Ältere Autofans erinnern sich noch gut an den Yugo. Der kleine Dreitürer aus dem ehemaligen Jugoslawien galt jahrzehntelang als Inbegriff des günstigen Autos. Jetzt wagt die Marke ein Comeback und greift dabei direkt Dacia an.
Nach der ersten Präsentation eines Designmodells Anfang 2025 gibt es inzwischen neue Details zum Projekt. Auf der SEE Automotive Conference in Belgrad wurde das Konzept weiterentwickelt und erstmals konkreter über Technik und Preis gesprochen.

Yugo: vom Spottobjekt zur Kultmarke

Die Geschichte des Yugo begann Anfang der 1980er-Jahre. Im damaligen Zastava-Werk entstand ein rund 3,50 Meter langer Kleinwagen, der auf bewährte Fiat-Technik setzte. Vor allem der Yugo 45 mit seinem 45-PS-Benziner wurde zum bekanntesten Modell der Marke.
Dank seines niedrigen Preises entwickelte sich der Yugo zum Verkaufserfolg. Sogar in den USA wurde das Auto angeboten. Heute genießt der kantige Kleinwagen Kultstatus. Die Markenrechte liegen mittlerweile bei der Globo GmbH aus Schwäbisch Gmünd. Hinter dem Comeback steht der serbische Unternehmer Aleksandar Bjelić.

Retro-Design mit sportlicher Note

Optisch orientiert sich der neue Yugo klar am historischen Vorbild. Gemeinsam mit Designer Darko Marčeta entsteht ein kompakter Dreitürer mit kantiger Karosserie, kurzen Überhängen und sportlichen Proportionen.
Yugo kehrt zurück! Die einstige Kultmarke aus dem ehemaligen Jugoslawien arbeitet an einem komplett neuen Kleinwagen. Diese Miniatur-Studie gibt einen ersten Ausblick auf das geplante Modell.
Bild: Yugo
Damit folgt Yugo einem Trend, den Hersteller wie Fiat mit dem 500 oder Renault mit R4 und R5 bereits erfolgreich nutzen. Das Fahrzeug soll im europäischen B-Segment antreten und klassische Kleinwagen-Kunden ansprechen.

Überraschung beim Antrieb

Besonders spannend sind die jüngsten Technik-Details. Während zunächst von klassischen Verbrennungsmotoren die Rede war, plant Yugo inzwischen offenbar einen Hybridantrieb mit Range-Extender-Technologie.
Der Elektromotor übernimmt dabei den eigentlichen Antrieb. Ein Verbrennungsmotor dient hauptsächlich als Generator und produziert Strom für die Batterie. Anders als bei Plug-in-Hybriden soll das Fahrzeug nicht extern geladen werden müssen.
Nach Angaben der Entwickler soll der Verbrauch bei lediglich 2,2 Litern pro 100 Kilometer liegen. Ob dieser Wert in der Praxis erreichbar ist, bleibt abzuwarten. Zudem sollen künftig weitere Antriebsvarianten möglich sein.

Kampfansage an Dacia

Das eigentliche Highlight ist jedoch der Preis: Nach aktuellen Planungen soll der neue Yugo bereits ab rund 12.000 Euro angeboten werden.
Damit würde der Balkan-Kleinwagen deutlich unter vielen aktuellen Modellen liegen und direkt das Kerngeschäft von Dacia angreifen. Genau wie die Rumänen einst könnte auch Yugo versuchen, sich als Anbieter einfacher, effizienter und günstiger Autos zu etablieren.
Bis zur Serienversion wird es allerdings noch dauern. Ein fahrbereiter Prototyp soll erst 2027 auf der Expo in Belgrad vorgestellt werden. Spätestens dann wird sich zeigen, wie weit die Entwicklung tatsächlich fortgeschritten ist – und ob die ambitionierten Preis- und Verbrauchsziele realistisch sind.

Fazit

Mit Retro-Look, Range-Extender-Hybrid und einem angepeilten Einstiegspreis von rund 12.000 Euro könnte Yugo tatsächlich eine Lücke im Markt treffen. Sollte das Projekt gelingen, dürfte Dacia künftig einen neuen Konkurrenten im Billigauto-Segment bekommen.