Hugo, Emma, Rocky oder Bruno – diese und viele weitere Namen sind häufig auf Campervans zu lesen, denn Reisemobilisten geben ihrem Fahrzeug gern einen eigenen Namen. Im Gegensatz zum Pkw werden Campervan, Kastenwagen und Co. nämlich hoch emotional behandelt und gleich in die Familie aufgenommen.
Auch beim Blick auf den Kompanja Eins fallen leidenschaftlichen Campern gleich mehrere Namen ein, denn der schöne Holzausbau und die zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten sorgen für einen sehr persönlichen Charakter des Fahrzeugs – ideal für alle, die ein neues Familienmitglied und nicht bloß ein Auto haben wollen.

Robust gebaut für den Familienalltag

Außerdem äußerst wichtig für Familien mit (kleinen) Kindern: ein robuster Ausbau. So überzeugt der Campervan aus Brühl (NRW) vor allem durch seine stabile Verarbeitung mit Echtholz, massiven Scharnieren und belastbarem Heckauszug. Für uns ist der Kompanja daher das ideale Familienmitglied.
Gemütlich, praktisch und einladend: In diesem Van steckt reichlich Camping.
Bild: Stefan Rogge Fotografie
Das ist er: Zunächst einmal ein kompakter Campervan mit etwas mehr als fünf Metern Länge, vier Sitz- und dank Aufstelldach auch vier komfortablen Schlafplätzen. Das Besondere bei Kompanja ist die Vielzahl an Möglichkeiten bei der Konfiguration. So kann der kleine Camper zum Beispiel auch mit sechs Sitzplätzen bestellt werden, falls das für den Alltag von Vorteil sein sollte. Diese Offenheit bei der individuellen Zusammenstellung des Fahrzeugs ermöglicht einen sehr personalisierten Alltagscamper, der allen Anforderungen entspricht, die Paare oder Familien an ihr Fahrzeug stellen.

Solide Basis mit Preisvorteil

Hinzu kommt mit dem Renault Trafic als Basis eine solide und im Vergleich zu deutschen Autos in dieser Fahrzeugklasse kostengünstige Alternative, die auch technisch durchaus überzeugen kann. Genau auf diesen Mix dürfte das Erfolgskonzept der Brühler Camper-Manufaktur zurückzuführen sein, denn Kunden bekommen hier ein sehr individuelles, alltagstaugliches Campingfahrzeug mit reichlich Wohnmobil-Komponenten, viel Gestaltungsspielraum und einem interessanten Basisauto.
Motorisierung 
Combi Blue dCi 2.0 
Leistung 
110 kW (150 PS) bei 3500/min 
Hubraum 
1997 cm3 
Drehmoment 
350 Nm bei 1500/min 
Höchstgeschwindigkeit 
174 km/h 
Getriebe/Antrieb 
Neunstufenautomatik/ Vorderrad 
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 
80 l/Diesel + 24 l AdBlue 
Länge/Breite/Höhe 
5080/1956/2030 mm 
Radstand/Bereifung 
3098 mm/215/65 R 16 
Masse fahrbereit/Zuladung ca. 
2410/600 kg 
Anhängelast (gebremst/ ungebremst) 
2000/750 kg 
Außenmaterial Wand/Dach/ Boden 
je Stahlblech 
Liegefläche unten L x B 
min. 1280 x 2000 mm 
Liegefläche oben L x B 
1350 x 1950 mm 
Innenhöhe/-breite max. 
1950/1660 mm
Kühlschrank 
Kompressor, 31 l 
Herd 
je 2 Flammen Induktion und Gas 
Bordbatterie 
1x AGM, 12 V/105 Ah 
Frischwassertank 
2x 12 l 
Gasvorrat/Heizung 
1x 2,75 kg/Diesel 
Grundpreis/Testwagenpreis 
52.300 Euro / 80.419 Euro 
Das hat er: Alles, was ein vollwertiger Camper an Bord haben sollte: Betten, Küche, Toilette, Frischwasser, Stauraum und zahlreiche Schränke und Fächer für die Reise. Aber von vorn: Geschlafen wird im SCA-Aufstelldach samt Panoramaöffnung und hochwertigen Tellerfedern. Die Liegefläche misst 1,35 mal 1,95 Meter. Unten haben Camperinnen und Camper die Wahl, je nachdem, ob auf beiden Seiten Kleiderschränke gewünscht sind. Die Bettenbreite beginnt bei 1,28 Metern und kann bis auf 1,68 Meter konfiguriert werden. Vor allem im Vergleich zu anderen Campervans am Markt, bei denen der Trend zu immer schmaler werdenden Betten geht, kommt der Kompanja äußerst großzügig daher.

