Ein billiges Motel, nicht weit vom Meer entfernt. Ich fahre meinen Challenger rückwärts vor eines der Zimmer. Die Karre in auffälligem Grün kostet 66.815 Dollar plus Steuern. Der Traumwagen vieler Amerikaner. Noch immer.
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Eine junge Frau kommt fluchend aus dem Zimmer hinter dem Heck meines Dodge, erregt oder aufgeschreckt vom Motorengeräusch. Sie bleibt stehen, glotzt, nickt, lächelt fast, murmelt "cool" und verschwindet wieder in ihrer Bude. Vielleicht versucht sie heute Abend wieder ihr Glück in den billigen Casinos von Atlantic City. Vielleicht war das eben das Highlight ihres Tages.

Der Dodge Challenger ist rollendes Kulturgut

Last Call bedeutet auf Deutsch "Letzte Runde". Einen Drink noch bestellen in der Bar, dann macht der Laden zu. Bei Dodge heißt Last Call: einmal noch den Challenger mit 6,4-Liter-V8 ordern, dann gibt es ihn so nie wieder. Weil er in Zukunft wahrscheinlich nur noch elektrisch angetrieben sein wird. Zumindest nie mehr so, wie man ihn liebt. Laut und wild und dreckig. Ein bisschen prollig vielleicht, aber eben uramerikanisch. Rollendes Kulturgut. Ein Highway-Hero seit Ende der 60er-Jahre. Ein letzter Gas Guzzler, ein Benzin-Gurgler, dem der Klimawandel so egal ist wie irgendein Kulturwandel.
Dodge Challenger Swinger
Abschied von New York City: Mit Manhattan im Hintergrund beginne ich meine letzte Fahrt im Muscle Car Richtung Süden.
Bild: Daniel Byrne
Eigentlich gar nicht mehr mein Auto; ich fahre seit Jahren fast nur noch elektrisch. Jetzt aber trete ich zweimal im Leerlauf aufs Gas, und der Lärm, den ich in meiner Wohnstraße in Brooklyn damit veranstalte, hört sich an wie ein letztes geschrienes "fuck you"!
Das Auto für meine Abschiedstour ist eine limitierte Auflage. Nur 1000 Stück hat die Stellantis-Marke Dodge vom Sondermodell "Swinger" gebaut, benannt nach dem Dart Swinger aus den späten 60ern, damals ebenfalls in Grün lackiert. Die Farbe meines Autos nennt sich "Sublime", was zur Hälfte Limone bedeutet, aber insgesamt auch Erhabenheit. Schönes Wortspiel.

V8 im knapp 500 PS und 643 Nm Drehmoment

Der klassische 6,4-Liter-Hemi-Saugmotor produziert fast 500 PS und 643 Nm Drehmoment. Und das lässt er auch alle wissen. Zurückhaltung ist seine Sache nicht. Mein Swinger ist ein Widebody, ausgestellte Radkästen, an die 2,20 Meter breit. Dazu eine manuelle Sechsgangschaltung, deren Gänge ich so brutal reinprügeln muss, dass ich manchmal denke, ich halte gleich den Knüppel wie ein Mordwerkzeug in der Hand.
Dodge Challenger Swinger
Der mächtige Motor mit dem Shaker Hood und zwei Lufteinlässen, die aus der Motorhaube ragen, macht auch optisch was her.
Bild: Daniel Byrne
Und mit dieser auffälligen Lufthutze, die durch das Loch in der Motorhaube guckt und dabei wirkt, als könne man damit Raketen abfeuern. So einen Shaker, der bei Volllast leicht zu tanzen beginnt, leistet sich heutzutage nur noch Dodge. Im Paket gegen 5590 Dollar Aufpreis. Überhaupt der Challenger-Blick: herrlich böse wie eh und je. Einfach immer noch ein großartiges Muscle-Car-Design.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor
V8-Saugmotor, vorn längs
Hubraum
6400 cm³
Leistung
362 kW (492 PS) bei 6100/min
max. Drehmoment
643 Nm bei 4100/min
Antrieb
Hinterradantrieb, Sechsgangschalter oder Achtstufenautomatik
Länge/Breite/Höhe
5027/2179/1461 mm
Leergewicht
1885 kg
Kofferraum
453 l
0–100 km/h
4,2 s
Vmax
281 km/h
Verbrauch
13,8 l S/100 km
Preis
66.815 Dollar (netto)
Für meine letzte Extratour habe ich mir die Strecke von New York City nach Washington, D.C. ausgesucht. Über Philadelphia und Atlantic City bis vors Weiße Haus. Etwas biederer als die Route von Kowalski, der in dem Kultfilm "Vanishing Point" ("Fluchtpunkt San Francisco") in einem Challenger von Denver nach San Fran wollte.
Dodge Challenger Swinger
Herausforderer im Abendlicht: Auch im Brooklyner Stadtteil Bushwick sorgt der hellgrüne Challenger für Aufsehen.
Bild: Daniel Byrne
Ich starte in meinem geliebten Brooklyn, wo die Menschen inzwischen Tesla fahren und ein einziger Mann aus meinem Viertel den Daumen hebt, als er mich an der Ampel stehen sieht. Der Verbrauch in der Stadt ist enorm, also rüber nach New Jersey und rollen lassen Richtung Streets of Philadelphia.

