Der Name ist Programm: 18 Monate tüftelte Dethleffs am brandneuen Pulse für das Modelljahr 2019, bis er im Spätsommer auf dem Caravan Salon in Düsseldorf stand. Teil- oder vollintegriert, sechs Grundrisse, zehn Varianten und selbstbewusste Basispreise zwischen 54.999 und 66.999 Euro. Da rührt die Presseabteilung des Traditionsunternehmens aus Isny im Allgäu, das zur Hymer-Gruppe gehört, gern die Werbetrommel: "Neue Design-Ära", "Wohnambiente am Puls der Zeit", "harmonische Lichtkomposition", "sorgenfreie Zuladung". Doch hat der Pulse diese Vorschusslorbeeren verdient?

Hervorragendes Raumgefühl 

Dethleffs Pulse T 6651 DBM
Wohlfühl-Bereich: Kuschelige Sitzgruppe, großes Dachfenster (Teil des GT-Pakets) und üppige Ablagen überm Fahrerhaus.
Das ist er: In unserem Fall die Basisversion T 6651 DBM mit Queensbett und Raumbad. Ihr größter Vorteil: der luftige Innenraum, vor allem im Schlafbereich. Dethleffs traut sich was: Der Stilmix aus hellen Flächen, Holzdekor und grau abgesetzten Partien trägt zusammen mit den abgeschrägten Oberschränken und dem ungewöhnlichen Grundriss zum hervorragenden Raumgefühl bei. Wer auf Eiche massiv steht, ist hier fehl am Platz. Hinzu kommen hochwertig und strapazierfähig wirkende Materialien und eine gute Verarbeitungsqualität. Hier schaut man sich gern um, zumal die Stehhöhe mit bis zu 2,05 Metern üppig ausfällt. Vor dem Queensbett befindet sich das Raumbad mit kleiner Toilette und geräumiger Dusche. Bis zum Schlafbereich ist der Boden eben, dann folgt eine kleine Stufe zum Bett.
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Die Beleuchtung soll sich dem Biorhythmus anpassen

Das hat er: So ziemlich alles, was gut, aber auch teuer ist. Zum Beispiel das mit viel Eigenlob angekündigte Lichtkonzept "Light Moments", für das sogar eine Lichtexpertin ins Boot geholt wurde. Mit seinen vier horizontalen Beleuchtungsebenen soll es sich perfekt dem Biorhythmus anpassen und dadurch für das ideale Wohlfühlambiente sorgen. Es ist tatsächlich eine Wucht, kostet aber stattliche 1199 Euro Aufpreis. Zusätzlich bietet Dethleffs für den Pulse neben diversen Einzeloptionen drei Ausstattungspakete an. Wer sich gleich für das teuerste, das GT-Paket (ab 6999 Euro), entscheidet, erhält die beiden anderen dazu und darf zwischen exklusiven Außendesigns in Weiß, Silber oder Schwarz wählen. Die Ausstattung umfasst zum Beispiel Alufelgen, Rahmenfenster, Klimaautomatik fürs Fahrerhaus, Panorama-Dachfenster überm Wohnbereich, Tempomat und den (eigentlich obligatorischen) Beifahrerairbag.

Auf langen Bodenwellen schaukelt sich der Pulse auf

Dethleffs Pulse T 6651 DBM
Schrecksekunde: Im Slalom schaukelt sich der Pulse auf, bleibt aber sicher. Sein ESP sollte stärker regeln.
So fährt er: Mit dem 150-PS-Motor (1849 Euro; Basis 130 PS) wirkt der Pulse elastisch. Wer noch souveräner unterwegs sein will, kann für 3979 Euro extra auf 177 PS aufrüsten. Standfeste Bremsen, einen kleinen Wendekreis und den guten Sitzkomfort verbucht der Teilintegrierte ebenfalls auf der Habenseite. Bei 11,7 Liter Testverbrauch und 90 Liter Tankvolumen stimmt auch die Reichweite. Mit 3499 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht bleibt der für vier Personen zugelassene Pulse darüber hinaus unter der 3,5-Tonnen-Grenze, ohne bei der Zuladung zu knausern. Wir ermittelten einen Wert von rund 600 Kilo. Doch es gibt auch Schattenseiten wie die Stuckerneigung des Fiat-Ducato-Fahrwerks. Auf langen Bodenwellen schaukelt sich der Pulse außerdem auf. Hinzu kommen auf schlechten Strecken Klappergeräusche aus dem Aufbau sowie störende Dröhnfrequenzen bei Autobahntempo. Bei unserem Ausweichtest auf abgesperrtem Gelände versetzte die Hinterachse stark. Zwar bleibt der Pulse trotzdem sicher, doch sollte das serienmäßige ESP einen Tick beherzter eingreifen.


Fazit

Der neue Dethleffs ist modern und mit Liebe zum Detail gebaut. Auch der luftige Innenraum wird das Herz vieler Kunden höherschlagen lassen, trotz selbstbewusster Preise. Was ihm noch fehlt, ist Feinschliff bei der Abstimmung. Urteil: 3,5 von fünf Punkten