PS sind nicht gleich PS – ja, das klingt nach einer lausigen Stammtischphrase. Aber irgendwie ist da etwas dran. Beispielsweise fühlen sich 300 PS in einem Elektroauto immer auch etwas langweilig an.

Zwei heiße Kompakt-SUV im Test

#Getestete ProduktePreis
1.
Testsieger
Cupra Formentor VZ 2.0 TSI 4Drive
Cupra Formentor VZ 2.0 TSI 4Drive
UVP 55.345,00 EUR
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2.
BMW X2 M35i xDrive
BMW X2 M35i xDrive
UVP 65.400,00 EUR
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Okay, die ganze Herde Pferdchen taugt wohl, um dem Nachbarn das erste Mal den Elektrowagen vorzuführen und ihn mit souveränem Durchzug zu beeindrucken. Es geht zudem schön stramm aus dem Stand heraus voran – ssssst – schon liegen 160 Sachen an. Das war’s aber auch schon. Gähn!

Bärenstarke Turbo-Vierzylinder treffen auf Allrad

Und dann gibt’s da diese 300 PS, die so richtig fetzen. In kompakten Sportlern findet man so etwas, in zarten Coupés. Natürlich auch in kleinen SUV, bei Typen wie BMW X2 M35i xDrive oder Cupra Formentor VZ 2.0 TSI 4Drive. Wir verraten an dieser Stelle: Hier ist diese üppige Leistungsportion goldrichtig aufgehoben.
BMW X2 M35i xDrive   Cupra Formentor VZ 2.0 TSI 4Drive
Bestens gerüstet: Die Kraft ihrer beiden potenten Triebwerke bringen X2 und Formentor über alle vier Räder auf den Asphalt.
Bild: Chistoph Börries / AUTO BILD
Da trifft Leistung auf einen trittfesten Allradantrieb, da vermischt sich die Kraft mit knackigem Fahrverhalten, da drückt ein Turbo alter Schule seine verdichtete Luft hör- und spürbar in die Brennräume. Kurz: In den potentesten SUV der Kompaktklasse trifft temporeicher Spaß auf universelle Tugenden. Klare Sache voller Vorfreude also: Wir vergleichen die beiden kompakten Kracher.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder, Turbo 
Vierzylinder, Turbo 
Einbaulage 
vorn quer 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Kette 
Hubraum 
1998 cm³ 
1984 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
221 (300)/5750 
245 (333)/5600 
Nm bei 1/min
400/2000 
420/2100 
Vmax
250 km/h 
250 km/h 
Getriebe 
Siebengang-Doppelkupplung 
Siebengang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Allradantrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
245/40 R 20 Y 
245/40 R 19 Y 
Reifentyp 
Pirelli P Zero 
Goodyear Eagle F1 
Radgröße 
8 x 20" 
8 x 19" 
Abgas CO2 
180 g/km 
199 g/km 
Verbrauch* 
8,0 l/100 km 
8,8 l/100 km 
Tankinhalt 
54 l 
55 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Super Plus 
Partikelfilter 
Serie 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
67 dB(A) 
68 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
– 
1800/750 kg 
Stützlast 
– 
80 kg 
Kofferraumvolumen 
560–1470 l 
450–1475 l 
Länge/Breite/Höhe 
4567/1845–2104**/1575 mm 
4451/1839–1992**/1520 mm 
Radstand 
2692 mm 
2679 mm 
Grundpreis
65.400 Euro
55.345 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
73.810 Euro
64.905 Euro
Technisch ähneln sich heißer X2 und feuriger Formentor reichlich. Hier wie da sorgt ein Zweiliter-Vierzylinder mit deftiger Aufladung für die Kraft, die Leistung geht jeweils über eine Siebengang-Doppelkupplung an beide Achsen, beide Autos sind im Maximum 250 km/h schnell.

Im Sprint liegt der stärkere Cupra vorn

Erwähnenswerter Vorteil für den Cupra: Er holt sogar 333 PS aus dem Benziner und drückt 20 Newtonmeter mehr Drehmoment aus dem Kurbeltrieb (420 Nm statt 400 bei BMW). Das Zahlenwerk klingt zunächst mal nach einer akademischen "Nase vorn". Zumal auch die Sprintwerte zum PS-Zuschlag des Cupra passen – er spurtet laut Messblatt etwas müheloser auf 100 km/h, zieht nach Zahlen besser durch als der BMW.
Cupra Formentor VZ 2.0 TSI 4Drive
SUV-Rakete: Der mit 333 PS und 420 Nm etwas stärkere Formentor schlägt den X2 beim 100-km/h-Sprint um vier Zehntel.
Bild: Chistoph Börries / AUTO BILD
Wichtige Zehntelsekunden auf dem Papier, die sich allerdings kaum auf unsere Testnote auswirken und auch auf der Straße zu keinem dicken Pluspunkt für den Spanier heranwachsen. Denn sowohl Cupra als auch X2 fühlen sich wach, stark und leichtfüßig unter dem Gaspedal an.

