Drei Kleinwagen im Test

Dacia Sandero, Mitsubishi Space Star, Kia Picanto: Test

Deutschlands günstigste Autos im Test

Wir testen drei Knirpse bis 10.000 Euro. Mit welchem Basismobil fahren wir am besten – Dacia Sandero, Mitsubishi Space Star oder Kia Picanto?
En Volkswagen, das ist ein Wagen fürs Volk. Klar, klingt irgendwie logisch. Warum nur sind die gleichnamigen Autos dann so teuer? Einen VW gibt es nämlich erst ab 10.750 Euro. Und das ist dann ein ziemlich nackter Up. DER Volkswagen, also ein Golf, kostet mindestens 19.520 Euro. Geht zum Glück aber auch anders. Heißt dann zum Beispiel Dacia Sandero und steht für gerade mal 6990 Euro beim Händler. Was so ein echter Volks-Wagen außer dem Preis noch draufhat, klären wir in unserem Vergleich. Dazu laden wir neben dem Dacia zwei Asia-Knirpse ein: Kia Picanto und Mitsubishi Space Star. Beide mit einem Basispreis von 9990 Euro, also noch vierstellig. Motto: Die sind fürs Volk!

Im Dacia Sandero Access fehlt einiges

Beim Wort genommen: Dacia lieferte das Sandero-Basismodell zum Test – ohne viel Ausstattung.

Dacia nimmt unsere Anfrage nach dem Basismodell ernst. Und schickt den Sandero als Access. Das bedeutet, dass Ausstattung quasi nicht stattfindet. Klar, es gibt eine Servolenkung. Und ESP sowie einen Haubendämpfer und eine Start-Stopp-Automatik! Aber ZV, elektrische Fensterheber, Radio oder Klima? Nicht drin und auch nicht bestellbar. Einziges Extra beim Access: das Ersatzrad für 100 Euro. Dabei wären bessere Sitze als die mit rutschigem Synthetikstoff bezogenen und schwach konturierten Schaumstoffblöcke wirklich wünschenswert. Vorteil der Access-Askese: Nichts piept und blinkt nervtötend, weniger Elektronik bedeutet weniger Fehlerquellen. Und den digitalen Pfadfinder spielt das Smartphone ohnehin überzeugender, das Radio wird durch die Bluetooth-Box ersetzt. Kia schickt uns einen Edition 7 für 11.590 Euro – vernünftige Ausstattung inklusive.

Kia überzeugt mit der besten Verarbeitung

Klein, aber oho: Der Picanto ist der Kleinste im Test, fährt aber am reifsten und ist am besten verarbeitet.

Und der mit 3,60 Metern Kürzeste im Test bietet genauso viel Platz wie der fast einen halben Meter längere Dacia. Vorn gut, hinten immer noch kindertauglich. Dazu ordentlich geformte und gepolsterte Sitze, ein ebenso freundliches wie funktionales Cockpit und die beste Verarbeitung – Kia fährt gefühlt eine halbe Klasse über Dacia und Mitsubishi. Die meisten Überraschungen hält der Space Star bereit – leider nicht immer positive. Obwohl mit 3,80 Metern die goldene Mitte zwischen Picanto und Sandero, bleibt am wenigsten Platz. Vorn müssen wir beim Sitz über ein Drehrad mühsam die Höhe einstellen, sitzen auf dünnen Polstern trotzdem stets zu hoch. Hinten nehmen Erwachsene schnell Kontakt mit dem Dach auf, der Kofferraum schluckt am wenigsten Gepäck. Hier macht dem Sandero mit bis zu 1200 Litern keiner was vor. Leider nervt der Dacia beim Umlegen der Rückbank aber als Einziger mit einer lästigen Stufe.
Funktional überzeugt keiner der Knirpse so richtig. Bei Kia und Mitsubishi liegt die separat zu entriegelnde Tankklappe links; Dacia trägt sie zwar rechts, dahinter aber einen abschließbaren Tankdeckel. Kleiner Trost: Solide Bügelgriffe am Kia erlauben es, die Tür nach einem Crash kraftvoll aufzureißen – mit den Griffschalen bei Dacia und Mitsubishi geht da deutlich weniger.
Platz 3 mit 412 von 750 Punkten: Mitsubishi Space Star 1.0. Kostet so viel wie der Kia, fährt eher auf Dacia-Niveau.
Platz 2 mit 428 von 750 Punkten: Dacia Sandero SCe 75. Bietet am meisten Auto für das wenigste Geld. Sehr einfach.
Platz 1 mit 465 von 750 Punkten: Kia Picanto 1.0. Der Kleinste im Feld beweist die größte Reife. Ein souveräner Sieger.
Das Fazit von Gerald Czajka: "Volks-Wagen bedeutet: nicht teuer sein, ohne billig gemacht zu sein. Diesen anspruchsvollen Spagat schafft der Kia Picanto am besten. Der Dacia ist unschlagbar günstig und verweist den Mitsubishi so auf Platz drei."
Alle Details zum Test gibt es in der Bildergalerie.

Drei Kleinwagen im Test


Autoren: Gerald Czajka, Dennis Heinemann

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