Partikelfilter sind wichtig für die Abgasreinigung moderner Fahrzeuge. Doch was tun, wenn der Partikelfilter verstopft ist? Hier erfahren Sie, wie Sie einen Partikelfilter reinigen oder nachrüsten, welche Kosten dabei entstehen und wie Sie Probleme frühzeitig erkennen und vermeiden können.


Heute kaum noch vorstellbar, aber bis 2003 gab es so gut wie keine Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfilter. Dann stellte Greenpeace ein paar rosa lackierte Diesel mit Schweinenasen vor die Tore der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt und gab mit diesen Diesel-Schweinen den Anstoß für die flächendeckende Einführung von Partikelfiltern.
Vor allem die deutschen Autohersteller hatten sich zunächst gesträubt, weil ein Partikelfilter den Verbrauch um bis zu neun Prozent erhöht. Aber auch, weil sie im Alltag Probleme mit verstopften Filtern befürchteten. Und tatsächlich erwies sich der Partikelfilter, oft auch Dieselrußpartikelfilter (DRPF), Dieselpartikelfilter (DPF) oder Rußpartikelfilter (RPF), nicht immer als absolut zuverlässig.

Wie erkenne ich einen verstopften Partikelfilter?

Ein verstopfter Dieselpartikelfilter (DPF) macht sich oft schleichend bemerkbar – und sollte nicht ignoriert werden, da Folgeschäden drohen. Typische Symptome und Anzeichen sind:
Warnleuchte im Cockpit
  • Häufigstes und eindeutigstes Zeichen ist die DPF-Warnlampe.
  • Je nach Fahrzeug kann es auch eine allgemeine Motorkontrollleuchte (MKL) sein.
  • Ignorieren führt dazu, dass das Steuergerät den Motor in den Notlauf versetzt.
Leistungsverlust
  • Das Fahrzeug wirkt träge, reagiert schlechter auf Gaspedalbewegungen.
  • Vor allem beim Beschleunigen oder unter Last (z. B. am Berg) fehlt die gewohnte Kraft.
Erhöhter Verbrauch
  • Der Motor muss mehr arbeiten, um den Gegendruck im Abgassystem zu überwinden.
  • Das kann den Kraftstoffverbrauch messbar erhöhen.
Ungewöhnlicher Abgasgeruch oder Rauch
  • In seltenen Fällen kommt es zu unangenehm riechendem Abgas oder sichtbarem Ruß – besonders bei stark verstopftem Filter.
Regeneration funktioniert nicht
  • Der DPF reinigt sich normalerweise durch eine sogenannte Regeneration (automatische Temperaturerhöhung zur Rußverbrennung).
  • Bei vielen Kurzstrecken oder niedriger Motortemperatur bleibt die Regeneration aus.
  • Die Folge: Der Filter setzt sich zu.
Wie wird es geprüft?
  • In der Werkstatt lässt sich der Füllstand des DPF per Diagnosegerät auslesen (Differenzdrucksensor).
  • Dort erkennt man, ob der Filter gereinigt, freigebrannt oder ersetzt werden muss.

Kann man mit einem verstopften Rußfilter weiterfahren?

Das ist nicht zu empfehlen. Selbst wenn der Motor zunächst normal weiterläuft, führt der vor dem verstopften Filter entstehende Überdruck im Auspuff zu Folgeschäden. Am meisten leidet der Turbolader, dessen Turbine wegen des Überdrucks dauernden hohen Seitenkräften ausgesetzt ist, die zur Zerstörung des Axiallagers und damit des Laders führen. Im Extremfall kann sogar die Auspuffanlage platzen oder vom Motor abreißen.

Was kostet die Reinigung eines Partikelfilters?

Die Reinigung eines Dieselpartikelfilters (DPF) kostet je nach Anbieter und Fahrzeugtyp zwischen 300 und 600 Euro. Dabei wird der Filter ausgebaut und in einem Spezialverfahren von Ruß- und Ascheablagerungen befreit – entweder thermisch, chemisch oder per Druckluft-Spülung. Der Prozess dauert in der Regel ein bis zwei Werktage, inklusive Ausbau, Versand (falls extern) und Wiedereinbau. Eine Reinigung ist deutlich günstiger als ein neuer DPF und kann die Lebensdauer des Filters deutlich verlängern.
Eine Reinigung des Partikelfilters ist aber nicht in allen Fällen möglich oder sinnvoll. Etwa wenn der Filter mechanisch beschädigt ist – zum Beispiel durch Risse, gebrochene Waben oder Verformungen –, kann er nicht mehr gereinigt werden und muss ersetzt werden. Auch bei starkem Öleintrag, etwa durch defekte Turbolader oder undichte Kolbenringe, ist der Filter oft mit Ölkohle verklebt, was eine Reinigung erschwert. Vor jeder Reinigung sollte deshalb geprüft werden, ob der Filter technisch noch aufbereitbar ist.