X2 wirkt deutlich schwerer

Im BMW haben wir sogar das packendere Getriebe ausgemacht, es mag im Sportprogramm unter Last und beim Ampelstart die Gänge mit mehr Kante durchreißen. Kleiner Charaktervorteil beim Cupra: Dessen 2.0 TSI dreht etwas williger aus, klingt durch sanftere Tonlagen und weniger knurrigen Unterton aus der Abgasanlage lustvoller, nie angestrengt. Insgesamt ist allerdings der BMW das leisere Auto, vor allem bei höheren Tempi summt der X2 besser gedämmt als der Formentor.
BMW X2 M35i xDrive   Cupra Formentor VZ 2.0 TSI 4Drive
Nase vorn: Der Formentor wiegt 125 Kilo weniger als der X2, fühlt sich damit auf der Landstraße eine halbe Wagenklasse leichter an.
Bild: Chistoph Börries / AUTO BILD
Deutlicher unterscheiden sich die beiden Typen auf der kurvigen Landstraße. Der Cupra schleppt nämlich laut Waage immerhin 125 Kilogramm, laut Popometer sogar eine halbe Wagenklasse weniger mit über den Asphalt. Dadurch lenkt er noch aktiver ein als der ohnehin schon zackige BMW, lässt den Aufbau weniger weit aus seiner aufrechten Lage herausschieben.

BMW mit den besseren Bremsen

Trost für den X2: Der verbeißt sich an der Vorderachse (auch dank enorm griffiger 20-Zoll-Bereifung der Sorte Pirelli P Zero) unnachgiebiger mit der Straßenoberfläche, untersteuert in der Folge weniger, reagiert zudem auf Lastwechsel in schnell gefahrenen Kurven sanftmütiger. Auch auf das Bremssystem wirkt sich die klebrig-pralle Bereifung aus – mit 31,7 Meter Stoppdistanz aus 100 km/h (warme Anlage) deklassiert der BMW den Cupra um 2,5 Meter!
BMW X2 M35i xDrive
Schnellstopper: Aus Tempo 100 braucht der X2 nur 31,7 Meter bis zum Stillstand. Das liegt auch an den enorm griffigen Reifen.
Bild: Chistoph Börries / AUTO BILD
Erstaunlich: Trotz leichterem Fahrgefühl sehen wir den Cupra auch beim Federungskomfort vorn. Speziell kleine, schnell überfahrene Unebenheiten saugt das Verstellfahrwerk (variable Dämpfer) des Spaniers besser ein. Für beide Autos gilt: Der gute Sitzkomfort komplettiert deren brauchbares Langstreckenkönnen. Dazu passt das Ausstattungsniveau.

Bei den Assistenten herrscht Gleichstand

In Sachen Fahrassistenz liegen beide Typen (inklusive guter Spurführung und adaptiver Temporeglung) gleichauf; die bessere Klimatisierung steckt dank Dreizonen-Verteilung im Cupra. Dem BMW-Piloten steht dafür ein gut ablesbares Head-up-Display zur Verfügung. Dazu kommen das bessere Kommandoverständnis der Sprachbedienung und eine umfangreichere App-Sammlung der Multimediaanlage.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
545
522
Platz
1
2
Fazit
Im Alltag minimal brauchbarer, etwas komfortabler und viel günstiger – somit im Paket die bessere Wahl.
Bietet bessere Sicherheitsausstattung und Multimedia, ähnlich agil und schnell wie der Cupra, bremst top.

BMW X2 ist rund 10.000 Euro teurer

Zählen wir hier zusammen, liegen die beiden also äußerst dicht zusammen. Doch auch die Kosten zählen. Dabei dreht der Cupra auf. Er ist mit 55.345 Euro Grundpreis zu 65.400 Euro für den BMW viel günstiger zu bekommen, Cupra gibt auf den 2.0 VZ fünf Jahre Garantie, und die Fixkosten fallen ebenfalls deutlich geringer aus. Die Wahl sollte also über diesen Punkt leichtfallen – PS-Kitzel gibt es ja bei beiden Modellen genügend.

Bildergalerie

BMW X2 M35i xDrive   Cupra Formentor VZ 2.0 TSI 4Drive
Cupra Formentor VZ 2.0 TSI 4Drive
BMW X2 M35i xDrive
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Zwei heiße Kompakt-SUV im Test

Fazit

Der feineren Agilität des Cupra steht die umfangreichere Ausstattung des Konnektivitätssystems im BMW gegenüber. Einen Hauch weniger Tempo macht der X2 mit deutlich besseren Bremsen wett. Den Sieg holt sich der Cupra somit besonders über die geringeren Kosten.