Die Retro-Welle der 80er und 90er scheint auch bei den Nutzfahrzeugen angekommen zu sein. Der Beweis: Der neue E-Vali von BYD. Bei diesem Elektroauto im Sprinter-Format scheinen die Designer die vierte Ford Transit-Generation (gebaut von 1986 bis 2000) im Hinterkopf gehabt zu haben.
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Neben der Form des E-Vali rufen vor allem die weit unten psotionierten Scheinwerfer "Transit". Während der Ford vor fast 40 Jahren allerdings noch Halogen-Licht hatte, bekommt das chinesische Nutzfahrzeug selbstverständlich LEDs und ein moderneres Layout. Die in zwei breiten Streifen weit in die Mitte ragende Signatur scheint einen Kühlergrill zu imitieren. Den modernen Twist bringen eine extrem große Windschutzscheibe und eckig beplankte Radhausverkleidungen.

Multifunktionslenkrad ist Serie

Beim Innenraum hat man sich glücklicherweise nicht von den späten 80ern und den 90ern leiten lassen – der Fahrer muss kein Riesen-Lenkrad in die Hand nehmen. Stattdessen gibt es ein normalgroßes, serienmäßiges Multifunktionslenkrad. Das Armaturenbrett ist horizontal gestaltet, die beiden Bildschirme für Instrumente und Infotainnment (deren Größen BYD noch nicht angibt) sind aufgesetzt.
Mittig gibt es ein schmales Bedienfeld mit Schnellwahltesten. Hier wird auch die Fahrstufe über ein Drehrad gewählt. BYD verspricht 4G-Internet, Over-the-air-Updates und Spracherkennung für den E-Vali.
BYD E-Vali Cockpit
Im mittigen Bedienfeld befindet sich ein Fach, um das Smartphone induktiv zu laden. Zusätzlich gibt es verschiedene USB-Anschlüsse.
Bild: BYD Company Ltd
Interessanterweise sind die Sitze der Dreiersitzbank absichtlich schwächer konturiert. Das soll das Ein- und Aussteigen vereinfachen. Ungewöhnlich: Sie sind serienmäßig elektrisch einstellbar.
Verschiedenste Ablagen sind ein Muss in diesem Segment, selbstverständlich auch beim E-Vali. Dazu verbirgt sich ein Klapptisch in der Mittelkonsole und es gibt eine Kühlbox. Ob diese Annehmlichkeiten Serie sind, lässt BYD offen.

Bis zu 1450 Kilo Zuladung

Hinter der Fahrerkabine ist der Laderaum durch eine Trennwand separiert. Wieviel hier reinpasst hängt von der Version ab. BYD will das Auto in zwei Längen anbieten. Die kürzere Variante misst 5995 Millimeter, ist ein 3,5-Tonner und fasst bis zu 13,9 m³. Die Zuladung beträgt hier 700 Kilo. Mehr als das Doppelte, 1450 Kilo, darf die Langversion (6995 Millimeter Länge) laden. 17,9 m³ passen rein. Beide Versionen sind 2096 Millimeter breit und 2780 Millimeter hoch.
BYD E-Vali Heck und Laderaum
Beim E-Vali ist eine Wärmepumpe serienmäßig an Bord. Gedacht ist das Auto für Paketdienste und andere Kurzstreckenlieferungen.
Bild: BYD Company Ltd

Die Reichweite ist mau

Der Akku des elektrischen Nutzfahrzeugs fasst 80,64 kWh. Die Reichweite ist leider überschaubar: 220 bis 250 Kilometer nach WLTP sollen drin sein. Der Grund dürfte das hohe Gewicht sein, wenn der E-Vali vollbeladen ist. Etwa eine halbe Stunde dauert es, die Batterie mit bis zu 188 kW von zehn auf 80 Prozent zu laden.
Für den Antrieb sieht BYD Heck oder Allradantrieb vor. Dabei leistet der Elektromotor an der Hinterachse 150 kW (204 PS9, an den Vorderrädern sind es 100 kW (136 PS). Die Systemleistung des Allradantriebs wird noch nicht angegeben, genau wie das Drehmoment. Und auch wann BYD den E-Vali auf den Markt bringen will, hat das Unternehmen noch nicht verraten.
Die ersten Elektroautos sahen noch sehr futuristisch aus, jetzt startet BYD die Retrowelle – jedenfalls bei den Nutzfahrzeugen. Nach wie vor bleibt die Reichweite ein Problem, maximal 250 Kilometer sind nicht die Welt. Dafür könnten neue Player wie BYD endlich die Zeiten beenden, in denen die meisten Nutzfahrzeuge ab Werk dürftig ausgestattet sind. Elektrische Sitze in Serie sind auf jeden Fall ein guter Anfang.