Cupra Tindaya: Elektro-Showcar auf der IAA
Darum durften wir in diesem Cupra nur hinten sitzen
Bild: SEAT S.A.
Cupra hat in den vergangenen Jahren eine starke Transformation erlebt. Angefangen als Haustuner von Seat, ist die Marke aus Barcelona mittlerweile zum eigenständigen Hersteller geworden – mit eigenen Modellen und eigenem Design. Gerade wenn es um die Optik geht, sind die Katalanen nicht gerade für Zurückhaltung bekannt.
Mit dem Tindaya zeigt Cupra auf der IAA in München (9. bis 14. September 2025) ein weiteres Showcar, das einen Ausblick auf die zukünftige Designsprache der Marke gibt. Der Name leitet sich von einem Vulkanberg auf Fuerteventura ab – ein Motiv, das die Designer durchaus in die Optik der Studie übertragen haben.
Wenig überraschend zeigt sich das große SUV sehr extrovertiert, wirkt auf den ersten Blick beinahe wie eine noch radikalere Version des Tavascan. Die Schürze bekommt große Finnen an den Seiten, der Grill trägt ein großes LED-Paneel, das zur Begrüßung Flammen illuminiert.

Mit Spoiler, Diffusor und studientypisch großen Räder macht der Cupra Tindaya Eindruck.
Bild: SEAT S.A.
Auch die Aero-Finnen sowie Bereiche hinter den vorderen Radhäusern und an den Außenspiegeln sind mit LEDs ausgestattet. Weil die Bauteile, in denen die Leuchtdioden sitzen, aus transparentem Kunststoff bestehen und nur teilweise lackiert sind, wirkt es, als würden sie an einigen Stellen glühen. In die wuchtigen Radhäuser hat Cupra 23-Zoll-Felgen gesetzt, die bei den riesigen, hüfthohen Radläufen fast klein wirken. Mit 4,72 Metern Länge ist der Tindaya das größte Auto, das Cupra bisher gebaut hat.
Um die hinteren Radläufe wurde die Karosserie großflächig aus sichtbarem Naturfaser-Verbundkunststoff gefertigt, der sich über das gesamte Heck erstreckt. Die Rückleuchten bestehen – wie auch die Frontscheinwerfer – aus drei dreieckigen Elementen pro Seite, die in schwarze, sehr filigrane Halterungen gesetzt wurden. Auch am Heck gibt es ein LED-Paneel, das das Flammen-Spiel der Front wieder aufgreift.
Die Bestuhlung scheint zu schweben
Die Türen vorn und hinten schwingen gegenläufig auf und geben den Blick auf das Interieur frei. Dort herrscht ein wahres Raumschiff-Ambiente: An der Mittelkonsole, die sich vom Armaturenbrett bis zum Kofferraum zieht, sind die Sitze montiert – die Bestuhlung scheint zu schweben.

Gegenläufig öffnende Türen und schwebende Sitze. Die sind beim Showcar recht fragil, darum durfte AUTO BILD nur hinten Platz nehmen.
Bild: SEAT S.A.
Klingt fragil, und ist es in diesem Fall auch – weshalb wir nur auf den Rücksitzen Platz nehmen dürfen. Die Sitze mit der neoprenähnlichen Polsterung sehen allerdings bequemer aus, als sie tatsächlich sind – bei einem Showcar aber nichts Ungewöhnliches.
Elektroauto mit Range Extender
Unter dem Blech des Tindaya arbeitet die neue SSP-Technik ("Scalable Systems Platform") von Volkswagen, die zwei Antriebsvarianten ermöglicht. Beide sind rein elektrisch, bei einer kommt jedoch zusätzlich ein Range Extender zum Einsatz – so wie im Showcar. Hier werden die E-Motoren von einem 1,5-Liter-Vierzylinder mit Strom versorgt, der ausschließlich als Generator dient.

Das Display im Tindaya misst 24 Zoll. Das Lenkrad wurde gut sichtbar vom Rennsport und Gaming inspiriert.
Bild: SEAT S.A.
Das soll nicht nur eine Reichweite von über 1000 Kilometern ermöglichen, sondern auch für mehr Leistung sorgen: 496 PS treiben das große SUV an, die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo hundert soll nach 4,1 Sekunden erfolgen. Damit wäre der Tindaya nicht nur das größte, sondern auch das schnellste Cupra-Modell – eine Serienfertigung ist vorerst aber nicht geplant.
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