Citroën 2CV "Ente": Studie vs. Original
So viel hat die neue Ente noch mit dem Original zu tun

Mit dem 2CV Concept hat Citroën die kommende Ente gezeigt. Wie viel vom Original steckt in dem Showcar? Eine Gegenüberstellung!
Bild: Stellantis / AUTO BILD – Montage
Vom knatternden Zweizylinder zum leisen Elektroantrieb: Citroën bringt die legendäre Ente zurück. Das neue 2CV Concept, das auf der Paris Motor Show 2026 präsentiert wurde, orientiert sich überraschend stark am Original von 1948. Doch kann die elektrische Neuauflage den Charme des Klassikers in die Zukunft retten? Zum Vergleich stellt AUTO BILD die Studie dem Original von damals gegenüber.
Die wichtigste Botschaft: Statt immer größer, stärker und schwerer zu werden, soll das neue Modell wieder bezahlbare Mobilität für alle bieten. Genau das war schon 1948 die Idee hinter der Ur-Ente. Damals sollte das Auto vor allem eines sein: praktisch. Vier Personen und einen Sack Kartoffeln über schlechte Landstraßen transportieren zu können – mehr brauchte es nicht, um die Anforderungen an den kleinen Citroën zu beschreiben. Heute sind die Herausforderungen andere, die Grundidee bleibt aber erstaunlich ähnlich.
Die Studie ist kürzer als das Original
Auf den ersten Blick trennen die beiden Enten fast 80 Jahre Automobilgeschichte. Auf den zweiten Blick zeigen sich erstaunlich viele Gemeinsamkeiten. Die charakteristisch gewölbte Motorhaube, die rundliche Karosserie und die schmalen Proportionen gehören ebenso zur DNA des 2CV wie die eigenwillige Frontgestaltung.


Details wie die Lamellen in der Fronthaube und die typische Form übernimmt das Konzept, die großen Felgen und LED-Scheinwerfer unterscheiden die Studie vom Original.
Bild: Stellantis | Peter Fischer / Auto Bild
Der 2CV Concept greift diese Merkmale bewusst auf. Sogar die separat montierten Stoßfänger erinnern an die einfache Konstruktion des Originals und könnten Reparaturen erleichtern. Auch bei den Türgriffen orientiert sich die Studie nahezu vollständig am historischen Vorbild. Allerdings sollen diese ebenso wenig in die Serie übernommen werden wie die filigranen Außenspiegel und die digitalen Kennzeichen. Die großen 18-Zoll-Räder mit Rallye-Optik sind ebenfalls eher eine moderne Designspielerei, das Original stand auf schmalen 15-Zoll-Felgen.
Überraschend: Mit 3,76 Metern ist die neue Ente sogar rund sieben Zentimeter kürzer als das ursprüngliche Modell von 1948. Während moderne Neuauflagen klassischer Kleinwagen häufig deutlich wachsen, bleibt Citroën dem kompakten Format treu.
Elektroantrieb statt Zweizylinder in der Neuauflage
Unter der Haube könnten die Unterschiede beider Modelle kaum größer sein. Die klassische Ente setzte auf einen luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor, der je nach Baujahr zwischen 9 und 29 PS leistete. Besonders die späteren 2CV6 mit 602 Kubikzentimeter Hubraum und 29 PS wurden zum Inbegriff entschleunigter Fortbewegung. Schnell war die Ente also nie. Dafür war ihre Technik robust, überschaubar und vergleichsweise leicht zu reparieren.


Eines der Highlights des 2CV Concept ist die Übernahme des Faltdachs. Die Rückleuchten sind deutlich weiter nach oben gewandert.
Bild: Stellantis | Holger Schaper
Die Neuauflage soll dagegen ausschließlich elektrisch fahren. Konkrete Angaben zur Motorleistung, Batteriekapazität und Reichweite macht Citroën bislang nicht. Klar ist jedoch, dass die Franzosen keine Leistungsrekorde anstreben. Stattdessen soll die neue Ente mit einem möglichst geringen Gewicht und einem erschwinglichen Preis punkten. Damit bleibt die Philosophie dieselbe: nicht möglichst viel Leistung, sondern möglichst viel Mobilität fürs Geld.
Die Ente war und bleibt ein leichtes Auto
Gerade beim Gewicht zeigt sich, wie stark sich die automobile Welt verändert hat. Frühe 2CV-Versionen wogen nur rund 500 Kilogramm, spätere Modelle brachten je nach Ausführung ungefähr 600 Kilogramm auf die Waage.
Die elektrische Neuauflage soll nach Citroëns Vorstellungen etwa 1000 Kilo wiegen. Das wäre für ein modernes Elektroauto ein bemerkenswert niedriger Wert, aber immer noch deutlich mehr als beim Original. Zum Vergleich: Der ebenfalls elektrisch angetriebene Renault Twingo E-Tech kommt auf rund 1275 Kilogramm.
Auch im Innenraum setzt Citroën auf Nostalgie statt Luxus. Zwei durchgehende Sitzbänke, wenige Schalter und ein kleines Display prägen das Cockpit der Studie. Ein herausnehmbares Radio unterstreicht den bewusst unkomplizierten Ansatz.


Das einspeichige Lenkrad und das Platzangebot für vier Personen haben beide Modelle gemein. Bei der neuen Ente ist der Tacho unter die Frontscheibe gewandert – und es gibt ein modernes Infotainment-Display.
Bild: Stellantis | Klaus Kuhnigk
Das erinnert an den historischen 2CV, dessen Innenraum über Jahrzehnte von schlichter Funktionalität geprägt war. Statt aufwendiger Ausstattung gab es einfache Sitze, leicht verständliche Bedienelemente und jede Menge Improvisationstalent. Besonders charmant ist ein Detail der Studie: ein integrierter Eierhalter. Damit erinnern die Designer an die ursprüngliche Entwicklungsaufgabe, nach der die Ente auch über holprige Feldwege fahren sollte, ohne dabei transportierte Eier zu beschädigen.
Der 2CV soll günstig bleiben
Ob die neue Ente tatsächlich einen vergleichbaren Federungskomfort bietet, ist allerdings noch offen. Gerade das außergewöhnlich weiche Fahrwerk war beim Original schließlich eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale.
Der vielleicht wichtigste gemeinsame Nenner ist der Preis. Die ursprüngliche Ente war kein Statussymbol, sondern mit einem Preis von 185.000 Francs (heute umgerechnet ungefähr 7700 Euro) ein erschwingliches Fortbewegungsmittel. Erst im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sie sich zum Kultobjekt. Mit einem angepeilten Einstiegspreis von 15.000 Euro will Citroën genau an diesen Gedanken anknüpfen.
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