Cupra Terramar VZ 2.0 TSI DSG 4Drive: Test
Familien-SUV im Alltagstest: sportlich, praktisch, gut?

Dürfen wir vorstellen: Der Cupra Terramar VZ 2.0 TSI DSG 4Drive begleitet unseren Redaktionsalltag die nächsten 30.000 Kilometer. Schon jetzt zeichnet sich ab: Das wird wohl eine sehr angenehme Kurzzeitbeziehung.
Bild: marcuswerner.com
Ateca, Formentor VZ5, Leon ST VZ und jetzt der Terramar VZ 2.0 TSI DSG 4Drive – so langsam haben wir die sportliche Cupra-Palette im Dauertest-Kurzmodus fast durch. Und können ganz pauschal sagen: Weder hat uns einer enttäuscht, noch hat einer gepatzt. Eine durchweg positive Resonanz auf die auffällig gestylten Sportler aus der vergleichsweise jungen Cupra-Zucht also, die 2018 vom Start weg zu einer der am schnellsten wachsenden Marken in Europa avancierte und im vergangenen Jahr in Deutschland ein Plus von 11,6 Prozent verzeichnen konnte.
Mit dem Terramar haben wir uns für das jüngste Modell aus der Cupra-Palette entschieden, das nicht nur "der Held einer neuen Ära" sein soll, wie Cupra betont, sondern auch die Marke in den gehobenen Marktsegmenten etablieren soll. Dazu fällt dem Terramar noch die Ehre zu, der letzte neu entwickelte Cupra mit Verbrenner zu sein, obwohl er natürlich auch als Hybrid (Mild und Plug-in) angeboten wird.

Nicht nur das ansprechende Styling macht die Cupra sehr beliebt. Auch Preis und Leistung der Spanier sind attraktiv.
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Da wollen wir gern ein bisschen mitehren, solange es noch geht, und haben uns deswegen für die Variante völlig ohne E-Unterstützung entschieden: den Terramar VZ mit Zweiliter TSI-Motor, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb. Der ist ab Werk schon üppig bestückt, hat aber dennoch ein paar weitere Extras bekommen.
Testwagen mit Vollausstattung und Extras
Ab Werk steht der Terramar VZ zum Zeitpunkt der Übernahme mit 54 880 Euro in der Preisliste und lockt in unschuldigem Glacial White Metallic für 770 Euro extra. Allein die Serienausstattung liest sich dabei schon fast vollumfänglich. Allrad und Doppelkupplungsgetriebe sind klar. Dazu kommen Dinge wie Soundpaket, Navi, Head-up-Display, LED-Matrix-Scheinwerfer und Rückfahrkamera; ein umfassendes Assistenz-Aufgebot darf mittlerweile natürlich genauso wenig fehlen wie Multifunktionslenkrad oder Abstandstempomat. Fürs Fahren mehr relevant sind natürlich Sportsitze, Fahrprofile, Progressivlenkung und das Adaptivfahrwerk.

Schwungvoll, sportlich, gute Bedienbarkeit: Das Terramar-Cockpit ist nett anzusehen, man findet sich auch schnell zurecht.
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Dazu gesellen sich ein paar Extras wie etwa das Panorama-Glasschiebedach (1115 Euro) oder die 20-Zoll-Leichtmetallräder im "Vortex Copper"-Design (395 Euro). Der größte Posten (2400 Euro) betrifft die Akebono-Sechskolben-Bremsanlage mit größeren Scheiben (375 statt 340 Millimeter) vorn. Insgesamt beläuft sich der Testwagenpreis auf 63.440 Euro.
SUV mit sportlichem Anspruch
Nicht eben wenig, aber dafür bekommt man schon eine ganze Menge Auto und gediegen-sportlichen Fahrspaß – für die ganze Familie. Denn unter der Cupra-typisch sehr dynamisch gezeichneten Karosserie verbirgt sich die technische Basis des VW Tiguan, in dessen gehobenen Mittelklasse-Gefilden auch der Terramar nach Anschluss sucht, allerdings mit ein paar wesentlichen Typänderungen zum biederen Konzernbruder.

"Schnelle Autobahnpassagen, flotte Landstraßenkurven – hier fühlt sich der Terramar wohl."
Ralf Kund, Redakteur
Ralf Kund, Redakteur
Bild: marcuswerner.com
Denn zum familientauglichen Platzangebot und der SUV-Funktionalität gesellt sich der sportliche Cupra-Geist, der sich optisch durch die kupferfarbenen Akzente in Szene setzt. Bei der Gesamtabstimmung geht der Terramar ein paar kräftige Schritte in Richtung Sport, die den alltäglichen Fahrspaß nähren, ohne mit zu ausgeprägter Straffheit den SUV-Gedanken gleich ins Gegenteil zu verkehren.
Fahrzeugdaten | Cupra Terramar VZ 2.0 TSI DSG 4Drive |
|---|---|
Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
Hubraum | 1984 cm3 |
Leistung | 195 kW (265 PS) bei 5300/min |
max. Drehmoment | 400 Nm bei 1650/min |
Antrieb | Allrad/7-Gang- Doppelkupplung |
L/B/H | 4519/1869/1586 mm |
Leergewicht | 1750 kg |
Kofferraum | 540 l |
0-100 km/h | 5,9 s |
Spitze | 243 km/h |
Verbrauch | 8,4 l S/100 km |
Preis | ab 54.880 Euro |
Heißt? Die serienmäßigen Sportsitze sind gut konturiert, aber nicht zu eng, die Progressivlenkung ist im Stadtverkehr für dieses Umfeld angenehm leichtgängig. Die Gänge legt man beim Terramar über eine Art Wippe an der Lenksäule ein, dann noch den Spurhalteassi wegklicken und einer entspannten Fahrt steht allenfalls noch der gelegentlich halluzinierende Notbremsassistent im Wege. Die 265 PS kommen mit dem 1,75-Tonner ordentlich zurecht; der Verbrenner dreht sehr lebendig hoch, hängt gut am Gas und klingt auch ordentlich. Mischt sich der Soundgenerator ein, wird’s etwas arg künstlich.

Das erste gute Drittel seines 30.000-Kilometer-Dauertestlebens bei uns hat der Cupra Terramar hinter sich, bislang ohne besondere Auffälligkeiten. Er ist stets begehrt, weil schnell und sehr unkompliziert.
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Trotz seiner Maße und seiner Masse spielt der Terramar auf Landstraßen durchaus munter auf. Noch besser zur Geltung kommt er allerdings in seiner Rolle als sehr fahrstabiler Schnelltransporter für längere Autobahnpassagen, denn Fahrwerk und Lenkung bilden eine harmonische Einheit für entspanntes, schnelles Reisen: Und er wird oft und gern genommen, weil er neben Kilometern eben auch einiges an Gepäck frisst.
Dazu gesellen sich ansprechende Fahrleistungen (5,9 s auf 100, Spitze 243 km/h), ein gut und schnell agierendes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und bislang durchweg erträgliche Verbräuche im Bereich von rund acht bis zehn Litern auf 100 Kilometer. Ein sehr stimmiges Gesamtpaket also, nicht nur für sportiv orientierte Familien(-Väter).
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