Schon ein duftes Ding, so ein Countryman. Weil die Angehörigen der jungen Zielgruppe gerne gamen, können sie im Mini ihr Smartphone connecten und es als Controller für Spiele auf dem großen runden Bildschirm benutzen.

Zwei Diesel-SUV im Test

Aktuelle AngebotePreisTestnote
Mini Countryman D
Mini Countryman D
UVP 39.320,00 EUR
2,0
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Cupra Formentor 2.0 TDI
Cupra Formentor 2.0 TDI
UVP 45.735,00 EUR
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Wem das nicht reicht, der kann über die eingebaute Innenraumkamera hippe Selfies schießen. Der Cupra Formentor gibt sich nicht ganz so abgespaced, beleuchtet seit dem Facelift aber immerhin sein rückwärtiges Logo so, als wäre es Teil eines Twitch-Streams.

Cupra und Mini setzen auf Zweiliter-Diesel

Falls Ihnen das zu viele Anglizismen auf einmal sind: Na gut, verstehen wir. Und argumentieren, dass unter den beiden Fronthauben erstaunlich traditionelle Aggregate schlummern. Zweiliter-Diesel auf beiden Seiten, gepaart mit Siebengang-Doppelkupplern. Schauen wir also mal, was wird.
Cupra Formentor 2.0 TDI Mini Countryman D
Selbstzünder unter der Haube: Cupra Formentor 2.0 TDI und Mini Countryman D zeigen, dass in Sachen Diesel immer noch was geht.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Um dem Marken-Credo des "Gokart-Feelings" trotz gar nicht mal Mini-mäßiger Maße treu zu bleiben, hat man beim Countryman jedenfalls ordentlich Aufwand betrieben. Das manifestiert sich unter der Haube an der fetten vorderen Domstrebe, die kurz unterhalb der beiden Dämpferaufnahmen gespannt wurde. Auch unterhalb des Abgastrakts sorgen ein paar quer verlaufende Bleche für mehr Karosseriesteifigkeit als beim Cupra – das spürt man auch.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder, Turbo 
Vierzylinder, Turbo, Mildhybrid 
Einbaulage 
vorn quer 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Zahnriemen 
Kette 
Hubraum 
1968 cm³ 
1995 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
110 (150)/3000 
120 (163)/Systemleistung 
Nm bei 1/min
360/1600 
400/1500 
Vmax
205 km/h 
208 km/h 
Getriebe 
Siebengang-Doppelkupplung 
Siebengang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
245/40 R 19 W 
245/45 R 19 Y 
Reifentyp 
Goodyear Eagle F1 
Michelin Pilot Sport 4 S 
Radgröße 
8 x 19" 
8 x 19" 
Abgas CO2 
138 g/km 
124 g/km 
Verbrauch* 
5,3 l/100 km 
4,7 l/100 km 
Tankinhalt 
50 l 
54 l 
Kraftstoffsorte 
Diesel 
Diesel 
SCR-Katalysator 
Serie 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
k. A. 
65 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1600/750 kg 
1800/750 kg 
Stützlast 
80 kg 
80 kg 
Kofferraumvolumen 
420–1475 l 
450–1450 l 
Länge/Breite/Höhe 
4451/1839–1992**/1520 mm 
4444/1843–2069**/1661 mm 
Radstand 
2679 mm 
2692 mm 
Grundpreis
45.735 Euro
39.320 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
51.470 Euro
50.320 Euro

Unruhe in der Countryman-Karosserie

Die schon um die Mittellage direkte, progressiv abgestimmte Lenkung vermittelt im Countryman das Gefühl, präzise dem zu gehorchen, was der Fahrer vorgibt. Die flott gefahrene Autobahnausfahrt zieht sich unerwartet zu? Die Vorderachse macht das mit, die Pilot Sport 4S (245/45 R 19) quietschen nicht mal. Motto: Kein Thema, bitte gehen Sie weiter. Und in äußerster Not stünde ja noch ein feinfühlig regelndes ESP bereit.
Mini Countryman D
Typisch Mini: Auch im Countryman sorgt das Fahrwerk für Gokart-Feeling. Das muss allerdings durchaus mit etwas Härte erkauft werden.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD !
Probleme bekommt der Mini im Grunde nur, wenn’s rumpelig wird. Während die straffe Grundabstimmung seiner nicht elektronisch verstellbaren Dämpfer im Alltag eigentlich nur selten stört, sorgen kurze Wellen im Fahrbahnbelag – wie etwa bei einer schlecht neu asphaltierten Straße – für reichlich Unruhe in der Karosserie. Je schneller die Fahrt, desto heftiger hebt es einen aus dem Sitz.