Flexibles Bett und clevere Küche

Der Umbau des Bettes erfolgt mit wenigen Handgriffen in Windeseile: einfach Sitze umklappen, Lattenrost nach vorn ziehen und fertig. So haben wirklich alle Familienmitglieder einen vollwertigen und bequemen Schlafplatz. Auch die Küchenzeile kann in unserem Test punkten, der schicke Holzschrank besticht durch ein sehr durchdachtes Konzept. So befindet er sich zum Beispiel auf der Beifahrerseite direkt an der Schiebetür und nicht wie bei vielen anderen Fahrzeugen auf der Fahrerseite. Beim Kompanja können die Einkäufe dadurch bequem im Stehen neben dem Einkaufswagen eingeladen werden.
Eine zweite Kochstelle ist auf dem Heckauszug untergebracht und läuft via Strom. So kann man wechseln, falls das Gas mal leer ist.
Bild: Stefan Rogge Fotografie
Gekühlt wird mit einer 31 Liter fassenden Kompressorkühlbox von Dometic, gekocht wird auf zwei Gas- oder Induktionsplatten, je nach Präferenz. Darüber hinaus bietet der Küchenblock noch mehrere Schubladen für Besteck und ein einklappbares Spülbecken samt Frischwasserhahn, welches außen an die Küchenzeile gehängt werden kann. Der Abwasch erfolgt dadurch bequem neben dem Fahrzeug stehend. Wieder ein Punkt, bei dem man merkt, dass die Kompanjas rund um Gründer Ulrich Diefenbach selbst leidenschaftliche Camper sind und sich wirklich Gedanken machen, wie man das Bestmögliche aus dem kompakten Van herausholen kann.
Die zwei 12-Liter-Frischwassertanks und die 2,75-Kilogramm-Gasflasche sind im Heck des Wagens untergebracht. Dort befindet sich auch der Heckauszug, der bei Bedarf eine weitere Kochstelle bietet. Damit die Komponenten unter dem Bett gut erreichbar sind, kann das Lattenrost des Bettgestells nach oben geklappt und eingehängt werden, superpraktisch! Auf dem Schwerlastauszug selbst ist jede Menge Platz für Euroboxen, um Camping-Equipment und allerlei Urlaubsklamotten unterzubringen.
Die Liegefläche misst selbst bei zwei Kleiderschränken noch 1,28 Meter in der Breite.
Bild: Stefan Rogge Fotografie
Ist das Wetter mal durchwachsen, bietet der Wagen mit gedrehten Vordersitzen eine gemütliche Sitzgruppe für vier Personen. Der Tisch befindet sich dazu am Küchenblock und kann am Sideboard auf der Fahrerseite eingehängt werden. Dort befindet sich auch gut erreichbar die Bordelektronik. Der Wohnraum ist mit mehreren 12-Volt-Buchsen ausgestattet, und das Licht im Fahrzeug ist dimmbar und kann auf die gewünschte Lichtwärme eingestellt werden.

Viele Optionen für Individualisten

Wer ganzjährig mit dem Kompanja unterwegs sein will, kann eine Dieselluftstandheizung dazubuchen (2200 Euro). Optional gibt es noch weitere clevere, aber kostenintensive Spielereien, wie zum Beispiel eine Bettverlängerung am Heck, damit die Liegefläche bis nach draußen unter die Heckklappe ragt (680 Euro). Was davon wirklich benötigt wird, muss jeder für sich entscheiden. Von Markise über Solaranlage bis hin zu LED-Beamer, Moskitoschutz und Heckzelt ist jedenfalls alles konfigurierbar. Diese Fülle an Möglichkeiten führt letztlich zu dem sehr persönlichen und individuellen Charakter der Kompanja-Modelle.
Wenn man das volle Paket haben möchte, kann das aber ordentlich ins Geld gehen. Aber zweifelsfrei cool, welche Vielfalt hier angeboten wird. So wird aus einem Auto von der Stange erst das Familienmitglied, welches nicht nur die Bedürfnisse erfüllt, sondern voll und ganz dazugehört.
Zwei 12-Liter-Frischwassertanks befinden sich im Heck über dem Radkasten. Daneben ist Platz für die 2,75 Kilogramm fassende Gasflasche.
Bild: Stefan Rogge Fotografie
So fährt er: Angenehm und kraftvoll. Zumindest können wir das für unser Testfahrzeug mit dem 150-PS-Motor und der Neunstufenautomatik (5712 Euro) sagen. Der Schaltknauf ist einem kleinen Schalter gewichen, was äußerst komfortabel ist und reichlich Punkte sammeln konnte.
Serienmäßig bietet Kompanja den Renault Trafic mit 110 PS und Schaltgetriebe an. Dazu gibt's Stahlfelgen und eine weiße Lackierung. Schicke Alufelgen und verschiedene Lackierungen können aber natürlich gegen Aufpreis bestellt werden.
Einzig das ABS-System des kompakten Franzosen war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, weil es sehr direkt reagiert, was in manchen Situationen etwas überraschend kommt. Ansonsten macht der Wagen viel Spaß, weil er einen richtigen Nutzfahrzeugcharakter hat und in Kombination mit der erhöhten Sitzposition ein schönes Campervan-Feeling vermittelt.
Mächtig aufgeholt hat der Renault Trafic! Fahrkomfort und Assistenzsysteme können sich sehen lassen.
Bild: Stefan Rogge Fotografie
Vor allem in Zeiten, in denen kleine Reisemobile sich im Handling immer mehr an Pkw orientieren, ist der Trafic eine nette, klassische Abwechslung. Was nicht heißt, dass man hier im Handwerkerauto Anfang der 2000er-Jahre sitzt. Im Gegenteil: Cockpit und Multimediadisplay entsprechen neuesten Standards, und auch die Fülle an Assistenzsystemen bietet alles, was derzeit nachgefragt wird.

Konfiguration mit Blick aufs Budget

Konfiguriert man sich diese dazu, geht allerdings auch das ordentlich ins Geld. Hier ist es ratsam, sich im Vorhinein gründlich zu überlegen, was in puncto Fahrkomfort wirklich benötigt wird, damit das individuell gestaltete Familienmitglied am Ende auch bezahlbar ist und reichlich Freude bereitet.
Ein wirklich schöner und durchdachter Campervan ist der Kompanja. Auch das Basisauto kann überzeugen. Die zahlreichen Optionen machen den Wagen sehr persönlich – dann aber leider auch schnell teuer.