Ab wann ist mit einem verstopften Rußfilter zu rechnen?

Hierbei muss man unterscheiden zwischen einem mit Ruß beladenen Filter, der zum Beispiel im Stadtverkehr nie die zum Abbrennen nötigen Temperaturen erreicht, und einem alten, mit Asche gesättigten Partikelfilter. Auf Kurzstrecke genügen mitunter wenige Hundert Kilometer, um den Partikelfilter mit Ruß zu füllen. Abhängig von der Anzahl der Motorstarts und der Fahrweise. Weil Dieselmotoren verhältnismäßig kühle Abgase erzeugen, erreicht die Temperatur beim Herumtuckern in der Stadt meist nicht mal 200 Grad. Das macht es schwierig, selbst mit den weiter oben genannten Tricks wie Nacheinspritzung etc. die Abbrenntemperatur zu erreichen. Die gute Nachricht: Ein paar Kilometer auf der Autobahn beseitigen das Problem – vorübergehend.
Bis ein Filter mit Asche gesättigt ist, vergehen einige zigtausend Kilometer. Um mal eine Hausnummer zu nennen: 180.000 km. Passiert es früher, darf man sich zu den unglücklichen Einzelfällen rechnen; mit jedem weiteren Kilometer steigt die Wahrscheinlichkeit dann aber rapide. Allerdings kann man vorbeugen, zum Beispiel mit dem richtigen Motoröl. Bindend sind natürlich die Herstellerfreigaben, und die fordern in den meisten Fällen für Fahrzeuge mit serienmäßigem Rußpartikelfilter sogenannte Low-Ash- oder Low-SAPS-Öle. SAPS steht für Sulfat-Asche, Phosphor und Schwefel, solche Öle dürfen bei Verbrennung nicht mehr als ein Prozent Asche aus diesen Bestandteilen erzeugen. Logisch auch, dass die nachträgliche Zugabe von Additiven zum Öl damit tabu ist. Diese wird ohnehin von sämtlichen Motorenherstellern abgelehnt, trotzdem finden sich in den einschlägigen Internetforen reihenweise "Experten", die so was empfehlen und ihrem Aberglauben frönen.

Wie funktioniert ein Rußpartikelfilter?

