutzutage nicht deutlich mehr, als auch viele vollelektrisch angetriebene SUV schaffen. Und die kann man eben an verhältnismäßig vielen Ladesäulen – wenn auch nicht immer mit optimalem Tempo – aufladen.
Die Tankstellen-Infrastruktur ist das Problem
Die Anzahl der Wasserstofftanksäulen für Pkw (700 Bar) stagniert seit Jahren bei um die 90 Stück. Und davon sind regelmäßig einige außer Betrieb, wie wir aus dem Dauertest-Alltag mit dem Mirai berichten können. Und genau daran scheitert bislang der Ausbau: Es kommen nicht mehr Tankstellen, weil die Autos fehlen. Und damit sich mehr Menschen für ein Wasserstofffahrzeug entscheiden würden (Stand 2023: 232 Neuzulassungen), fehlt die Infrastruktur. Ein Teufelskreis!

Wasserstofftanksäulen für Pkw (700 Bar) gibt es bundesweit nur etwa 90 Stück. Und regelmäßig sind einige Anlagen außer Betrieb.
Bild: Ingo Barenschee / AUTO BILD
Um ihn zu durchbrechen, bräuchte es wohl massive Subventionen. H2, der Betreiber nahezu aller Wasserstofftankstellen in Deutschland, will sich in Zukunft mehr auf technisch einfachere Nutzfahrzeugsäulen mit halbem Druck konzentrieren. BMW bereitet sich derzeit auf eine mögliche Serienfertigung eines Wasserstoffautos "in der zweiten Hälfte dieser Dekade" vor. Das Know-how dazu wäre da, das beweist dieses Auto in jedem Fall.
Fazit
Der iX5 fährt sich flott und unspektakulär – nur an wenigen Stellen fällt auf, dass der iX5 Hydrogen noch nicht ganz auf Serienstand ist. BMW sagt selbst, Wasserstofffahrzeuge sollten E-Autos nicht ersetzen, sondern sie ergänzen. Bei der noch immer dünnen Infrastruktur ist es aber nach wie vor schwierig, jemandem von einem Kauf zu überzeugen.
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