Deutschlands bester Autofahrer
Na, Herr Backes: Alles im Griff?

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Europas größte Sicherheitsaktion geht
zum 19. Mal auf Tour. Beim Auftakt am Nürburgring bewies Teilnehmer Peter Backes: Manchmal helfen auch alte Tricks.
Von Anastasia Iksanov Es ist warm, nein, es ist heiß. Ach was, es ist kaum noch zum Aushalten! Hier am Nürburgring drücken bestimmt 30 Grad im Schatten. Die 50 Teilnehmer der Aktion Deutschlands bester Autofahrer ziehen alles aus, was sie nicht unbedingt am Leib tragen müssen, die überflüssige Kleidung landet auf dem Boden des ADAC-Fahrsicherheitszentrums. Nur Peter Backes aus Nonnweiler (Saarland) zieht nichts aus. Im Gegenteil: Bevor er sich ins Auto setzt, schlüpft der 56-Jährige in ein paar Lederhandschuhe. Glücksbringer? Falsch. Backes kennt es nicht anders: "Früher hatten die Autos glitschige Lenkräder (Bakelit; Anm. d. Red.). Ohne Handschuhe hatte man die nicht im Griff." Seine Kalbslederhandschuhe sind fast zehn Jahre alt. Bis heute haben sie ihn sicher auf Kurs gehalten. Auch jetzt, bei der ersten Runde, sollen sie eine Schutzschicht zwischen Lenkrad und den feuchten Händen bilden.
Falsche Sitzeinstellung, Reflexe und der Elchtest

Doch die Sitzkorrektur und weiteres Training liefern ein überraschendes Ergebnis: Backes wird besser, das Selbstvertrauen wächst. Auch wenn er an den Sieg nicht glaubt, weiß er: Das, was er hier lernt, kann ihm keiner mehr nehmen. Die nächste Übung, Bremsen und Ausweichen, läuft wie am Schnürchen. Peter Backes gibt kräftig Gas. Bei knapp 60 km/h Vollbremsung auf glatter Oberfläche – und die Hütchen bleiben stehen. Als der 56-Jährige aus dem C-Max steigt, spenden die jüngeren Teilnehmer anerkennend Beifall. Letzte praktische Übung: rückwärts einparken in einer Einbahnstraße.
Für Backes eine leichte Übung: Der Betriebswirt meistert die Prüfung in nur 27 Sekunden – weit besser als der Durchschnitt. Erst vor der Theorieprüfung kehren die Selbstzweifel zurück: "Den letzten Fragebogen habe ich 1969 bei der Führerscheinprüfung gesehen." Ergebnis heute: 19 Fehlerpunkte. Am Ende landet Peter Backes auf Platz zwölf – und ist zufrieden: "Nächstes Jahr komme ich wieder. Bis dahin beschäftige ich mich mit der Theorie. Für mich als älteren Fahrer war sie hier das größte Problem."
Im Finale geht es um einen Ford Mondeo Turnier Titanium

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