Dieselmotoren erzeugen Ruß. Das steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Deshalb wurde der zulässige Rußausstoß mit jeder neuen, schärferen Abgasnorm reduziert. Die deutschen Autohersteller setzten dies zusammen mit dem wichtigsten Zulieferer Bosch um, indem sie die Einspritzdrücke immer weiter anhoben und so eine bessere Verbrennung erzielten. Dadurch verringerten sie zwar das Gewicht der ausgestoßenen Rußpartikel, die jedoch wurden immer winziger – und konnten damit noch besser in die Lungen eindringen.
Abgase von Autos
Die Zeiten dicker Rußwolken aus dem Auspuff sind vorbei. Dennoch stoßen Autos Schadstoffe aus, wenn sie einen Verbrennungsmotor habe.
Bild: Matthias Balk
Der Begriff "Feinstaub" war in aller Munde. Einziger Ausweg aus dieser Misere: der Rußpartikelfilter. Der besteht aus einem keramischen Kunstwerk: Längliche Segmente mit quadratischem Querschnitt aus porösem, hitzebeständigem Material wie Siliziumkarbid werden aneinandergeklebt und anschließend mechanisch auf die gewünschte Form gebracht, dann äußerlich mit einer Schutzschicht versehen und elastisch in ein Metallgehäuse gebettet.
Von Nahem betrachtet erkennt man die ebenfalls quadratischen Kanäle, die wechselweise verschlossen sind – von vorn betrachtet ähnlich einem Schachbrett. Das Abgas, das in die offenen Kanäle strömt, stößt an deren Ende ebenfalls an einen Verschluss. Der einzige Ausweg führt durch die poröse Wand aus Keramik in einen benachbarten Kanal, dessen Ende in Richtung der weiteren Auspuffanlage offen ist. Der Ruß bleibt dabei hängen. Es bildet sich eine Schicht, welche die Filterwirkung weiter verbessert, schließlich werden 99,9 Prozent der Rußpartikel zurückgehalten. Wegen dieses Prinzips heißen solche Filter auch Wandstromfilter.
In der Nachrüstung wurden dagegen überwiegend Nebenstromfilter eingebaut, die mittels gezielter Verwirbelungen die Abgase vom Ruß befreien. So geht das eine ganze Weile, zwischen 500 und 1000 km, dann ist der Filter voll. Die Abgase stauen sich, die Motorleistung sinkt, der Druck vor dem Partikelfilter steigt. Dafür gibt es extra einen Sensor, der den Druck vor und nach dem Filter misst, der Differenzdruck-Sensor. Der steht mit der Motorsteuerung in Verbindung, die startet dann die Regeneration des Partikelfilters.
Das bedeutet nichts anderes, als den Ruß abzubrennen. Dazu muss im Rußfilter die Temperatur auf mindestens 500 Grad steigen. Das passiert bei zügiger Autobahnfahrt oder mittels zusätzlicher Hilfsmittel. Das kann, wie bei den Filtern der ersten Generation in Peugeot, Citroën und Volvo, ein Additiv sein, das die Zündtemperatur herabsetzt. Oder es wird, wie vielfach üblich, vor dem Partikelfilter ein Oxidationskatalysator in den Auspuff integriert. Spritzt man in die Abgase ein paar Tropfen Kraftstoff, steigt deren Temperatur im Oxikat stark an und zündet die Rußverbrennung.
Problem: Ein Auftreffen von Kraftstoff-Tropfen in den Kat ist zu vermeiden, es muss also eine genügend lange Strecke zum Verdampfen des Sprits vorhanden sein. Was aber nur selten der Fall ist. Meistens wird daher das Verfahren der sogenannten Nacheinspritzung genutzt, bei dem bereits innerhalb des Motors eine kleine Portion Sprit in die Abgase gemischt wird, ehe diese das Auslassventil passieren. Das kann allerdings leichte Auswirkungen auf den Motorlauf haben, die von sensiblen Naturen wahrgenommen werden. Je nach Beladung des Filters kann so eine Regeneration bis zu 15 Minuten dauern. Wird der Motor währenddessen abgestellt, findet die nächste entsprechend früher statt.
Lesen Sie auch: Alles zum Thema Reparatur und Technik

Warum gehen Rußpartikelfilter kaputt?

Rußpartikelfilter gehen aufgrund von Verstopfung und Überhitzung kaputt. Außerdem aufgrund mechanischer Defekte, etwa beim Aufsetzen der Auspuffanlage oder wegen Vibrationen, die den recht schweren keramischen Filter aus seiner Befestigung im Gehäuse lösen und ihn kaputtschütteln. Überhitzungen resultieren zumeist aus Defekten der Einspritzanlage oder sind Folge von Chiptuning. Dabei wird oft die Menge des einzuspritzenden Kraftstoffs mittels Eingriffs in die Elektronik drastisch erhöht, ohne jedoch die mechanischen Voraussetzungen anzupassen.
Alles Asche?
Bei der Verbrennung entsteht auch immer ein geringer Anteil Asche. Diese lässt sich nicht weiter verbrennen, verbleibt im Filter und setzt ihn mit der Zeit zu.
Bild: Aleksander Perkovic
Resultat: Das Überangebot an Sprit lässt sich in der wenigen zur Verfügung stehenden Zeit nicht durch die Einspritzdüsen pressen und sprudelt immer noch in den Motor, wenn die eigentliche Verbrennung längst beendet ist. Von da läuft der unverbrannte Kraftstoff in den Auspuff, wo er unkontrolliert verbrennt und die Temperatur im Partikelfilter auf jenseits 1000 Grad schnellen lässt – was zum Schmelzen der Keramik und damit zum Totalschaden des Filters führt.
Aber auch bei guter Behandlung kann ein Partikelfilter Probleme bereiten. Ursache ist die Asche. Die setzt sich zusammen aus allem, was den Motor so an nichtbrennbaren Substanzen verlässt und sich im Filter ansammelt. Wie Additive aus dem Motoröl, die oftmals eine metallische Basis haben. Auch im Kraftstoff finden sich solche Additive, dazu Verunreinigungen von Schwefel und Phosphor, die ebenfalls unbrennbare Rückstände bilden. Die Asche verstopft den Rußfilter, kann aber beim Regenerieren nicht beseitigt werden. Folge: Die Warnlampe für den Filter leuchtet auf.

