Gewitterwarnung für den Tacho: Bei der zweiten Blitzerwoche des Jahres 2026 wird die Polizei in vielen Bundesländern intensive Tempokontrollen unternehmen. Die Kontrollwoche beginnt am kommenden Montag, 3. August, und endet am darauffolgenden Sonntag, 9. August.
Grundlage ist die "Operation Speed" des europäischen Verkehrspolizei-Netzwerks "Roadpol". Die Idee: An einem bestimmten Termin im Jahr kontrolliert die Polizei mit geballter Kraft, um bei Autofahrern maximale Aufmerksamkeit zu erreichen.
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Dieser Autofahrer hat aktuell eine Geschwindigkeit von 73 km/h drauf – das zeigt das Lasermessgerät der Polizei an.
Bild: Heiko Becker
2012 gab es die erste Blitzerwoche in Nordrhein-Westfalen. Inzwischen gibt es sogar zwei Blitzerwochen pro Jahr – die erste findet im Frühjahr statt und hat traditionell an einem einzelnen Tag einen besonderen Höhepunkt, den "Speed Marathon". Vor wenigen Jahren ist auch die zweite "Speed Week" während der Sommerferien hinzugekommen.
Hier die Liste der Bundesländer, die in der Blitzerwoche vom 3. bis 9. August 2026 mit von der Partie sind:
  • Baden-Württemberg: Die Polizei Baden-Württemberg beteiligt sich an der europaweit abgestimmten Roadpol-Geschwindigkeitskontrollwoche vom 3. bis 9. August 2026. In der Woche überwacht die Polizei landesweit mit mobilen und stationären Kontrollen. Die regionalen Polizeipräsidien legen Messstellen eigenständig fest, sie werden aber nicht veröffentlicht.
  • Berlin: Die Polizei der Hauptstadt wird ebenfalls über die gesamte Blitzerwoche vom 3. bis 9. August nach Kräften Tempokontrollen unternehmen. Kontrollstellen werden zuvor nicht veröffentlicht.
  • Brandenburg: Die Polizei Brandenburg führt während der Roadpol Verkehrssicherheitsaktion vom 3. bis 9. August 2026 landesweit Verkehrskontrollen durch. Schwerpunkt ist dabei die Überwachung der Geschwindigkeit auf Landstraßen mit Alleecharakter außerorts. Die Positionen werden im Vorfeld nicht bekannt gegeben.
  • Bremen: Auch die Polizei des Stadtstaats wird an der Kontrollwoche teilnehmen. Kontrollpunkte werden im Vorfeld nicht veröffentlicht, "da grundsätzlich jede Verkehrsteilnehmerin und jeder Verkehrsteilnehmer jederzeit und an jedem Ort mit entsprechenden Kontrollen rechnen muss".
  • Hamburg: Die Polizei Hamburg nimmt auch teil. Besonderheit: So wie im Frühjahr wird es einen Tag mit besonders intensiver Kontrolltätigkeit geben, den Blitzermarathon oder Speedmarathon. An einem der Tage innerhalb der Aktionswoche, den die Behörden "nicht explizit bekannt geben" wollen, wird die Polizei in der Hansestadt mit allen zur Verfügung stehenden Einsatzkräften schwerpunktmäßig Geschwindigkeitsverstöße feststellen und ahnden. Das gesamte technische Arsenal (Laserpistole, mobile Geschwindigkeitsanhänger, Messwagen, stationäre Blitzer, ProViDa-Fahrzeuge) wird genutzt.
  • Hessen: Die hessische Polizei beteiligt sich ebenfalls an der sommerlichen Blitzerwoche. Eine Veröffentlichung der Kontrollstellen im Rahmen der Speed Week erfolgt nicht. Besondere Schwerpunkte wird es nicht geben, "die Verkehrsüberwachungsmaßnahmen erstrecken sich auf den gesamten Verkehrsraum".
Polizeikontrolle Blitzer
Während der Blitzerwoche nutzt die Polizei jedes verfügbare Instrumentarium, z. B. auch Videowagen und Laserpistolen (Bild). Hinzu kommen oft auch die Messtrupps der Kommunen.
Bild: DPA
  • Mecklenburg-Vorpommern: Im Nordosten steht der gesamte Monat August im Zeichen der Bekämpfung von überhöhter bzw. nicht angepasster Geschwindigkeit. In diesem Zeitraum führt die Landespolizei gezielte Geschwindigkeitskontrollen durch, die vorrangig örtlich und zeitlich an Unfallhäufungsstellen stattfinden. Kontrollstellen werden aus einsatztaktischen Gründen nicht im Vorfeld bekannt gegeben.
  • Niedersachsen: Auch die Polizei Niedersachsen ist wieder bei der Blitzerwoche dabei. Die einzelnen Polizeibehörden entscheiden dabei in eigener Zuständigkeit über Art, Umfang und Position der Kontrollen. Die Überwachungseinheiten der Kommunen sind auch beteiligt. Wo die Blitzer stehen, wird auch in Niedersachsen nicht verraten.
  • Nordrhein-Westfalen: Auch die Polizei von NRW ist in der Blitzerwoche vom 3. bis 9. August mit voller Kraft dabei. Dabei wird nicht nur geblitzt und gelasert – Autofahrer werden auch angehalten und im persönlichen Gespräch auf Fehlverhalten hingewiesen. "Ziel der Kontrollwochen ist die Sensibilisierung aller Verkehrsteilnehmer für die Gefahren des Straßenverkehrs", teilt ein Sprecher des Innenministeriums mit. Wo im Detail die Kontrollen durchgeführt werden, behalten die Polizeibehörden für sich.
  • Rheinland-Pfalz: Auch in diesem Jahr macht die Landespolizei bei der sommerlichen Kontrollwoche mit. Alle Polizeipräsidien werden sich sowohl an der Aktionswoche vom 3. bis 9. August als auch am sogenannten Speedmarathon beteiligen. Die Kontrollen erfolgen auf Grundlage der örtlichen Lagebilder und regionalen Besonderheiten. Schwerpunkte werden insbesondere dort gesetzt, wo sich häufig Unfälle ereignen oder ein erhöhtes Unfallrisiko besteht. Neben der automatisierten Geschwindigkeitsüberwachung werden auch mobile Kontrollen durchgeführt. Eine vorherige Veröffentlichung sämtlicher Kontrollstellen und Einsatzzeiten ist nicht vorgesehen.
27. Juli 2026 Roadpol Speed Week Blitzerwoche Tempokontrolle Radarfalle Blitzfalle Verkehrskontrolle
Während der Speed Week finden vielerorts Verkehrskontrollen statt. Wer herausgewunken wird, muss auch die Fahrzeugpapiere vorzeigen.
Bild: Michael Bihlmayer
  • Sachsen-Anhalt: Sachsen-Anhalt ist bei der Aktionswoche ebenfalls zur Stelle, einen thematischen Schwerpunkt gibt es diesmal nicht. Kontrollpunkte werden vorab nicht veröffentlicht.
  • Schleswig-Holstein: Die Landespolizei S-H wird auch an der Aktion teilnehmen. Die landesweiten Kontrollen werden schwerpunktmäßig an Freizeit- oder Ferieneinrichtungen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen stattfinden. Hinzu kommen Unfallhäufungsstellen bzw. besondere Gefahrenstellen. Ein Sprecher des Innenministeriums: "Wir veröffentlichen die Kontrollpunkte vorher nicht."
  • Thüringen: Auch Thüringen ist bei der Blitzerwoche im August 2026 voll dabei. Es werden diesmal – anders als im Frühjahr – keine Kontrollpunkte vorab bekannt gegeben. Die Aktion erstreckt sich auf das gesamte Bundesland, örtliche Schwerpunkte wird es nicht geben.
Wer nimmt nicht an der 2. Speed Week 2026 teil?
  • Bayern: Im Freistaat haben die Blitzer zwar nicht frei, aber an der Kontrollwoche "Speed Week" vom 3. bis 9. August nimmt die bayerische Polizei ausdrücklich nicht teil.
  • Saarland: Die Landespolizeidirektion des Saarlandes macht – wie schon im Frühjahr – nicht mit. Sie "verfolgt im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsverstößen einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht auf einzelne Tage im Jahr heruntergebrochen wird", teilt das Innenministerium mit. "Von daher erfolgen unsere Kontrollmaßnahmen über das ganze Jahr hinweg." Ausgesucht werden Messstellen an Orten mit häufigen Unfällen. Die Positionen der Messstellen werden übrigens das ganze Jahr hindurch in wöchentlicher Vorschau angekündigt.
  • Sachsen: Die Polizei Sachsen nimmt zwar an der Speed Week vom 3. bis 9. August nicht teil, verfolgt aber ein eigenes Projekt. Im Zeitraum vom 17. August bis 6. September 2026 sind verstärkte Geschwindigkeitskontrollen im Umfeld von Schulen geplant. Zusammen mit dem Landesverband des sächsischen Verkehrsgewerbes e. V. geht es um die Verkehrssicherheitsaktion mit dem Titel "Die Schule hat begonnen!" Durch großformatige Aufkleber an den Bussen des Landesverbandes des sächsischen Verkehrsgewerbes e. V. und an den Streifenwagen wird zusätzlich auf den Schulbeginn hingewiesen.