Überraschend viel Platz im Innenraum

Und erst mal checken, was ich da genau fahre. Die Sitze sind eher bequem als sportlich, was mir gefällt. Erstaunlich: Die Rückenlehne ist nicht elektrisch einstellbar. Hinterm Lenkrad habe ich (1,93 Meter) in alle Richtungen überraschend viel Platz. Die Instrumente, halb analog, halb digital, von der Stange und leider nicht besonders cool. Mein Handy schnell verbinden: klappt nicht. Das Navi ist so lala.
Dodge Challenger Swinger
Das halb digitale, halb analoge Cockpit könnte etwas cooler sein. Oldschool, fast anarchisch ist hier leider nur der Schaltknüppel.
Bild: Daniel Byrne
Im Untermenü kann ich bei den Fahrmodi zwischen Track, Sport, Custom und Auto wählen, auch Traktion, Federung und Lenkung sind einstellbar. Der Launch-Control-Schalter in der Mittelkonsole macht aus meinem Pony Car ein Monster an der Ampel. Die Beschleunigung ist cool, hat aber schon etwas Angestrengtes, eher Brachiales. Gehört ja aber irgendwie auch dazu. Schließlich kostet das R/T-Scat-Pack-Widebody-Paket 5995 Dollar Aufpreis. R/T steht vorn auf dem Kühlergrill und bedeutet immer noch Road and Track – Straße und Rennstrecke.
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Aber nicht Kopfsteinpflaster. Die historische Innenstadt von Philadelphia ist voll davon, und der Challenger malträtiert mein Kreuz wie die Pferde die Rücken der Siedler vor 350 Jahren. Na ja, ich übertreibe. Eigentlich ist dieser letzte echte Challenger sogar überraschend komfortabel.

Ein Zwischenstopp in Atlantic City

Nach dem Besuch der Liberty Bell geht es weiter auf dem Highway Richtung Küste. Atlantic City sollte mal das Las Vegas der Ostküste werden. Bei Sonnenschein ist es sogar ganz nett dort. Aber viele Typen wirken, als wäre der Küstenort ihre letzte Chance. Worauf auch immer. Jedenfalls ist der Highway dorthin so leer, dass ich meinem Pony die Sporen geben kann. Und das Biest antwortet sofort und brachial. Bei diesem Auto geht es nur um Fahrspaß.
Dodge Challenger Swinger
Challenger vorm Casino in Atlantic City: Grün ist die Hoffnung ... auf das große Geld am Black-Jack- oder am Roulette-Tisch.
Bild: Daniel Byrne
Der 2023er Challenger bietet sicher nicht die neueste Fahrzeugtechnik und ist mit fast zwei Tonnen auch kein Leichtbau. Aber hier geht es eben um sinnliches Fahren auf uramerikanische Art. Da ist es fast egal, ob wir 2023 haben oder 1971. Manche Dinge ändern sich nie. Dieser Challenger Swinger ist ein Zeitreise-Modell.
Ich bin überrascht, wie leicht das Muscle Car nach ein paar Gewöhnungs-Meilen zu fahren ist, auch im "Sport"-Mode ohne große Anstrengung (solange man nicht schalten muss). Dann erregt es doch Aufsehen; auf dem Parkplatz vor einem dieser silbern in der Sonne glitzernden Diner, an dem ich frühstücke. "Great car", sagt Beth, als sie mir den Kaffee nachschenkt und durchs Fenster auf das leuchtende Auto schaut.

Sprit ist in den USA immer noch spottbillig

Ich fahre weiter Richtung Süden bis nach Cape May. Von dort geht eine Autofähre rüber nach Delaware. Das Schiff sieht fast genauso aus wie meine Lieblingsfähre nach Amrum. Es braucht auch genauso lange (knapp zwei Stunden) und kostet ähnlich viel (25 Dollar fürs Auto, zehn für mich).
Dodge Challenger Swinger
Tanken irgendwo in Delaware: Der Verbrauch des Challenger ist bei gemütlicher Fahrweise akzeptabel. Finden Sie den Fehler ...
Bild: Daniel Byrne
Die Halbinsel Delaware ist schnell durchquert. Viel gibt es nicht zu sehen. Irgendwo rechts vom Coastal Highway, der lediglich eine Landstraße ist, befindet sich das Privathaus von Joe Biden. Ich halte an einer Liberty-Tankstelle, nur um Fotos zu machen; das Benzin reicht noch bis Washington. Tanken kostet in den USA noch immer nur halb so viel wie bei uns, umgerechnet weniger als einen Euro pro Liter.

In Washington haben Autodiebe Hochkonjunktur

Als ich nach Washington, D.C. rolle, mache ich einen Fehler. Ich will die 40 Dollar pro Tag für die Hotel-Tiefgarage sparen und stelle den Challenger an die Parkuhr. Aber Washington ist die US-Stadt mit den meisten Autodiebstählen. Doch ich habe Glück. Als ich vom Einchecken zurückkomme, leuchtet mein Swinger noch in der Abendsonne am Straßenrand.

Am Weißen Haus endet die Reise

Und dann taucht schließlich die Pennsylvania Avenue auf, dahinter das Weiße Haus. Hier endet meine letzte Fahrt; im absoluten Halteverbot. Ich stelle den V8 ab, steige aus, mache ein schnelles Foto. Ein Sicherheitsbeamter schaut streng zu mir herüber. "Keine Sorge", rufe ich, "ich fahr gleich wieder weg." Hastig steige ich ein. Ein letzter Blick zurück. Dann gebe ich Gas, drehe das Radio voll auf, höre "Life is a winding road".
Dodge Challenger Swinger
Ende der Reise: mein Challenger Swinger vor dem Weißen Haus. Nach knapp 600 Kilometern fällt mir der Abschied schon schwer.
Bild: Daniel Byrne
Ja, das Leben ist eine kurvenreiche Straße, die mal bergauf führt und dann wieder bergab. Und manchmal in eine Sackgasse. Dann muss man wenden oder schnell den Rückwärtsgang reinprügeln. Mit aller Kraft. Ich fahre weiter. Man sieht sich; irgendwo da draußen.