Gibt es Risiken bei der Reinigung von Partikelfiltern?

Die Reinigung eines Partikelfilters birgt einige Risiken – besonders bei unsachgemäßer Durchführung. So raten Autohersteller generell davon ab, da die Filter technisch nicht für eine Reinigung ausgelegt sind. Besonders bei einfachen Methoden aus dem Zubehörhandel, etwa Sprays zum Einbringen über die Anschlüsse des Differenzdrucksensors, ist Vorsicht geboten: Die Wirkung ist kaum kontrollierbar, die Reinigermenge schwer zu dosieren und es bleibt unklar, wohin die gelöste Asche eigentlich gelangt.
Hinzu kommt das Risiko, dass aggressive Chemikalien die empfindliche Beschichtung der Filterkeramik angreifen – was spätere Regenerationen unmöglich machen oder den Filter dauerhaft beschädigen kann. Wer reinigen lässt, sollte daher auf ein zertifiziertes Verfahren und eine erfahrene Werkstatt setzen.

Kann ich meinen Partikelfilter selber reinigen?

Eine Reinigung des Partikelfilters in Eigenregie ist zwar möglich, aber nicht empfehlenswert. Handelsübliche Reinigersprays wirken oft unzuverlässig und können den Filter beschädigen. Die Risiken haben wir oben erläutert.

Wie läuft die Reinigung eines Partikelfilters ab?

Man fährt in die Werkstatt, die baut den Partikelfilter aus und schickt ihn in einen Fachbetrieb zum Reinigen. Nach 48 Stunden bekommt man entweder denselben oder einen baugleichen Filter zurück, aus dem etwa 90 Prozent der Asche entfernt wurden. Arbeitet die Werkstatt mit marktführenden Teilegroßhändlern zusammen, kann ein bereits gereinigter Filter als Austauschteil oft am selben Tag zur Verfügung stehen. Kostenpunkt mit Aus- und Einbau: ab 500 Euro.

Was kostet ein neuer Partikelfilter?

Oft ist von Preisen bis zu 4.000 Euro für einen neuen Partikelfilter die Rede – realistisch ist das nur in Ausnahmefällen bei Premiumfahrzeugen. Für viele Dieselmodelle von Marken wie VW, Mercedes, Ford oder Opel gibt es im freien Teilehandel neue DPFs von namhaften Zulieferern bereits ab rund 500 Euro. Inklusive Einbau in einer freien Werkstatt liegen die Gesamtkosten meist zwischen 600 und 1000 Euro.
In Vertragswerkstätten mit Originalteilen (OEM) kann es deutlich teurer werden: Hier sind 1500 bis 2500 Euro inklusive Einbau keine Seltenheit, vor allem bei komplexeren Systemen von BMW, Audi oder Mercedes. Wichtig: Bevor man einen Filter reinigt oder ersetzt, sollte die Werkstatt per Diagnosetester prüfen, ob die Aschebeladung die Ursache ist – oder ein anderes Problem im Motor. Denn bei defekter Einspritzung oder erhöhtem Ölverbrauch verstopft auch ein neuer Filter schnell wieder.

Gibt es auch Benzinmotoren mit Rußfilter?

Ja, bei Benzin-Direkteinspritzern. Die haben das gleiche Problem wie der Diesel, bei der Verbrennung entsteht Ruß. Um die aktuelle Abgasnorm Euro 6d-temp zu erreichen, werden seit Ende 2017 immer mehr Benziner mit einem Partikelfilter ausgerüstet. Die Verstopfung mit Ruß scheint dabei aber keine Rolle zu spielen, bisher sind keine Probleme bekannt geworden und generell sind die Abgase beim Benziner heißer, sodass die Abbrenntemperatur schneller erreicht wird.
Die mit höherem Alter zunehmende Beladung mit Asche dürfte aber ebenfalls zu Problemen führen, da sich die Ursachen nicht von denen beim Diesel unterscheiden. Die Frage, ob die Reinigung oder Erneuerung des Filters sinnvoller ist, dürfte dann wieder der Preis entscheiden.