Im Formentor steckt mehr Komfort

Im Vergleich fährt sich der Cupra braver, ein wenig golfig. Seine Lenkung reagiert um die Mittellage etwas weniger direkt – auf längeren Autobahnetappen durchaus angenehm. Auch er stützt sich in zügig gefahrenen Kurven schön ab, dazu trägt die im Vergleich zu einem Leon um vier Zentimeter breitere Spur bei. Optional gibt es hier ein adaptives, 15-stufig einstellbares Fahrwerk.
Cupra Formentor 2.0 TDI
Gelassenerer Gleiter: Der getestete Formentor hat ein adaptives Fahrwerk, das Straßenunebenheiten sehr sorgfältig ausbügelt.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Denselben welligen Fahrbahnbelag filtert der Cupra in Komfort-Stellung so beinahe vollständig heraus. Ungewöhnlich: Komfort- und Performance-Modus, mehr gibt es im Formentor gar nicht an vorgefertigten Einstellungen. Wer mehr will, muss alles im Individual-Modus selbst anpassen. Der Wechsel zwischen allen drei Fahrmodi ist über den Knopf links am Lenkrad möglich.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,0 s 
3,1 s 
0–100 km/h 
8,7 s 
8,4 s 
0–130 km/h 
14,5 s 
13,9 s 
0–160 km/h 
24,0 s 
22,5 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,8 s 
4,5 s 
80–120 km/h 
6,3 s 
6,0 s 
Leergewicht/Zuladung 
1518/542 kg 
1701/454 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
61/39 % 
58/42 % 
Wendekreis links/rechts 
11,3/11,2 m 
11,7/11,7 m 
Sitzhöhe 
570 mm 
635 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,1 m 
33,1 m 
aus 100 km/h warm 
33,6 m 
33,2 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
60 dB(A) 
59 dB(A) 
bei 100 km/h 
66 dB(A) 
66 dB(A) 
bei 130 km/h
70 dB(A)
69 dB(A)
bei 160 km/h
73 dB(A)
73 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch 
4,7 l D/100 km 
4,6 l D/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
5,6 l D/100 km
(+5,3 %)
5,3 l D/100 km
(+12,7 %)
Sportverbrauch 
7,4 l D/100 km 
6,9 l D/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
148 g/km 
140 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
890 km 
1018 km 
Unterschiede bei den Antrieben finden sich in diesem Duell vor allem in der Feinabstimmung. Die Eckdaten: 163 PS im Mini zu 150 PS im Cupra, wobei Letzterer auf einen Mildhybrid verzichtet. So führt der 183 Kilogramm schwerere Brite mit knauserigen 5,3 zu 5,6 Litern beim Verbrauch. Ebenfalls drei Zehntel spart sich der Mini auf den Cupra beim 100-km/h-Sprint, erledigt ihn in 8,4 zu 8,7 Sekunden, bremst auch noch besser. Hier liefern mit 33 bis gut 34 Metern bis zum Stillstand aber beide Kandidaten sauber ab.
Cupra Formentor 2.0 TDI Mini Countryman D
Der deutlich schwerere Countryman schlägt den Formentor sowohl im Sprint als auch beim Verbrauch.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Kombiniert werden müssen die Antriebe auf beiden Seiten mit Siebengang-Doppelkupplungsgetrieben. Während das im Mini meist noch etwas niedertouriger die Gänge wechselt – es kann auf Mildhybrid und 40 Zusatz-Nm zurückgreifen –, dürfte es den Anfahrbefehl etwa beim Abbiegen etwas zügiger in Bewegung umsetzen. Das Cupra-Getriebe macht es genau andersrum, "denkt" nicht so lange und rupft dafür beim Losfahren manchmal etwas harsch. Davon abgesehen lässt sich beiden kaum etwas vorwerfen.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
567
556
Platz
1
2
Testnote
2,0
2,1
Fazit
Premium-Qualität und viel Dynamik verhelfen zum Sieg. Am teils zu harten Fahrwerk darf Mini gern noch tüfteln.
Der Cupra verliert in Summe nur knapp. Viel Komfort, aber auch hohe Preise. Dabei wirkt er weniger premium.
Vom Fahrersitz aus fühlen sich beide Autos höchst unterschiedlich an: Der Formentor wirkt eher wie ein höhergelegter Leon, der Mini klassisch SUVig. So sitzen wir im Briten sechseinhalb Zentimeter höher als im Spanier, wobei beide eher auf sportliches Gestühl setzen. Der getestete Sportsitz des Cupra hat bereits eine integrierte Kopfstütze, bietet etwas mehr Beinauflage als der des Mini. In jenem wiederum sitzt man hinten trotz weniger Platz für die Knie bequemer, weil der Lehnenwinkel verstellbar und in der Komfort-Stellung weniger spitz ist.

An der Kasse langen beide ordentlich zu

Mit Testwagenpreisen von 51.470 Euro (Cupra) und 50.320 (Mini) sind beide nicht billig – und man kann sich fragen, welcher U30iger das bezahlen soll.
Cupra Formentor 2.0 TDI Mini Countryman D
Teuer: Für den Formentor 2.0 TDI mit allen relevanten Extras werden 51.470 Euro fällig, der getestete Mini Coutryman D kostet 50.320 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Zur Wahrheit gehört aber auch: Beide werden wohl häufiger verleast als verkauft – da ist der Listenpreis nur ein Teil der Rechnung. Auch nicht unwichtig: der Wertverlust. Hier schätzt Schwacke den Mini besser ein. In der Kasko kommt er allerdings richtig teuer. Gar nicht so dufte.

Bildergalerie

Cupra Formentor 2.0 TDI Mini Countryman D
Cupra Formentor 2.0 TDI
Mini Countryman D
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Zwei Diesel-SUV im Test

Fazit

Ähnliche Innereien, aber doch ganz anders: Der stämmige Countryman gibt auf der Straße den Dynamiker, der flott gezeichnete Cupra gleitet besser. Letztlich entscheiden Dinge wie mehr Konnektivität, weniger Wertverlust oder der geringere Verbrauch das knappe Duell für den Mini.