Rom, Runde zwei von "Test the Best". Nach den Luxuslinern im ersten Teil wird es jetzt frech, flott, fotogen. Und das nicht nur wegen der vielen schönen Frauen in der italienischen Hauptstadt. Auch unsere drei Topmodels betören mit flotten Formen und feurigem Temperament. Im Mittelpunkt der Citroën DS3 – quasi ein werkseitig gepimpter C3. Vor Selbstbewusstsein strotzend, fordert der flotte Franzose die Kultkisten Mini Cooper und Fiat 500 Abarth zum Tanz. Drei Kurze mit 411 PS – die internationale AUTO BILD-Jury hatte mal wieder richtig Spaß bei der Arbeit.

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Citroën DS3
Gut abgestimmt: Der neue Citroën DS3 geht sauber und zügig ums Eck.
"So eine gute Schaltung bin ich von Citroën sonst nicht gewohnt", verteilt der griechische Kollege Yiannis Kakouris ein erstes Lob nach Frankreich. Tatsächlich fühlt sich der DS3 rundherum präziser und verbindlicher an als seine Markenbrüder. Die Lenkung weist zielsicher den Weg, der 1,6-Liter-Turbo hängt munter am Gas, die Gänge rasten sauber. Muss der "nur" 120 PS starke Mini Cooper, der demnächst mit leicht überarbeitetem Motor und 122 PS antritt, also die Strecke räumen? Nicht ganz. Fahrwerk, Lenkung und Schaltung haben beim bayerischen Briten noch eine Extraportion Fahrspaß mitbekommen. So wetzt der Cooper immer eine Spur dynamischer und handlicher um die Ecken, als wir es von so einem Zwerg erwarten. Allerdings erweist sich sein straffes Fahrwerk als nicht wirklich alltagstauglich – hier zeigt der Citroën, wie es geht, vermittelt sehr diplomatisch zwischen Schumi-Linie und Schmusekurs.

Auch optisch macht der Abarth seinen sportlichen Charakter deutlich

Abarth 500
Sportlich: Dem Abarth sieht man seinen Charakter am Blechkleid an.
Harmonisch, aber auch etwas langweilig gibt sich dagegen der Motor des Mini. Kein Wunder. Zum prinzipiell baugleichen Citroën-Motor fehlen ihm ein Turbo und 36 PS. Und das spürt man nach jeder Kurve oder wenn man den Schalthebel beim Überholen einfach mal rechts liegen lassen wollte. "Schade, dass Mini für fast 20.000 Euro nur 120 PS bietet", fasst Oleg Vasylevsky aus der Ukraine das Mini-Manko zusammen. Um solche Kommentare zu verhindern, schickt Fiat zu seinem Heimspiel den 500 vom Haustuner Abarth. Dank dicker Spoiler und Kriegsbemalung schon optisch eine Krawallkugel – die es auf der Piste mächtig krachen lässt. Mit einem heiseren Hecheln brennt der 1,4-Liter-Turbo ein wahres Drehzahlfeuerwerk ab. Im Sprint kann nicht mal der DS3 folgen, nur die hakelige Schaltung des Fiat verhindert noch bessere Werte. Beim Kurvenräubern helfen das elektronische Sperrdifferenzial TTC und das knüppelharte Fahrwerk. Karosseriebewegungen gibt es dabei ebenso wenig wie Komfort.
Das Wohlfühlen kommt leider auch im Innenraum des kleinen Italieners etwas zu kurz. Abgesehen vom spürbar knapperen Platzangebot stören vor allem die zu hohe Sitzposition sowie die nicht immer erstklassige Verarbeitungs- und Materialqualität. Da fühlen wir uns im französischen Mini-Herausforderer tatsächlich eine halbe Klasse besser untergebracht. Zugegeben, auch hier ist nicht alles Premium, was glänzt, die schwarzen Klavierlackeinlagen im Cockpit sehen aber einfach nett aus. Für den Citroën sprechen außerdem das akzeptable Raumangebot in der zweiten Reihe und die bequemen Sportsitze vorn. Wenn wir hier schon meckern wollen, dann allenfalls darüber, dass die mächtigen Seitenwangen bei großen Fahrern nicht genug Halt im Schulterbereich bieten.

Der Mini Cooper ist konsequent auf seinen Fahrer zugeschnitten

Mini Cooper
Meister der Querdynanik: Im Mini Cooper gibt es den gewohnten Kurven-Fahrspaß.
Konsequent auf den Fahrer und seine Freude am Fahren zugeschnitten präsentiert sich der Mini. Die Sitzposition hinterm griffigen Lenkrad passt, die Polster bieten an den richtigen Stellen Unterstützung, die solide Verarbeitung trotzt auch hartem Rundstreckeneinsatz. Oder ukrainischen Feldwegen. Oleg Vasylevsky bescheinigt dem Mini jedenfalls "die beste Qualität in diesem Feld". Vielleicht erklärt sich damit ja auch der relativ hohe Preis. Mit 19.200 Euro kostet der Mini Cooper immerhin 1100 Euro mehr als der feurige Fiat 500 Abarth (18.100 Euro). Am tiefsten muss man für die flotte Mini-Mode allerdings bei Citroën in die Tasche greifen. Für den DS3 THP 150 Sport-Chic werden satte 19.800 Euro aufgerufen. Ziemlich stolzer Preis, für den man(n) auch einen fünftürigen Golf 1.2 TSI (105 PS) bekommt. Doch das ist eine Alternative, die Roms schöne Frauen nicht wirklich aus der Kurve wirft.

Fazit

Wie Mini auf Französisch heißt? Ganz klar: DS3. Citroën zeigt mit dem sportlich-schicken Ableger des C3, dass sie mehr können als vernünftige Kleinwagen. Nur hauchdünn liegt der DS3 hinter dem Urvater aller kleinen Knalldosen – wobei der Franzose sich im Alltag als der beste Kompromiss erweist. Der Mini überzeugt als Fahrmaschine, der Abarth bleibt knallharte Pistensau – ideal nur für Singles mit Nordschleifen-Dauerkarte.