Warum die Verkehrszeichenerkennung nicht immer hilft

Was kann man als Autofahrer tun, wenn die Speed Week naht? Der beste Trick: Angepasst fahren und dabei auf die Beschilderung achten. Denn die Verkehrszeichenerkennung im Auto arbeitet nicht zu 100 Prozent korrekt – und im Zweifel wird die Ausrede, im Display habe kein Tempolimit gestanden, nicht anerkannt.
Achtung: Wer sich per Blitzer-App gegen Radarfallen absichern will, handelt rechtswidrig! Diese Apps nützen bei der Blitzerwoche vom 3. bis 9. August 2026 ohnehin nichts, weil die Radarfallen zuvor nicht bekannt gegeben werden.
Mit Blitzern ist überall zu rechnen: Auch direkt hinter einem Ortsschild oder einer Geschwindigkeitsbegrenzung darf bereits eine Radarfalle oder Laserpistole platziert werden. In den meisten Bundesländern gilt eine Messtoleranz von 5 km/h, doch vor besonders schützenswerten Einrichtungen (z. B. Schulen) darf auch strenger gemessen werden.

Fazit

Was soll der Blitzermarathon? Die Ordnungshüter wollen mit der geballten Feuerkraft der Radar- und Laserfallen den Autofahrern bewusst machen, dass auf den Straßen nicht das Recht des Stärkeren (Motors) gilt. Aber: Wo ist der Lerneffekt? Geht es nicht darum, möglichst viele zu erwischen? Ich meine: Nein, genau in der Aufmerksamkeit liegt der Nutzen! Es geht ums Aufpassen. Der Blitzermarathon ist PR für die Straßenverkehrsordnung – zweimal im Jahr werden alle Kraftfahrer daran erinnert, dass die lebenswichtigen Temporegeln für alle gelten.