Diesel-Offensive von Chevrolet
Nagelprobe

Beflügelt vom Erfolg des dieselnden Captiva, gibt es den Zweiliter-Selbstzünder jetzt auch für Lacetti, Nubira und Epica. autobild.de hat alle getestet.
- Jan Kriebel
Chevrolet hat auf dem europäischen Markt eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Ohne Diesel geht es nicht. Deshalb hat die GM-Tochter nach der Einführung des im Captiva verbauten Zweiliter-Selbstzünders drei weitere Baureihen mit Diesel ins Portfolio aufgenommen. Mit 150 bzw. 121 PS treibt das Turbo-Aggregat ab sofort auch die Mittelklasse-Limousine Epica sowie die Kompaktmodelle Nubira Kombi und Lacetti an. Grund für die unterschiedliche Leistungsausbeute ist die Verwendung verschiedener Turbolader. Kommt im Epica eine Hightech-Variante mit variabler Schaufelgeometrie zum Einsatz, begnügen sich die beiden kleinen Brüder mit der "Einfach-Version" ohne Verstellmöglichkeit.
Epica: Gelungene Diesel-Limo mit Chic
Den mit Abstand besten Eindruck macht der Common-Rail-Diesel im Epica (ab 24.190 Euro). In Kombination mit der Fünfstufen-Automatik sprintet die knapp 1,7 Tonnen schwere Limousine in 10,1 Sekunden auf Tempo 100, Ende ist bei reisetauglichen 207 km/h (Fünfgang-Schalter: 9,7 Sekunden, 200 km/h). Positiv: Der Schaltlakai gleitet sanft zwischen den Gängen hin und her, dank 320 Newtonmeter Drehmoment, gibt's auch an Steigungen genug Reserven fürs Überholen. Wer in die manuelle Gasse wechselt und die Gänge selber wählt, kann mit dem Epica Diesel sogar richtig sportlich unterwegs sein. Gleichzeitig bleibt das Geräuschniveau angenehm niedrig, das außen gut vernehmbare Nageln ist im Innenraum nur stark gedämpft zu hören. Auch Fahrwerk und Lenkung harmonieren gut mit dem schweren Diesel-Aggregat unter der Haube. Die Chevy-Limo mit Selbstzünder – das passt ganz einfach. Das neu angebotene Bodykit (800 Euro inkl. Montage) und die optionalen Eyecatcher-Alus im 18-Zoll-Format (zirka 2500 Euro inkl. Reifen) machen den Passat-Konkurrenten zudem auch optisch zur spannenden Alternative.
Nubira Kombi: Diesel und Automatik mögen sich nicht

Dritter Neu-Diesel im Bunde ist der Lacetti 2.0 D. Der 4,30 Meter lange und knapp 1360 Kilo schwere Fünftürer kostet mindestens 18.640 Euro und soll mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,7 Litern auf Kundenfang gehen. Zur Wahl stehen eine Vierstufen-Automatik (siehe Nubira) sowie ein manuelles Fünfgang-Getriebe. Letzteres ist im Lacetti angesichts der Automatik-Erfahrungen im nur 80 Kilo schwereren Nubira sicher die bessere, weil spritzigere Alternative. Zwar lässt sich der Schaltknauf etwas zu schwammig durch die Kulisse rühren, die Gänge sind aber sauber definiert, schnelles Rauf- und Runterschalten gelingt tadellos. 9,8 Sekunden bis Tempo 100 sind vielleicht kein Spitzenwert, Spaß macht der Diesel-Wiesel trotzdem. Auch die angegebenen 188 km/h Topspeed sind ohne größere Mühen drin. Fahrwerk und Lenkung harmonieren gut mit der neuen Antriebseinheit. Laut wird's im Lacetti nur, wenn die Gänge aggressiv voll ausgefahren werden. Windgeräusche bleiben gänzlich draußen.
Abschließend bleibt anzumerken, dass die 150-PS-Variante des neuen Dieselaggregats auch künftig den größeren Modellen Epica und Captiva vorbehalten bleibt. "Zu schwer" und "zu teuer" lautet die Erklärung gegen einen Einsatz in Nubira Kombi und Lacetti.
Abschließend bleibt anzumerken, dass die 150-PS-Variante des neuen Dieselaggregats auch künftig den größeren Modellen Epica und Captiva vorbehalten bleibt. "Zu schwer" und "zu teuer" lautet die Erklärung gegen einen Einsatz in Nubira Kombi und Lacetti.
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