Cadillac XT4 (2018): Alle Infos

Fahrbericht Cadillac XT-4

Cadillac XT4 (2018): Test

Neues Caddy-SUV: erstaunlich straff!

Mit dem XT4 bringt Cadillac das erste Kompakt-SUV der Firmengeschichte. Nach Deutschland kommt der kleinste Caddy Ende 2019. Erste Testfahrt.
Senkrechte, schmale Scheinwerfer mit Tagfahrleuchten, mächtiger Kühlergrill. Der neue Cadillac XT4 erinnert stark an seinen großen Bruder XT5. Doch das kompakte SUV ist keine Kopie in Klein. Der Einstieg durch die großen Türen fällt leicht. Platz bietet der 4,60 Meter lange Cadillac ausreichend – zumindest für Personen bis 1,85 Meter Länge. Weiche Polster, ein Dekormix aus Alu und Carbon sowie das mit Leder bezogene Armaturenbrett sehen gut aus und fühlen sich auch so an. Der mittige Acht-Zoll-Monitor liegt günstig in Griff- und Sichtweite und ermöglicht eine intuitive Bedienung.

Der Vierzylinder arbeitet nicht in jeder Situation leise

Geht ordentlich: Der Zweiliter-Turbo beschleunigt den XT4 in 7,9 Sekunden auf Tempo 100.

Start-Knopf drücken und der 2,0-Liter-Turbobenziner schnurrt leise vor sich hin. 237 PS und 350 Newtonmeter Drehmoment leistet die Neuentwicklung. Die Kraft liegt schon ab 1500 Touren an, beschleunigt das SUV aus dem Stand in 7,9 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit gibt Cadillac mit 210 km/h an. Auf amerikanischen Freeways können wir das nicht ausfahren. Dafür aber erleben, wie der Motor arbeitet. Beim Gleiten bis rund 100 km/h hält sich der Vierzylinder akustisch dezent zurück, nur beim Kickdown und anschließendem schnellen Runterschalten klingt der Turbo angestrengt und zeigt keine Spur von amerikanischer Lässigkeit. Dafür soll der neu entwickelte Vierzylinder unter anderem durch Zylinderabschaltung, ein elektrisches Kühlmanagement-System und die elektrohydraulische Bremsanlage bis zu zwölf Prozent weniger verbrauchen als der Vorgängermotor. Rund neun Liter dürften es aber immer noch werden, die amerikanische Spezifikation beziffert den Konsum mit 8,7 Liter auf 100 Kilometer.

Das XT4-Fahrwerk ist erstaunlich straff abgestimmt

Sportlich: Die Abstimmung ist überraschend straff, bietet aber durchaus annehmbaren Komfort.

Den Motor koppelt Cadillac mit einem Neungang-Automatikgetriebe, das schnell und sanft die Gänge wechselt. Serienmäßig fließt die Kraft an die Fronträder, der elektronisch geregelte Allradantrieb kostet 2500 Dollar Aufpreis. Erstaunlich, wie straff die Amis das Fahrwerk abstimmten. Es bügelt tiefe Löcher locker weg, hält die Karosserie auch bei schneller Kurvenfahrt lange gerade, bietet aber noch einen großen Restkomfort. Und das trotz montierter 20-Zoll-Räder – für einen komfortbedachten Cadillac eine Überraschung. Optional regelt in der Sportvariante eine kontinuierliche aktive Federung mit variabler Dämpfung den XT4. Enttäuschend jedoch der kleine Kofferraum. Mit einem maximalen Fassungsvermögen von 1385 Litern hat der XT4 weniger Platz für Gepäck als ein BMW X1 (1550 Liter) oder VW Tiguan (1655 Liter). Und noch etwas passt nicht zum Luxus-Image: Im Gegensatz zu den neuen deutschen Wettbewerbern schaut der Fahrer auf analoge Instrumente. Dazwischen klafft ein schwarzes Display-Loch, das mit großen Zeichen und Buchstaben bespielt ist. Die Landkarte des Navis findet sich nur im acht Zoll großen Touchscreen des Entertainmentsystems im Armaturenbrett. Das reagiert dafür schnell mit dem Dreh-Drück-Steller in der Mittelkonsole.

Die Preise für die Europaversion stehen noch nicht fest

Komplett und hochwertig: Der XT4-Fahrer hat alles an Bord, was nützlich und modern ist.

In den USA können Kunden zwischen den drei Ausstattungsvarianten Premium, Sport und Premium Luxury wählen, in Europa nur zwischen den letzten beiden. Dann sind unter anderem Klimaanlage, perforierte Ledersitze, Automatikgetriebe, Navi und Bose-Entertainmentsystem an Bord. US-Kunden können dazu verschiedene Technik- und Designpakete bestellen. Darin enthalten sind unter anderem beheizte und belüftete Massagesitze, Head-up-Display, kabelloses Handyladen und beheizbares Lenkrad. Assistenten helfen beim Einparken, Spurhalten und rechtzeitigem Abbremsen durch optische Warnung im Cockpit und Vibration im Sitz. In der neuen Rückspiegel-Kamera wird der rückwärtige Verkehr komplett dargestellt. So erreicht man 300 Prozent mehr Sicht als mit freiem Blick ohne Kopfstützen durch schmale Heckfensterausschnitte nach hinten. Der tote Winkel reduziert sich dadurch auf ein Minimum. Die genauen Zusammenstellungen der Pakete für Europa stehen noch nicht fest, ebenso wenig wie die Preise.
US-Amerikaner können das kompakte SUV im Herbst 2018 ab umgerechnet rund 30.000 Euro kaufen. Einen genauen Preis nennt Cadillac für Deutschland noch nicht, gibt ihn aber grob mit 35.000 Euro an. Allerdings wird es das Auto hierzulande erst Ende 2019 geben.
Technische Daten Cadillac XT4 AWD • Motor: 2,0-Liter-Turbo-Benziner • Getriebe: Neungang-Automatik • Antrieb: Allrad • Leistung: 177 kW/237 PS bei 5000/min • Drehmoment: 350 Nm zwischen 1500 und 4000 1/min • 0–100 km/h: 7,9 s • Vmax: 210 km/h • Verbrauch EPA: 8,7 l/100 km • Kofferraum: 637 bis 1385 Liter • Gewicht: 1660 kg • Länge/Breite/Höhe: 4600/1881/1627 mm • Preis ca. 35.000 Euro (ab Herbst 2019).

Fabian Hoberg

Fazit

Im Vergleich zu Fullsize-SUVs sieht der XT4 mit seinen 4,60 Meter Länge und 1,63 Meter Höhe schon fast zierlich aus. Durchaus gewollt: Es ist der kleinste jemals gebaute Cadillac, der sich die Plattform mit Buick Envision, Chevrolet Equinox und der GMC Terrain teilt. Damit will Cadillac seinen Absatz ankurbeln – weltweit.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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