Dacia-CEO kritisiert EU-Regularien
Dacia-Chefin verrät: Diesen Knopf drücken Fahrer am häufigsten

Vorschriften der EU führen dazu, dass bei Neuwagen immer mehr Sicherheitsassistenten verbaut sein müssen. Das nervt nicht nur die Fahrer, sondern auch die Hersteller, wie Dacia-Chefin Katrin Adt jetzt in einem Interview erzählt hat.
Bild: Dacia
Für gewöhnlich sind Autos von Dacia nicht mit Technikfeatures überladen – genau das schätzen einige Kunden an dem preiswerten Hersteller. Dennoch muss auch die Renault-Tochter die Regularien der Europäischen Union (EU) befolgen, die bei Neuwagen immer mehr serienmäßige Sicherheitssysteme voraussetzen.
Daher gibt es auch bei Dacia viele Assistenzsysteme, die vor jeder Fahrt automatisch aktiviert sind – und das stört die Fahrer laut Geschäftsführerin Katrin Adt besonders.
In einem Interview mit dem britischen Automagazin "Autocar" sagte Adt, dass der beliebteste Knopf bei Dacia-Fahrern die "My Safety"-Taste sei. Damit lassen sich gleich mehrere Assistenzsysteme auf einmal entweder ein- oder ausschalten. Warntöne bei minimalen Geschwindigkeitsüberschreitungen oder der Spurhalteassistent gehören dazu. Die meisten Kunden seien von den ständigen Piepgeräuschen genervt und würden diese Systeme schon vor der Fahrt deaktivieren.

Ganz links neben dem Lenkrad befindet sich bei Dacia die "My Safety"-Taste. Mit dieser lassen sich mit einem Knopfdruck gleich mehrere Assistenzsysteme deaktivieren.
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Erschwerend kommt hinzu, dass Fahrer für die oftmals unbeliebten Assistenzsysteme auch noch draufzahlen müssen. Schließlich kostet die Entwicklung und Umsetzung der EU-Vorschriften die Hersteller viel Geld – und das bekommt am Ende vor allem der Kunde zu spüren. Diesen Umstand kritisiert die Dacia-Chefin besonders.
Noch mehr neue EU-Vorschriften folgen bis 2030
Gegenüber "Autocar" sagt sie, dass Dacia in den vergangenen Jahren bereits rund 100 EU-Vorschriften in seinen Autos umgesetzt habe. Und das Ende der Fahnenstange sei noch lange nicht erreicht: Bis 2030 kämen weitere 107 Vorschriften hinzu. Besonders teuer werde demnach die Einhaltung von Emissions- und Sicherheitsauflagen. Sie beanspruche inzwischen rund ein Viertel des gesamten Forschungs- und Entwicklungsbudgets.
Diese Entwicklung möchte man bei Dacia nun bremsen. Laut Adt habe man gemeinsam mit anderen Herstellern bei der EU-Kommission einen vorübergehenden Stopp neuer Vorschriften für Kleinwagen angeregt. Davon erhoffe man sich, auch in Zukunft bezahlbare Mobilität anbieten zu können.
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