Niedrigwasser sorgt für Stau-Gefahr: Die extreme Dürre der vergangenen Monate hat dazu geführt, dass der Rhein und weitere Flüsse in Mitteleuropa viel zu wenig Wasser führen. Als Gegenmaßnahme haben mehrere Bundesländer das Wochenend-Fahrverbot für bestimmte Lastwagen auf Autobahnen aufgehoben. Das heißt: Schwere Lkw dürfen viele Fernstrecken auch Samstag und Sonntag befahren.
Hintergrund: Binnenfrachtschiffe müssen aufgrund der niedrigen Wasserstände mit weniger Ladung fahren, das führt zu einer Verteuerung der Frachtraten. Da der Rhein auch als Transportroute für Tankschiffe aus Rotterdam dient, treibt das Niedrigwasser laut ADAC die ohnehin hohen Spritpreise zusätzlich nach oben.
Und es trifft auch den Urlauberverkehr: Wer in den kommenden Wochen eine Fernreise unternimmt, sollte die Wochenenden meiden. Der ADAC warnt, dass mit der Aufhebung des Samstags- und Sonntags-Fahrverbot für Lkw eine erhöhte Staugefahr droht. Vor allem an Engstellen könnte es an den Wochenenden zum Kriechstrom kommen.
Viele Bundesländer haben sowohl das Sonntags-Fahrverbot von 0 bis 22 Uhr als auch das im Juli und August geltende Samstags-Fahrverbot von 7 bis 20 Uhr für schwere Lkw aufgehoben

Wo pausiert das Lkw-Fahrverbot und bis wann?

Sachsen hat eine Aussetzung des Lkw-Fahrverbots an Wochenenden ausdrücklich abgelehnt. Weitere Bundesländer könnten dem Beispiel der bislang acht Länder folgen und ebenfalls freie Fahrt für schwere Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht erlauben.
Diese Bundesländer haben das Wochenend-Fahrverbot für Lkw bereits aufgehoben:
  • Baden-Württemberg (bis 31. August)
  • Bayern (bisher unbefristet)
  • Mecklenburg-Vorpommern (bisher unbefristet)
  • Niedersachsen (bis 31. August)
  • Nordrhein-Westfalen (bis 31. August)
  • Rheinland-Pfalz (bis 30. September)
  • Saarland (bis 30. September)
  • Schleswig-Holstein (bis 31. August)

Auf welchen Autobahnen besteht Stau-Gefahr?

Hier droht nach Einschätzung des ADAC am kommenden Wochenende Stau:
  • A1 Hamburg – Bremen – Dortmund – Köln
  • A2 Dortmund – Hannover – Magdeburg
  • A3 Oberhausen – Köln – Frankfurt – Nürnberg – Passau
  • A4 Aachen/Köln – Dresden – Görlitz
  • A5 Frankfurt – Karlsruhe – Basel
  • A7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Würzburg – Ulm – Füssen
  • A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
  • A9 Leipzig/Halle – Nürnberg – München
  • A10 Berliner Ring
  • A13 Berlin – Dresden
  • A20 Lübeck – Rostock
  • A24 Hamburg – Schwerin
  • A61 Mönchengladbach – Koblenz
  • A81 Singen – Stuttgart
  • A95/A96 München – Alpenraum
  • A99 Autobahnring München
Darüber hinaus ist die Verkehrslage auch in den meisten Nachbarländern Deutschlands angespannt. Das betrifft vor allem im Süden die Alpen-Transitländer.