Hintergrund: Daimler will zurück zu alter Stärke

Daimler will zurück zu alter Stärke

Das Sternen-Comeback

Corona-Krise, zu hohe Entwicklungskosten – Daimler steht unter Druck. Aber: Das Comeback dürfte schneller kommen, als manche erwarten.
Als ob es nicht vor der Corona-Krise schon schwierig genug gewesen wäre, hat diese den deutschen Premiumherstellern nochmals mächtig zugesetzt. Allen voran bei Daimler brach der Aktienkurs zwischenzeitlich auf knapp über 20 Euro ein; da musste Konzernlenker Ola Källenius schon beschwichtigend verlautbaren, dass man auf Staatshilfen verzichten könne.

Hohe Entwicklungskosten und zu viele Derivate

Zu viele Derivate: Vom SUV GLC gibt es beispielsweise auch noch ein Coupé.

Die großen Erträge kommen bei Mercedes aus Asien – speziell China – und den USA. In Europa ist die Lage für alle Autobauer schwierig und niemand weiß, wie groß die Auswirkungen der Corona-Krise sein werden. Vor Corona waren die Kostenstrukturen das größte Problem von Daimler, denn die Entwicklung eines neuen Fahrzeugs dauert beim Stern zu lange und ist im Vergleich zur internationalen Konkurrenz zu teuer. Wie BMW und Audi verzettelte man sich auch in Stuttgart außerdem in Derivaten für Lücken, die keine echten waren. Autos wie GLA, GLB und GLC sowie GLC Coupé unterscheiden sich oftmals nicht so groß voneinander, wie Produktmanagement und Marketing es gerne hätten.

Entlassungen und weniger Modelle

Doch es scheint langsam wieder nach oben zu gehen. Der Aktienkurs dürfte sich mittel- bis langfristig kaum auf diesem niedrigen Niveau halten und man arbeitet mit Hochdruck daran, Prozesse zu beschleunigen und Kosten zu reduzieren. Der Vorstand soll im Sommer einige neuen Gesichter bekommen, zeitgleich läuft bei Daimler ein großes Abfindungsprogramm. Mercedes will sich um bis zu 10.000 oder gar 15.000 Kräfte verschlanken. Es muss gespart werden, um sich für die milliardenschweren Investitionen – speziell in den Bereichen alternative Antriebe und automatisiertes Fahren – zu wappnen. In diesem Zuge werden auch Modelle gestrichen. So wird das Mercedes S-Klasse Cabrio keinen Nachfolger bekommen und auch das Ende des Pick-ups X-Klasse ist bereits besiegelt.

Diese Neuheiten kommen

In Sachen automatisiertes Fahren soll die nächste C-Klasse neue Maßstäbe in der Mittelklasse setzen.

Natürlich kommen auch viele Neuheiten auf uns zu. Dazu gehört die neue S-Klasse, die mit Verspätung im Herbst 2020 ihre Premiere feiert. Im Sommer 2021 kommt dann der sehnlichst erwartete Mercedes EQS, der mehr Glück haben soll als der EQC, der mehr mit Lieferproblemen denn einer geringen Kundennachfrage zu kämpfen hat. Nicht einfach dürfte es im Frühjahr 2021 für die neue C-Klasse werden. Sie wurde ebenso wie die S-Klasse komplett neu entwickelt und soll in Sachen automatisiertem Fahren neue Maßstäbe in der Mittelklasse setzen. Doch sie bleibt in ihren Abmessungen nahe an Modellen wie dem CLA oder der A-Klasse Limousine, die in China zudem noch mit langem Radstand zu bekommen ist. Hier dürfte man für die nächsten Generationen ausdünnen. Auch weil ein Ende des SUV-Trends nicht abzusehen ist. So hofft man, dass nicht nur Mercedes GLA und GLB bei den Kunden einschlagen, sondern speziell auch die batterieelektrischen Versionen EQA und EQB, die sich optisch nicht grundlegend von den Verbrennern unterscheiden.

Neuer SL und AMG GT

Der SL kann sich mit neuen Proportionen und dem Stoffdach endlich wieder so richtig sehen lassen.

Bei den Sportwagen tat sich Daimler in den vergangenen Jahren schwer. 2021 kommt ein neuer SL und der kann sich mit gelungenen Proportionen und dem überfälligen Stoffdach endlich wieder so richtig sehen lassen. Das macht den Abstand klein zum neuen AMG GT, der gemeinsam mit ihm im Doppelpack entwickelt wurde. Der Mercedes SL könnte in seiner später folgenden Basisvariante den gleichen Zweiliter-Benziner mit Turboaufladung und 48-Volt-Bordnetz bekommen, der für den nächsten Mercedes-AMG C 63 geplant ist. Gegen den laufen vorab bereits die potenziellen Interessenten Sturm. In dieser Liga wird es mit einem Zweiliter-Vierzylinder schwer – auch weil das aktuelle Modell mit seinem bärenstarken V8 über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt. Zukünftig gibt es für beide Modelle jedoch auch Allrad- und Hybridversionen. Elektrische Antriebe dürften mittelfristig ebenfalls folgen.

Smart-SUV könnte endlich kommen

Und letztlich bekommt auch Smart eine neue Chance – wieder einmal. Sitz der neu gegründeten deutsch-chinesischen Marke wird China. Die neue Generation der elektrischen Smart-Modelle soll 2022 auf die internationalen Märkte kommen. Während Mercedes das Design und die Marken-DNA einbringt, wird die neue Smart-Generation von Geely entwickelt und später auch in China produziert. Fest steht bereits jetzt, dass es nicht bei einem zweisitzigen Kleinstwagen bleiben wird. Geplant sind mehrere – rein elektrische – Fahrzeuge und hier steht erstmals wohl auch die Umsetzung des seit mehr als 15 Jahren immer wieder ins Gespräch gebrachten Smart-SUVs an.
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Autor: Stefan Grundhoff

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