AUTO BILD ermittelt bei jedem Fahrzeugtest auch die Bremsleistung. Pro Jahr werden dabei mehr als 700 Bremswerte erfasst. Wir haben die Daten der Testjahrgänge 2013 bis 2014 analysiert und in der Bildergalerie eine Rangliste der Autos mit den 30 besten und 30 schlechtesten Bremswerten zusammengestellt.
Drift-Challenge: Wer fährt am besten quer?

Jedes Jahr neue Bestwerte bei den Bremsmessungen

McLaren 650S - Sportler   !!!Sperrfrist!!!
Moderne Bremsanlagen (hier McLaren 650S) sind dank Keramik-Scheiben extrem Hitzeresistent.
Beeindruckend: Jedes Jahr unterbieten sich unsere Testfahrzeuge mit neuen Spitzenwerten. So kamen Anfang der 2000er Jahre selbst die stärksten Sportwagen bei einer Vollbremsung aus 100 km/h nicht unter die 35-Meter-Marke. Die aktuellen Top-30 unserer vorliegenden Auswertung stehen dagegen allesamt nach weniger als 34 Meter. Bedauerlich: Nach wie vor gibt es aber auch echte Brems-Versager auf dem Markt. Zwischen dem schlechtesten Bremswert der Top 30 und dem besten der Flop 30 liegen exakt 5,5 Meter – und damit mehr als eine Fahrzeuglänge. Zwischen dem absolut kürzesten und längsten Bremsweg, den wir seit 2013 ermittelt haben, liegen sogar mehr als 21 Meter – Wahnsinn!

Statistik und Infos zur Bremswert-Analyse

Die Faktoren für gute Bremswirkung (Gewicht)

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Das Fahrzeuggewicht hat maßgeblichen Einfluss auf die Länge des Bremsweges. Denn je höher das Gewicht, desto höher die benötigte Bremsleistung um ein Auto zum Stehen zu bringen. Und so wiegt Die Gruppe der 30 schlechtesten Bremser mit durchschnittlich 1923 Kilogramm auch knapp 300 Kilogramm mehr, als die besten 30 Bremser (1627 Kilogramm).

Die Faktoren für gute Bremswirkung (Fahrzeughöhe)

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Bei Fahrzeugen mit einem hohen Schwerpunkt wirkt beim Bremsen um die Querachse auch ein höheres Moment, wodurch das Auto beim Bremsen "einnickt". Je stärker dieses Einnicken, desto schwächer die Bremswirkung. Die Statistik belegt: Die Gruppe der besten Bremser ist durschnittlich fast einen halben Meter niedriger als unsere Flop-30-Gruppe.

Die Faktoren für gute Bremswirkung (Reifen)

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Ohne gute Reifen verpufft die Leistung der Bremsen. Bei trockener Straße sind besonders breite Reifen (große Reibfläche) im Vorteil. Auch die Reifenhöhe ist von Bedeutung, da Reifen mit einer niedrigen Flanke eine höhere Auflagefläche auf der Felge haben (im Verhältnis zum Reifenumfang) und so die Kraft besser übertragen können.

Die Faktoren für gute Bremswirkung (Motorleistung)

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Die durschnittliche Leistung der 30 schlechtesten Bremser liegt bei rund 172 PS, gutes Mitteklasse-Niveau also. Die besten 30 Bremser haben dagegen im Schnitt satte 453 PS. Wer schnell beschleunigt und hohe Geschwindigkeiten erreicht, der muss auch schnell Geschwindigkeit wieder abbauen können.

Die Faktoren für gute Bremswirkung (Fahrzeugpreis 1)

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Ums Geld geht es auch, denn die 30 besten Bremser kosten im Schnitt knapp 113.000 Euro, die schlechtesten 30 kommen auf einen Mittelwert von etwa 43.000 Euro. Gibt es gute Bremsen also nur für teures Geld? Nein. Echte Fabelwerte schaffen zwar nur die teuren Supersportler. Allerdings ist der Teuerste bei Weitem nicht der beste Bremser. Und ...

Die Faktoren für gute Bremswirkung (Fahrzeugpreis 2)

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... zwischen den Luxuswagen der Top-30 finden sich auch zwei Kompakte zu Preisen um 27.000 Euro. Sie liefern bessere Bremswerte ab, als Testkandidaten vom Kaliber BWW M6 und Aston Martin Vantage, die mindesten 100.000 Euro mehr kosten. Auf der anderen Seite blamierten sich bei den schlechtesten Bremsern auch teuere Luxus-SUV.

Die Faktoren für gute Bremswirkung (Fortschritt 1)

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Viele Autos besitzen heute dank verbesserter Werkstoffe und Komponenten vor allem wiederstandsfähigere Bremsen. Gute Bremsen sollten ohne "Fading" auskommen – dem stetigen Abnehmen der Bremsleistung aufgrund von Hitzeempfindlichkeit der Materialien. Teilweise verbessern sich sogar die Verzögerungswerte bei steigender Bremsen-Temperatur.

Die Faktoren für gute Bremswirkung (Fortschritt 2)

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Neben dem Bremsen selbst sind auch moderne Reifen mit neuen Gummimischungen und Profilen verantwortlich für immer kürzere Bremswege. Weitere Stellschrauben bei der Optimierung der Bremswirkung sind das Fahrwerk, elektronische Regelsysteme und auch die Aerodynamik des Fahrzeugs.

Porsche drei Mal unter den Top 5

SRT Viper
Amis haben schlechte Bremsen? Das Gerücht widerlegt die SRT Viper mit seinen Top-Verzögerungswerten.
Wie zu erwarten war, befinden sich unter den Top-30-Bremsern viele reinrassige Sportwagen. Sie sind dank der verhältnismäßig geringen Masse, dem niedrigen Schwerpunkt, ihrer großen Bremsen und breiten Reifen im Vorteil. Porsche schneidet wie gewohnt besonders gut ab und ist mit gleich drei Modellen unter den Top Fünf vertreten. Doch ganz vorne mit dabei ist auch ein gewaltiges US-Muscle-Car, nicht zuletzt dank seiner extrem breiten Bereifung. Doch selbst dicke Limousinen und Kombis mit über zwei Tonnen Leergewicht können heutzutage mit ultrakurzen Bremswegen glänzen.

Land Rover fünf Mal unter den schlechtesten Bremsern

Range Rover Evoque  TD4
Der schicke Range Rover Evoque benötigt deutlich über 40 Meter, um aus 100 km/h zum Stehen zu kommen.
Am anderen Ende der Skala, bei den schlechtesten 30 Bremsern, mühen sich vor allem haushohe SUVs, Gelände- und Lieferwagen ab, ihre wuchtigen Massen unter Kontrolle zu bringen. Besonders auffällig: Die Marke Land Rover ist bei den schlechtesten 30 Bremsern gleich fünf Mal vertreten – so oft wie kein anderer Hersteller. Beispiel Range Rover: Das Luxus-SUV hat in seiner aktuellen Generation zwar ein paar Zentner abgespeckt. Richtig gut Bremsen kann das Dickschiff aber nicht, obwohl der Top-Range-Rover bei Bedarf mit bis zu 250 Sachen über die linke Spur fegt. Der schlechteste Bremser ist auch ein Engländer. Jedoch handelt es sich dabei völlig überraschend um einen kleinen und sehr leichten Sportwagen (500 Kilogramm Leergewicht). Verantwortlich für das Brems-Fiasko: schmale Billig-Reifen. Um welches Auto es sich handelt und wer es in die Top- bzw. Flop 30 geschafft hat, erfahren Sie in der Bildergalerie.